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Kirschau bekommt eine neue Straße

Das Gelände der Vegro-Brache wird wieder erschlossen. Davon profitieren Unternehmen, aber auch die Einwohner des Ortes.

© Steffen Unger

Von Katja Schäfer

Kirschau. Dass für Straßenbauarbeiten weder Sperrungen noch Umleitungen nötig sind, kommt selten vor. In Kirschau gibt es jetzt diesen ungewöhnlichen Fall. Denn die Straße, an der dort gebaut wird, entsteht völlig neu. Die Stadt Schirgiswalde-Kirschau schafft für das Gelände der Vegro-Brache eine neue Verkehrsanbindung. Etwas abseits der Bautzener Straße in Nähe der Firma Kirschauer Textil haben die Arbeiten kürzlich begonnen.

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© SZ-Grafik

In einem ersten Abschnitt entstehen in diesem Jahr eine neue Brücke über die Pilke und eine Fahrbahn, die bis zur Mönchswalder Straße führt – längst über das Gelände, auf dem vor reichlich sieben Jahren marode Gebäude abgerissen worden waren. Die Firma Hermann Neitsch Nachfolger aus Cunewalde baut die Brücke, das Bauunternehmen Martin Stolle aus Oppitz die Straße. Letztere wird sechseinhalb Meter breit. Im Bereich des vorhandenen kurzen Straßenstücks Niedere Fabrik, über das die Anbindung an die Bautzener Straße erfolgt, misst die Fahrbahn aber nur 3,25 Meter. „Die örtlichen Gegebenheiten lassen dort nichts anderes zu“, begründet Bürgermeister Sven Gabriel (FDP). Zu nah stehen an beiden Seiten Gebäude. Deshalb wird dieser Bereich später als Einbahnstraße ausgewiesen, während die neue Straße in beide Richtungen befahren werden kann.

Vorhaben kostetet mehrere Millionen Euro

Laut Sven Gabriel gibt die Stadt in diesem Jahr rund 1,1 Millionen Euro für diese Baumaßnahme aus. 85 Prozent davon sind Fördermittel. Insgesamt fließt aber noch viel mehr Geld in die Wiederbelebung des Geländes, auf dem einst das Textilkombinat Vegro produzierte: rund vier Millionen Euro. Nächstes Jahr soll der Bau der neuen Erschließungsstraße weitergehen; von der Mönchswalder Straße aus durch das Gelände, auf dem im vergangenen Jahr alte Gebäude abgerissen wurden. Am Grundstück der Firma Vegro Teppichboden endet die Straße dann vorerst. Später soll sie weitergebaut werden – über ein Feld bis an die Strecke zwischen Wilthen und Kirschau. Gegenüber des Abzweiges nach Kleinpostwitz mündet sie in diese Straße. An dieser Stelle entsteht voraussichtlich ein Kreisverkehr. „Diesen letzten Abschnitt wollen wir gern 2020 erledigen. Aber dafür brauchen wir dann neue Fördermittel“, sagt Sven Gabriel.

Im Zusammenhang mit dem Straßenbau werden verschiedene Leitungen verlegt, unter anderem für Wasser, Abwasser und Strom. – Das umfangreiche Bauprojekt hat Ziele. Zum einen verbessern sich die Bedingungen für Unternehmen, die schon jetzt auf dem Gelände tätig sind, und solche, die sich dort ansiedeln oder erweitern wollen. Im Bereich des ersten Bauabschnittes sind – wie der Bürgermeister berichtet – zum Beispiel schon Flächen an die Firma Kirschauer Textil sowie das Fenster- und Türenwerk Rösler aus Schirgiswalde verkauft.

Auf dem Gelände, wo im nächsten Jahr der Straßenbau erfolgen soll, hat sich die Sächsische Spirituosen-Manufaktur schon ein Grundstück gesichert. „Dort sind aber noch etwa 10 000 Quadratmeter frei“, betont Sven Gabriel. Von der neuen Straße profitieren zum anderen auch die Einwohner Kirschaus. Denn wenn sie fertig ist, werden weniger Fahrzeuge – vor allem Laster – durch den Ort rollen.