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Kirche zu verkaufen

Heidenaus Kirchgemeinde hat keine Verwendung mehr für eines ihrer Gotteshäuser. Jetzt sucht sie einen Interessenten.

Von Heike Sabel

Heidenau macht die sächsische Kirchengeschichte um eine Fußnote reicher. Die hiesige evangelische Gemeinde lässt die Lutherkirche entwidmen, das Gebäude verliert seinen Status als Kirche. Und das komme in Sachsen bisher höchst selten vor, sagt der Sprecher des Landeskirchenamtes, Matthias Oelke. Das Landeskirchenamt hat die Entwidmung inzwischen genehmigt.

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Der Grund für den seltenen Schritt ist für die Kirche so wenig erfreulich wie der formelle Akt selbst: ein Rückgang der Zahl der Gemeindemitglieder. Demzufolge braucht Heidenau nicht mehr zwei Kirchen. Die evangelische Kirchgemeinde hat sich deshalb schweren Herzens zu diesem Schritt und für den Verkauf des Grundstücks entschieden, sagt Pfarrerin Erdmute Gustke. Heidenau hatte bisher zwei Kirchen, neben der Luther- noch die Christuskirche, die auch weiterhin als Gotteshaus genutzt wird. Dass es zwei Kirchen gibt, ist historisch bedingt, da es vor dem Zweiten Weltkrieg zwei Gemeinden gab. Ende der 1920er-, Anfang der 1930er-Jahre waren die beiden Gotteshäuser als sogenannte Notkirchen errichtet worden. Einen Heidenauer Interessenten gibt es schon. Der will jedoch noch nicht in die Öffentlichkeit, da es bisher nichts weiter als eine Interessenbekundung gibt. Für die Kirche selbst ist das Verfahren auch nicht so einfach. Der Vorstand wird im laufe des Monats zum weiteren Vorgehen beraten. Der Verkauf ist bereits seit vorigem Jahr intern beschlossene Sache. Schon seit April 2010 finden hier keine Gottesdienste mehr statt. In Sachsen seien in den vergangenen Jahren etwa fünf Kirchen abgegeben worden, die wenigsten davon wurden jedoch entwidmet, sagt Landeskirchensprecher Oelke. Die Dresdner Petri-Kirche zum Beispiel wurde von der selbstständigen evangelisch-lutherischen Kirche übernommen und wird auch vom Kirchspiel Neustadt noch mitgenutzt.