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Kita Funtasia bleibt am Mittwoch zu

Bisher hat sich nur eine Einrichtung aus der Region zu dem Streik bekannt. Die Eltern sind geteilter Meinung.

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Von Maria Fricke

Die Kita Funtasia in Altenhof wird am Mittwoch geschlossen bleiben. Die Mehrheit der Erzieher beteiligt sich an den Kundgebungen in Chemnitz, zu denen die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen hat. Dort wollen sich die Erzieherinnen vor allem für die Anerkennung von Berufsjahren einsetzen, wenn jemand eine neue Stelle antritt. Aber auch für die gerechtere Bezahlung, wenn ein Erzieher zusätzlich heilpädagogische Arbeit leistet, sagt Eveline Lischke, die Leiterin der Kita. Sechs Integrativkinder besuchen die Einrichtung in Altenhof, drei von ihnen erhalten eine eins zu eins Betreuung.

Die Eltern werden per Brief und Aushang über den Streik informiert. Für diejenigen, die keine alternative Betreuung für ihr Kind ermöglichen können, gibt es eine Notbetreuung in der Kita. Ein Mädchen, das integrativ betreut werden muss, sei dafür bereits angemeldet. Die Eltern hätten bisher durchaus positiv auf den Streik reagiert. „Nur eine Mutti versteht nicht, dass wir mehr Geld fordern. Die anderen haben zu 95 Prozent gesagt: Das macht ihr richtig.“ Insgesamt 41 Kinder werden derzeit in Altenhof betreut.

Falka Oldenburg hat eine vierjährige Tochter in der Einrichtung. Zu dem Streik hat sie eine geteilte Meinung: „Einerseits ist es das gute Recht der Erzieher, für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen zu streiken“, sagt die vierfache Mutter. Der Beruf der Erzieher sei schließlich sehr wertvoll. Auf der anderen Seite gebe es aber auch viele Berufsgruppen, wie Krankenpfleger und -schwestern oder Handwerker, die ebenfalls das Recht dazu haben sollten, zu streiken. Die Betreuung ihres Kindes kann sie am Mittwoch selbst übernehmen. „Ich arbeite vor allem nachmittags und abends, da geht das. Bei anderen sieht das anders aus“, weiß Oldenburg.

Die Altenhofer Kita ist bislang die einzige, die am Mittwoch definitiv bestreikt wird. Andere Kitas, die in der vergangenen Woche noch unsicher waren oder ihre Bereitschaft signalisiert hatten, hielten sich bislang zurück. Petra Hüttner, die Leiterin der Kita in Ostrau, wartete am Mittwoch immer noch auf die Elternbriefe von Verdi. Inzwischen sei es zu kurzfristig, um am 20. Mai die Kita zu bestreiken. „Wir werden uns nicht beteiligen“, sagte Hüttner gegenüber dem DA. Streikbereit wären zwar auch die Erzieher der Kita Haus der kleinen Füße in Polkenberg gewesen. Doch aus organisatorischen Gründen sei eine Arbeitsniederlegung am Mittwoch nicht möglich. Die Kita in Mockritz, die in der vergangenen Woche deutlich machte, ebenfalls an den Streiks mitzuwirken, wollte sich auf eine erneute Anfrage nicht äußern.

Wie viele Erzieher sich aus Döbeln beteiligen, blieb bis Mittwoch unklar. Einige Einrichtungen erteilten keine Auskunft, in anderen waren noch Gespräche nötig. Der Stadtverwaltung sei bisher kein Streik gemeldet worden, so Sprecher Thomas Mettcher. Im Vorfeld hatte keine Kita aus Döbeln Streikbereitschaft signalisiert.

Bei einer Personalversammlung am Dienstag könnten einige ihre Meinung geändert haben. Vor Ort war auch Stefan Zierer, Fachbereichssekretär für den Bereich Chemnitz/Erzgebirge von Verdi. „Wenn die Erzieher sich an dem Streik beteiligen wollen, sollen sie nicht warten, bis die Gewerkschaft auf sie zukommt“, sagt Zierer.

Für Diskussionen in anderen Kommunen, in denen bereits gestreikt worden ist, sorgen derzeit Forderungen der Eltern, die ihren Elternbeitrag für die Kitas zurückverlangen. Sonja Heier vom Hauptamt der Stadt Leisnig: „Ich sehe keinen Grund, die Beiträge zurückzuzahlen, wenn die Eltern den Streik hinnehmen.“

Kontakt Stefan Zierer 0162 9240536