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Endlich ein größerer Spielplatz für Börtewitz

Drei Jahre hat die Vorbereitung für die Erweiterung an der Kita "Nido" gedauert. Auch wegen Bürokratie, die kaum jemand nachvollziehen kann.

Seit Jahren ist geplant, dass die Kita Börtewitz ein Stück Freifläche dazubekommt und dort vor allem noch Spielgeräte aufgestellt werden, die die Jüngsten fördern und fordern. Jetzt endlich soll die Erweiterung realisiert werden.
Seit Jahren ist geplant, dass die Kita Börtewitz ein Stück Freifläche dazubekommt und dort vor allem noch Spielgeräte aufgestellt werden, die die Jüngsten fördern und fordern. Jetzt endlich soll die Erweiterung realisiert werden. © Dietmar Thomas

Leisnig. Am traurigsten werden wohl die Mädchen und Jungen der Kita „Nido“ in Börtewitz sein, die jetzt in die Schule kommen. Denn sie werden sich auf dem erweiterten Spielplatz nicht mehr austoben können.

Wie Bauamtsleiter Thomas Schröder versichert, soll der Ausbau der Freifläche noch jetzt im Sommer über die Bühne gehen. 

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Manche Eltern werden vielleicht kaum noch daran glauben. Denn schon seit 2017 haben Erzieherteam und Elternrat die Pläne in der Schublade und sind mit Vertretern der Stadtverwaltung über die Realisierung im Gespräch.

Die Stadt Leisnig ist Träger der Einrichtung. Aber, und das ist der Haken: Sie ist noch nicht als Eigentümer des Grundstückes, das für die Erweiterung beansprucht wird, im Grundbuch eingetragen.

Keine Zweifel an Eigentumsverhältnissen

Dabei steht fest, dass der Kommune das Land gehört. Schließlich hat es die damals noch selbstständige Gemeinde Bockelwitz vor mittlerweile mehr als zwölf Jahren gekauft und 2012 bei der Eingemeindung mit in die „Ehe“ nach Leisnig gebracht.

Allerdings stand und steht die Vermessung samt der sich daran anschließenden Änderung im Grundbuch noch aus. Das hat keinen geringeren Grund als die für die Ortschaft laufende Flurneuordnung

Bei der werden die neu verteilten und zugeschnittenen Grundstücke erst relativ spät im Verfahren vermessen und Änderungen in den Grundbüchern eingetragen – zum Nulltarif für die Grundstückseigentümer. 

Klärung nach Plan würde noch Jahre dauern

Sauber geregelt wäre das für die Flächen, auf die der Spielplatz erweitert werden soll, also nicht vor 2022. So lange dauert das Verfahren nämlich mindestens noch, sagte der frühere Bockelwitzer Bürgermeister Michael Heckel, der die Flurneuordnung weiterhin betreut.

Damit die Kinder nicht noch weitere zwei, womöglich aber drei oder noch mehr Jahre warten müssen, wenn sich das Verfahren weiter zieht, ist eine sogenannte 52er-Vereinbarung erwirkt worden. 

Damit können auch Fördermittel aus dem Leader-Programm eingesetzt werden. Die dürfen nur jene beantragen und abrufen, die auch schwarz auf weiß Eigentümer der Fläche oder der Immobilie sind, in die die Förderung fließt.

Bürokratie frisst Geld für Baumbank

Dass die Klärung dieses Problems so lange gedauert hat, ist für Michael Heckel unverständlich. Auch den Stadträten konnte er vor Auftragsvergabe keine plausible Erklärung dafür geben.

Denn sowohl die Flurneuordnungs- als auch die Genehmigungsbehörde für die von der Kommune beantragten EU-Zuschüsse sind beim Landratsamt Mittelsachsen angesiedelt – sogar im selben Haus in Döbeln.

Und auch noch einen anderen Wermutstropfen gibt es: Die geplante Baumbank unter der Platane, auf der sich die Kinder gerade bei solch heißen Temperaturen wie jetzt ausruhen und erfrischen sollten, passte nicht mehr ins Budget.

Denn die Kommune muss jetzt 4.500 Euro zusätzlich für eine Katastervermessung ausgeben. Mit knapp 3.500 Euro ist die Baumbank veranschlagt gewesen. Möglicherweise könnte die gewünschte Bank zu einem späteren Zeitpunkt „nachgerüstet“ werden. 

Kinderwunsch bleibt auf der Strecke

Vorstellbar ist, dass sich dafür Geldgeber finden. Dass es den Eltern gelingt, für dieses Projekt Sponsoren zu finden, hält Michael Heckel für denkbar: „Der Elternverein ist sehr rührig“, bescheinigte er. 

Den Eigenanteil für die Spielplatzerweiterung hatte Kämmerin Andrea Schlehahn bereits im Haushaltsplan für 2019 berücksichtigt. Weil es da noch nicht ausgegeben werden konnte, stimmten die Räte einer Übertragung in 2020 zu.

Übernehmen wird den Aufbau der Spielgeräte für rund 24.000 Euro die Baufirma Reiko Wagner aus Hartha. Laut Thomas Schröder haben sich Erzieher und Eltern ein kleineres Klettergerüst sowie diverse Kleinspielgeräte wie einen Balancierbalken ausgesucht. 

Vor allem an die Jüngsten ist gedacht

Auf der zusätzlichen Fläche ist vor allem an die jüngeren der mehr als 50 Kinder gedacht, die in Börtewitz betreut werden. 

Im Zuge der Bauarbeiten wird das Freigelände der Kita neu eingezäunt. „Der vorhandene Metallzaun entspricht nicht mehr den heutigen Erfordernissen“, begründete der Bauamtsleiter.

 Darin könnten sich die Kinder mit Kleidungsstücken verheddern oder einklemmen. Darauf sei sowohl vom städtischen Sicherheitsbeauftragten als auch von Vertretern der Unfallkasse Meißen hingewiesen worden.

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