merken
PLUS

Kirchenglocken bleiben zu Weihnachten stumm

Außen ist die Krögiser Kirche saniert, doch innen bleibt noch viel zu tun. Jetzt werden erst mal die Glocken erneuert.

© hübschmann

Von Jürgen Müller

Der Kran hat sie am Haken, die Glocken der Krögiser Kirche, und geleitet sie sicher nach unten. Nach rund 60 Jahren haben zwei der drei Kirchenglocken ausgedient. Die Stahlglocken, die in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts angefertigt wurden, werden jetzt ersetzt durch Bronzeglocken. So, wie die Originale, die einst für Kriegszwecke eingeschmolzen wurden. Die Stahlglocken sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Erhalten bleibt nur die kleinste, die Taufglocke. Sie ist aus Bronze und hat die Kriegswirren überlebt. Jetzt wird auch sie restauriert.

Anzeige
Der Meister – höchstes Qualitätssiegel im Handwerk
Der Meister – höchstes Qualitätssiegel im Handwerk

Der Meister im Handwerk bietet alle Voraussetzungen für beruflichen Erfolg. So zählt der Meisterberuf international zu den angesehensten Abschlüssen.

„Wir sind sehr froh, dass nach der Außensanierung nun auch neue Glocken gegossen werden. Bronzeglocken haben doch einen ganz anderen Klang als die Stahlglocken“, freut sich Undine Wachtel vom Kirchenvorstand. Anfang Dezember sollen die Bronzeglocken in Lauchhammer gegossen werden. Kleiner Wermutstropfen, den die Krögiser aber verschmerzen können: Zu Weihnachten und zu Silvester bleiben die Glocken in diesem Jahr stumm.

Außensanierung kostet 400 000 Euro

Wann die neuen Exemplare eingebaut werden können, steht noch nicht fest. Erneuert werden auch die Aufhänger und der Glockenstuhl. Ein billiges Vergnügen ist das nicht gerade. Rund 75 000 Euro wird alles kosten. Die sächsische Landeskirche stellt Geld zur Verfügung, die Kirchgemeinde muss Eigenmittel aufbringen. Dennoch fehlen noch immer rund 10 000 Euro. Die sollen mit Spenden aufgebracht werden.

Vor gut drei Jahren war die Außensanierung der Krögiser Kirche abgeschlossen worden. Mit der Dachstuhlsanierung seit Herbst 2008 wurden über 400 000 Euro in die Außensanierung investiert. Gelder dafür kamen von der Sächsischen Landeskirche, aus dem EU-Fonds für ländliche Entwicklung sowie von Freistaat und Landkreis. 52 000 Euro wurden aus Eigenmitteln und Spenden aufgebracht.

Turm, Fassade und Putz wurden erneuert, das Dach gedeckt, der Sockel saniert, zuvor schon die Kirchturmuhr erneuert. Notwendig wäre nicht nur ein neuer Innenanstrich, sondern auch eine neue Heizung.

Bei der Zier der Glocken soll der Bezug zum früheren Geläut erhalten bleiben und zugleich Neues entstehen, so Pfarrer Christoph Rechenberg. Früher standen die Glockengeläute oft unter dem Thema „Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.“ „Dieses Thema haben wir aufgenommen und das Geläut unter das Thema der drei anderen Artikel des Glaubensbekenntnisses gestellt“, so Rechenberg. Die noch vorhandene Bronzeglocke aus dem Geläut von 1923 trägt die Inschrift „Lasset die Kindlein zu mir kommen“. Im neuen Geläut wird diese Glocke die mittlere werden. Die neue große Glocke hat das Thema „Gott der Schöpfer“. „Was lag also näher, als in Bezug auf den Obstanbau um Krögis an den Apfelbaum im Paradies zu denken. So wird nun die große Glocke mit Paradiesbaum, Adam und Eva geziert. Die Schlange steht für die Versuchung und Gefährdung des Menschen“, so der Pfarrer. Auf der zukünftigen kleinen Bronzeglocke werden die Lebensalter, eine Familie mit Symbolen der Weisheit sowie Wein- und Efeublätter zu sehen sein.

„Wir hoffen, dass uns die gewünschte Verbindung mit der historischen Tradition der Krögiser Glockengeläute gelungen ist. Für den Kirchenvorstand war es wichtig, das Thema des Bekenntnisses aufzunehmen.

Damit wird zugleich an schwere Zeiten in unserer jüngeren Geschichte erinnert“, so Christoph Rechenberg. Er bittet die Gemeinde um Unterstützung durch weitere Spenden und Fürbitte.

Spendenkonto: Ev.-lutherische Kirchenbezirk Dresden-Nord, Kassenverwaltung, Konto-Nummer 16 67 209 052, Bankleitzahl 350 601 90, Kirche und Diakonie eG-LKG Sachsen. Verwendungszweck: KG Krögis - Kirchensanierung (bitte angeben)