merken
PLUS

Radeberg

Corona: Ottendorf verlängert Kita-Betreuung

An der bisherigen Regelung hatte es Kritik gegeben. Jetzt sind die Zeiten in den Einrichtungen allerdings unterschiedlich.

In den Kitas in Ottendorf werden Kinder ab Montag wieder länger betreut. Allerdings sind die Regelungen in den Einrichtungen unterschiedlich.
In den Kitas in Ottendorf werden Kinder ab Montag wieder länger betreut. Allerdings sind die Regelungen in den Einrichtungen unterschiedlich. © Bernd Thissen/dpa

Ottendorf-Okrilla. Die Diskussionen waren heftig: Vor einer Woche hatte die Gemeindeverwaltung Ottendorf-Okrilla angekündigt, die Kitas im Ort wieder für alle Kinder zu öffnen, allerdings nur von 8 bis 14 Uhr. In den sozialen Netzwerken gab es dutzende Kommentare. „Von 8 bis 14 Uhr. Das geht nicht. Ich bin alleinerziehend und schaff es definitiv nicht bis 14 Uhr“, schrieb beispielsweise eine Mutter. Sogar zu einer Demo wurde aufgerufen.

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Anzeige
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft
Sie sind gefragt: Umfrage zu #ddvlokalhilft

Wir wollen herausfinden, wie die Sachsen in der Krise einkaufen und wie wichtig lokale Hilfsprojekte wie #ddvlokalhilft bei der Unterstützung des Handels sind.

Schon damals hatte Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) angekündigt, die Situation in den Kitas genau zu beobachten und gegebenenfalls die Betreuungszeiten zu erweitern. Ottendorf-Okrilla betreibt insgesamt vier Kindertagesstätten. Jetzt ist es soweit, die Gemeinde passt die Betreuungszeiten an. „Der Gesetzgeber ermöglich jetzt ja größere Gruppen beziehungsweise Infektionszonen zu bilden. In Beratungen von Kitaleitung, der Verwaltung und Elternvertretern haben wir geschaut, was möglich ist und Erweiterungen festgelegt. Allerdings werden die Zeiten in den einzelnen Einrichtungen unterschiedlich sein“, sagte der Bürgermeister.

 Nach seinen Angaben ist ab Montag der „Waldkindergarten“ in Ottendorf von 7 bis 16 Uhr geöffnet, die Kitas „Sonnenhügel“ und „4 Jahreszeiten“ in Hermsdorf jeweils von 7.30 bis 15 Uhr und das „Zwergenland“ in Medingen von 7 bis 16 Uhr. Kinder können in diesen Einrichtungen auch wieder frühstücken und eine Vespermahlzeit einnehmen, teilt die Gemeinde mit. Grund für die unterschiedlichen Öffnungszeiten ist laut Michael Langwald die unterschiedliche räumliche Situation in den Kitas und die Personalressourcen. „Unser Ziel ist es, Betreuungszeiten wie vor der Corona-Krise anzubieten. Das ist aber momentan nicht möglich“, sagt er.

Mehr zum Coronavirus in der Region:

 Diese neuen Öffnungszeiten gelten bis auf Weiteres, so der Bürgermeister. Außerdem hat die Gemeinde mit den Eltern vereinbart, dass sie auf Wunsch den Betreuungsvertrag ruhen lassen können. „Sie müssen uns das schriftlich mitteilen. dann können sie sich selber um die Betreuung ihrer Kinder kümmern, die Kita-Gebühren entfallen natürlich in dieser Zeit. Ihr Kitaplatz bleibt für sie erhalten.“ Die Regelung soll vorerst bis Ende Juli gelten. „ Erstaunlich viele Eltern haben sich bereits für diese Variante entschieden. Vielleicht sind sie ja im Homeoffice oder können die Betreuung auf andere Art abdecken.“

Unterdessen tun die Kita-Mitarbeiter weiterhin alles dafür, um Ansteckungen zu vermeiden. So wird es im Waldkindergarten weiterhin vier Ein- und Ausgänge geben, teilweise über Terrassentüren. Eltern werden gebeten, bei der Abgabe ihrer Kinder Mundschutz zu tragen. Eltern müssen täglich schriftlich versichern, dass bei ihren Kindern oder Mitbewohnern keine Corona-Krankheitssymptome vorliegen.Die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die in Radeberg, Liegau, Wachau, Lomnitz, Langebrück und Schönborn sechs Kitas betreibt, hatte bereits in der vergangenen Woche einheitlich eine Betreuungszeit von 7 bis 16 Uhr angeboten. 

Das gleiche galt für die zwei Kitas der Volkssolidarität in Radeberg. Auch hier wird seit einigen Tagen eine Betreuung von 7 bis 16 Uhr angeboten. „So können die Vorgaben, wie das feste Zusammenbleiben der Gruppen mit denselben Erzieherinnen in denselben Räumen, erfüllt werden“, sagte damals Ulrike Keller vom Regionalverband Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen. Kultusminister Christian Piwarz  (CDU) hatte die Wiedereröffnung der Kitas am 18. Mai vor allem mit der Belastung der Familien begründet. Nach acht Wochen Betreuung zu Hause und zudem oft noch Arbeit im Homeoffice hätten viele ihre Grenzen erreicht, sowohl Eltern als auch Kinder. Außerdem hätten Unternehmen auf eine Rückkehr ihrer Arbeitskräfte gedrängt.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per Email. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg