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Kitareparatur zieht sich hin

Der Bau ist noch relativ neu, hat aber Probleme. Deshalb musste die Solaranlage vom Dach. Gemeinderäte sorgen sich um den finanziellen Verlust.

Neben der Nünchritzer Bienen-Kita liegen schon seit Längerem die Halterungen der demontierten Solaranlage. Sie könnte aber bald aufs Dach zurückkehren.
Neben der Nünchritzer Bienen-Kita liegen schon seit Längerem die Halterungen der demontierten Solaranlage. Sie könnte aber bald aufs Dach zurückkehren. © Andreas Weihs

Nünchritz. Gut fünfeinhalb Jahre ist die Nünchritzer Bienen-Kita inzwischen in Betrieb. Mängelfrei ist der seinerzeit 3,5 Millionen Euro teure Neubau mit der wabenförmigen Architektur und Platz für bis zu 173 Kinder leider nicht gewesen: Schon vor einiger Zeit waren Feuchtigkeitsflecken an Decken und Außenwänden entdeckt worden. Die Ursachensuche führte zunächst zum Dach. Das sei teilweise undicht, hatte Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) vor fast genau einem Jahr erklärt.

Seither sind Reparaturarbeiten gelaufen. Beendet sind sie nach wie vor nicht. Grund für Gemeinderäte, bei der konstituierenden Ratssitzung am Montag nachzufragen, wie denn der Stand ist.

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Grundsätzlich sei die zuständige Firma aber bereit, das Problem zu lösen, so Bauamtsleiter Uwe Riedel. Derzeit würden noch einige rechtliche Fragen geklärt.

Das Ganze hat laut Riedel einen längeren Vorlauf: Als die Feuchtigkeitsschäden in der Kita sichtbar wurden, war zunächst vermutet worden, dass das Problem vom Dach herrührt. Nachdem die Dachdeckerfirma begonnen habe, Schäden zu beseitigen, sei herausgekommen, dass es wohl der Anschluss zur Außendämmung ist, von dem das Problem herrührt. Für den sei aber eine andere Firma verantwortlich – jene, die derzeit noch mit der Klärung rechtlicher Fragen beschäftigt ist.

Nünchritzer Gemeinderäte machen sich indes ganz andere Sorgen, nämlich, welcher Verlust der Kommune durch den Ausfall der Stromproduktion entsteht. Denn die Fotovoltaik-Anlage auf dem Kitadach hatte zum Ersten gehört, was für die Reparaturarbeiten am Dach demontiert werden musste. Die Anlage ist bis heute außer Betrieb.

Ein Ertrag von etwa vier- bis sechstausend Euro ist der Gemeinde in diesen letzten zwei Jahren nach eigenen Angaben entgangen. In der Verwaltung hält man das für verschmerzbar. Denn für den Fall, dass die beteiligten Baufirmen vor Gericht gezogen wären, seien diese Beträge im Vergleich zu den Prozesskosten gar nichts, heißt es aus dem Rathaus, wo man nach eigenen Angaben schon Erfahrungen in diese Richtung machen musste und wo man froh ist, dass bisher alles ohne Gerichtsstreit läuft.

Kommt es nicht noch zu neuen Entwicklungen, solle der Dämmungsanschluss bis etwa Ende Oktober korrekt hergestellt werden, so die Gemeinde. Zwar seien sich alle Beteiligten sicher, dass es der fehlerhafte Anschluss zur Außendämmung war, der das Feuchtigkeitsproblem verursacht hatte. 

Letzte Gewissheit sollen aber Untersuchungen nach Reparaturende bringen. Dafür soll ein Stück Dach offenbleiben, um im Herbst, bei sinkenden Außentemperaturen, einen Blick auf die sonst unzugängliche Konstruktion werfen zu können. Erweist sich das Kondenswasserproblem dann als gelöst, kann dieses „Blickfenster“ verschlossen und anschließend auch die Solaranlage wieder aufs Dach gebaut werden. 

Die Nünchritzer Kitakinder dürften von all dem wenig mitbekommen, denn der Kitabetrieb ist trotz der Arbeiten normal weitergelaufen. Nur ein paar Knirpse hatten kurz aus ihren Gruppenräumen ausziehen müssen, als dort die Feuchtigkeitsflecken überstrichen worden waren.

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