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Kindergarten und Turnhalle müssen weiter warten

Ein Loch von fast 290 000 Euro ist im Etat für dieses Jahr zu stopfen. Das stellt Investitionen auch für Deschka infrage.

Von Steffen Gerhardt

Neißeaue muss weiter sparen. Wohin das noch führen wird, mag zumindest im Gemeinderat keiner voraussagen. Einig ist man sich aber darüber, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Und nun liegt der Haushaltsentwurf für 2014 auf dem Tisch. „Anhand der zu erwartenden Ergebnisse müssen wir von einem Defizit von rund 287 000 Euro ausgehen“, rechnet Verbands-Kämmerer Jens Liewald im Gemeinderat jüngst vor. Inzwischen sind ein paar Tage vergangen und der Kämmerer rechnet erneut. „Zu welchem Stand wir kommen, kann ich gegenwärtig noch nicht sagen“, äußerte sich Jens Liewald gestern auf Nachfrage der SZ. In den nächsten Tagen soll der Haushaltsplan aber öffentlich ausgelegt werden, versichert er. Der Gemeinderat will ihn im Mai beschließen.

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Welche Potenziale hat Neißeaue noch? Denn an freiwilligen Leistungen kann die Kommune nicht mehr sparen. „Es gibt seit zwei Jahren keine mehr“, sagt Bürgermeisterin Evelin Bergmann. So wurden die Zuschüsse für die Vereine gestrichen und die gut funktionierende Seniorenarbeit musste eingestellt werden. Für die Sozialstation der Gemeinde gibt es seit vergangenem Jahr keine Stelle mehr, beziehungsweise kann Neißeaue selbst die Stelle nicht finanzieren. Selbst der Gemeinderat muss auf seinen Kasten Wasser zur monatlichen Sitzung verzichten, ebenso auf die Hälfte des Sitzungsgeldes.

Es ist davon auszugehen, dass es dieses Jahr auf alle Fälle eine Null-Runde bei den Investitionen gibt. Denn: „Wir können nur das Notwendigste machen und wenn Gefahr in Verzug ist“, betont die Bürgermeisterin. Betroffen ist das „Schlumpfenhaus“ in Deschka. Am Gebäude ist eine energetische Sanierung notwendig, aber das Geld fehlt. Somit werden in diesem Jahr nur die Toiletten erneuert, zumindest steht das Vorhaben noch so im Plan. Auch die Turnhalle an der Grundschule muss saniert werden. Auch das muss noch warten.

Ob das bis 2016 aufgelegte Sparprogramm kurzfristig greift, wird von einigen Räten angezweifelt. Rund 230 000 Euro soll es an Einnahmen bringen, der Großteil aus Immobilienverkäufen. Aber dazu braucht es zum einen Käufer und zum anderen sind die Einnahmen nur einmalig, denn verkauft ist verkauft. Der finanzielle Bestand in der Gemeindekasse bleibt laut Kämmerei auch bis 2017 zwischen 107 000 und 155 000 Euro jährlich im Minus.