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Kita sichert Existenz mit erweitertem Angebot

Die Mädchen und Jungen der Kinderburg feiern zwar: Wir werden älter! Insgesamt verjüngt sich die Einrichtung in Gleisberg aber – mit Erfolg.

Hugo, Lina, Finn, Hannes und Liam (von links) helfen Sven Kempe, das neue Spielhaus aufzubauen. Sein Geschenk ersetzt ein Häuschen, das ein Sturmopfer geworden ist.
Hugo, Lina, Finn, Hannes und Liam (von links) helfen Sven Kempe, das neue Spielhaus aufzubauen. Sein Geschenk ersetzt ein Häuschen, das ein Sturmopfer geworden ist. © Lars Halbauer

Roßwein/Gleisberg. Es ist ein riesiger Karton, den Sven Kempe, Chef des Seifersdorfer Handwerksbetriebes Klempnerei & Sanitär Schulze, in den Garten der Gleisberger Kindereinrichtung „Kinderburg“ schleppt. 

Während er eine Bauanleitung für das Spielhaus, das sich in der Pappe befindet, ausbreitet und mit einem Helfer die ersten Bauteile zurechtlegt, schauen die Kinder neugierig durch die Scheiben der Tür zum Garten. Doch schon bald hält sie nichts mehr. Sie stürmen ins Freie und greifen auch, kaum hat es Sven Kempe gesagt, zum Handwerkszeug.

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Vor allem die Größeren dürfen beim Aufbau der neuen Errungenschaft für den Garten helfen. Kempes Sohn hat sich dafür Arbeitshandschuhe angezogen. Er kommt am Sonnabend in die Schule. „Das ist das Abschiedsgeschenk für uns“, erklärt Kita-Leiterin Carola Rothe. 

Sie weiß jetzt schon: „Wir werden die Schulanfänger hier vermissen. Auf sie war wirklich Verlass. Wir konnten ihnen durchaus Aufgaben übertragen.“ Die Gleisberger Einrichtung sei eine kleine. Daher sollten und müssten alle mit anpacken: von den Kindern über die Eltern bis hin zu den Erziehern, die bei Arbeitseinsätzen zusammen mit Müttern und Väter so manchen Sonnabend im Freigelände zupacken.

Sieben Schulanfänger verabschieden die Erzieherinnen jetzt. Ein Zuckertütenfest, wie sonst vielerorts üblich, feiern die Gleisberger aus diesem Grund aber nicht. „Bei uns heißt das Fest ,Wir werden älter‘ und da dürfen alle mitfeiern: Aus den Flöhen werden Käfer, aus den Käfern Bienchen und so weiter“, sagt Carola Rothe. Alle sechs Altersgruppen haben Tiernamen. Die sind auf einer Medaille zu sehen. Und die gibt es zum „Wir werden älter-Fest“.

Für die Ältesten in der Einrichtung fährt die Feuerwehr vor. Auf den Sitzen, die sonst den Einsatzkräften vorbehalten sind, liegen die Zuckertüten für die Schulanfänger. Die schauen schon seit dem frühen Morgen erwartungsvoll jeden an, der zur Eingangstür hereinkommt.

Sechs Altersgruppen werden übrigens noch nicht immer in der „Kinderburg“ betreut. „Wir nehmen jetzt auch Mädchen und Jungen ab einem Jahr auf“, so die Leiterin. Das sei vorher anders gewesen. Da mussten die Eltern warten, bis ihr Nachwuchs zwei Jahre alt ist, bevor sie ihn in Gleisberg bereuen lassen konnten.

„Wir sind wie gesagt mit etwas mehr als 20 Kindern eine sehr kleine Einrichtung. Und bei rückläufigen Anmeldezahlen mussten wir uns überlegen, was wir ändern können, um das Haus zu erhalten“, erklärt Carola Rothe die Öffnung für noch jüngere Krippenkinder.

Um sie aufnehmen zu können, wurden die sanitären Voraussetzungen schon vor einiger Zeit geschaffen. Und durch die Umgestaltung eines großen Gruppenzimmers haben jetzt auch die Jüngsten einen eigenen Schlafplatz mit der Möglichkeit, vier Kinderbetten aufzustellen. Vier ab Einjährige dürfen die Erzieherinnen betreuen. Hinzu kommen noch einmal vier Zweijährige.

„Die Eltern nutzen das Angebot so gut, dass wir bis September 2021 ausgelastet sind, wenn wirklich alle angemeldeten Kinder kommen“, freut sich die Leiterin. Die Einrichtung reagiere mit den Änderungen auch darauf, dass junge Eltern immer früher in den Beruf zurückkehren wollen oder müssen.

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