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Großenhain

Kinderhaus bekommt Zuwachs

Der Priestewitzer Nachwuchs darf sich freuen: Endlich gibt es mehr Platz zum Spielen – und eine wässrige Erleichterung.

Sie haben allen Grund zur Freude: Die Erzieherinnen Rita Breschke und Ivette Metzler freuen sich gemeinsam mit ihrer Leiterin Katrin Enger (Mitte) über die bewilligten Fördergelder für den dringend benötigten Anbau.
Sie haben allen Grund zur Freude: Die Erzieherinnen Rita Breschke und Ivette Metzler freuen sich gemeinsam mit ihrer Leiterin Katrin Enger (Mitte) über die bewilligten Fördergelder für den dringend benötigten Anbau. ©  Anne Hübschmann

Priestewitz. Was lange währt, wird nun tatsächlich gut: Ende August könnte mit den Anbauarbeiten am Priestewitzer Kinderhaus begonnen werden. Die Teilnehmerfestlegungen für die Ausschreibung der ersten Bauleistungen in der Gemeinderatssitzung am kommenden Mittwoch lassen zumindest darauf hoffen. 

Und nicht ganz unberechtigt: Am 22. Mai flatterte der positiv beschiedene Fördermittelantrag in die Priestewitzer Amtsstube. Ein paar Tage vorher bescherte das Landratsamt Meißen eine Baugenehmigung. Rundum grünes Licht also für ein 356.000 Euro kostendes Projekt, welches zu 80 Prozent gefördert wird. „Wir freuen uns wirklich sehr, dass es jetzt endlich losgehen kann“, bekennt Bürgermeisterin Manuela Gajewi (parteilos). 

Der Garten ruft
Der Garten ruft

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Immerhin sei das Ansinnen einer räumlichen Erweiterung des beliebten Kinderhauses alles andere als neu. Bereits seit 2014 forderten Erzieher und Eltern eine Verbesserung der räumlichen Situation. Unter dem Namen „Mehr Raum für Kinder und Erwachsene“ hatte eine Arbeitsgemeinschaft aus Erziehern und Eltern seinerzeit ein Konzept erarbeitet, welches einen zweigeschossigen Anbau vorgesehen hatte. Initiiert durch den engagierten Elternvertreter Mathias Anderssohn wurden Spenden eingeworben und ein erster Vorentwurf beauftragt. 

Gemeinsam mit dem Dresdner Architekten Jörg Zimmermann – er stammt aus Stauda, ging in Priestewitz zur Schule und ist mit dem Haus bestens vertraut – entwickelte Anderssohn Ideen, um die Mängel der Einrichtung zu beheben. Die Hauptkritik, so Manuela Gajewi, galt vor allem dem Umstand, dass sich die sanitären Anlagen im Erdgeschoss befinden. Da es in der oberen Etage keine Toiletten gibt, hätten die kleinen Bewohner des Hauses oftmals ihre liebe Not, es rechtzeitig an Ort und Stelle zu schaffen. 

Hinzu käme, dass die Erzieher auch das Essen nach oben tragen müssten. „Alles in allem ist das eine beschwerliche Angelegenheit! Jedoch darf man nicht vergessen: Wir befinden uns hier nicht in einem Neubau. Das denkmalgeschützte Gebäude ist über einhundert Jahre alt und hat einen Großteil dieser Zeit bereits Kinder beherbergt“, erinnert Manuela Gajewi. Das Haus habe seinen ganz eigenen Charme. Mit dem Anbau werde es an die heutigen Ansprüche angepasst.

Ansprüche und vor allem Erfordernisse, denen der geplante Anbau nun Rechnung tragen soll. Laut dem Entwurf von Jörg Zimmermann werde ein großer Mehrzweckraum entstehen, der zur Terrasse gewandt, auch durch sich öffnende Glaswände als Bühne genutzt werden könne. Ein separater Raum zur Erledigung von Hausaufgaben – im Kinderhaus erfolgt auch die Betreuung der Hortkinder – , neue Sanitäreinrichtungen im Obergeschoss, ein Zimmer für das Personal und der Umbau der gesetzlich vorgeschriebenen Fluchttreppe mache die Erneuerung perfekt.

Ab wann die Bagger anrollen, kann Verwaltungschefin Manuela Gajewi noch nicht sagen. Fest stehe jedoch, dass die Arbeiten im laufenden Betrieb erfolgen werden. Eine Mammutaufgabe, der sich die Erzieher in Absprache mit den Eltern aber stellen wollen. Insofern gelte es nun, ein wenig großzügig über schmutzige Schuhe, Baulärm und einen eingeschränkten Bewegungsradius im Garten hinwegzusehen. Schließlich warte ein wunderbares Ziel: Ein Anbau, in welchem man gern noch mal Kind sein wollte.

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