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Kirnitzschtaler sparen für schlechte Tage

Finanziell geht es den Kirnitzschtalern im kommenden Jahr vermutlich nicht schlecht. Sie könnten sogar ihre Kredite tilgen und wären dann schuldenfrei. „Aber damit verschenken wir uns den Spielraum für unvorhergesehene Investitionen.

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Von Anja Weber

Finanziell geht es den Kirnitzschtalern im kommenden Jahr vermutlich nicht schlecht. Sie könnten sogar ihre Kredite tilgen und wären dann schuldenfrei.

„Aber damit verschenken wir uns den Spielraum für unvorhergesehene Investitionen. Schließlich weiß man ja nie, was noch auf uns zukommt“, orakelte Bürgermeister Robert Läsker (CDU) bei der jüngsten Debatte um den Haushalt 2004.

Die Gemeinde kann es sich sogar noch leisten, in der Nacht die Straßenlampen in ihren Ortsteilen leuchten zu lassen. Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass man ja, wie andernorts auch, die Lampen nachts abschalten könne. Etwa 4 000 Euro würde die Kommune so sparen. Die Gemeinderäte wollten sich aber noch nicht zu diesem Schritt durchringen, da ihre Vorhaben offenbar auch so bezahlbar sind. Im Vermögenshaushalt planen sie Investitionen von 475 000 Euro ein. Die größten Posten sind der Bau der Bowlingbahn sowie der Umzug des Feuerwehrgerätehauses in die Gemeindeverwaltung. Beide Projekte stehen schon länger auf der Liste. Im kommenden Jahr sollen sie realisiert werden. Der Gehwegbau vom Gemeindezentrum zum Sportlerheim in Saupsdorf sowie die Straßenbeleuchtung in Altendorf sind weitere Posten, ebenso der Bau des Wiesenweges in Altendorf. Aus geplanten Verkäufen von Häusern und Grundstücken im Wohnungsbaustandort Altendorf sollen dann noch einige Wünsche aus den Ortsteilen erfüllt werden. Jörg Hempel (Sport Saupsdorf) hatte da schon einen parat. „Wenn wir in unserem Dorf den Titel staatlich anerkannter Erholungsort verteidigen wollen, müssen wir unser Gemeindezentrum mit einem ordentlichen Farbanstrich versehen“, sagte er. Und Karl Heinz Prescher (Bürgerrat Altendorf) hatte auch einen kleinen Wunsch. „Der Haushalt sieht gar nicht mal so schlecht aus. Altendorf benötigt am Informationspunkt dringend einen neuen Wegeplan. Der alte ist nicht mehr zu lesen.“ Zudem ist auch die Erweiterung des Gerätehauses der Altendorfer Ortsfeuerwehr für nächstes Jahr im Gespräch. Die Ottendorfer wollten neue Palisaden am Sportplatz.

Die Kirnitzschtaler müssen aber auch Tiefschläge in ihren Einnahmen einstecken. So werden die Erlöse aus der Gewerbesteuer dramatisch sinken, von 47 000 Euro in diesem Jahr auf 35 000 Euro im kommenden Jahr. Die Grund- und Gewerbesteuern in der Gemeinde werden auch 2004 nicht erhöht. Bürgermeister Läsker durchforstete stattdessen den Vermögenshaushalt mit spitzem Stift. Denn 2004 müssen die Unterlagen für den Titel Staatlich anerkannter Erholungsort für alle fünf Orsteile eingereicht werden. Das kostet 20 000 Euro. „Bei den Feuerwehren fahren wir im kommenden Jahr einen Sparhaushalt. Aber die Ausrüstung ist gut“, sagt er. Das muss auch für die des Bauhofes gelten. Denn Geld für neue Geräte ist 2004 nicht eingeplant. Auch in die beiden Kindergärten in Lichtenhain und Saupsdorf wurde in diesem Jahr investiert. Noch ist der Haushalt aber nicht beschlossen. Sowohl die Gemeinderäte als auch die Bürger haben nun Zeit, sich noch einiges zu überlegen.