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Pirna

Kitas und Schulen verschärfen Hygiene

Nach dem Corona-Fall im Landkreis: Einrichtungen stellen Desinfektionsspender auf. Lehrer behandeln das Thema im Unterricht.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden Kitas und Schulen mit zusätzlichen Desinfektionsmitteln ausgestattet.
Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden Kitas und Schulen mit zusätzlichen Desinfektionsmitteln ausgestattet. © Steffen Unger

Als Reaktion auf den bestätigten Corona-Fall und die Verdachtsfälle im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind seit Montag in den Kindergärten und Schulen die Hygienemaßnahmen verschärft worden. Wie Jan Petrick vom ASB-Ortsverband Königstein/Pirna mitteilt, sind beispielsweise die acht ASB-Kitas in Pirna, Königstein und Heidenau mit zusätzlichen Desinfektionsmitteln ausgestattet worden. An der Friedrich-Schiller-Oberschule in Neustadt gibt es im Eingangsbereich nun Desinfektions-Spender. Jedes Kind müsse sich dort regelmäßig die Hände reinigen, sagt Schulleiter Klaus Anders. Zudem würden die Klassenlehrer ihre Schüler über das Virus im Unterricht aufklären.

Am Montag haben außerdem alle Schulen und Träger von Kindertagesstätten im Landkreis ein Schreiben zum Umgang mit dem Coronavirus erhalten. Darin geht es um Verhaltensregeln für Eltern und Kinder, verfasst vom Sächsischen Landesamt für Schule und Bildung. Wenn Eltern bei ihren Kindern zum Beispiel feststellen, dass sie an Husten, Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und Durchfall leiden, sollen sie nicht zur Schule kommen, sondern telefonisch beim Kinderarzt einen Termin vereinbaren. Außerdem sollen Eltern das Gesundheitsamt und die Schule über den Zustand ihres Kindes informieren, heißt es.

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Das Schreiben wurde nicht nur an Kindereinrichtungen im Landkreis geschickt. „Alle Schulen und Kitas im Freistaat sind sensibilisiert und informiert“, sagt Susann Meerheim vom Sächsischen Kultusministerium. Verdachtsfälle müssten demnach unverzüglich dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. „Als begründete Verdachtsfälle sind insbesondere Personen mit Atemwegssymptomatik zu betrachten, die sich in den letzten 14 Tagen entweder in Risikogebieten aufgehalten haben oder engeren Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten oder haben“, sagt Meerheim. Alle weiteren Entscheidungen würde dann das Gesundheitsamt treffen.

Das Glückauf-Gymnasium mit seinen beiden Standorten in Dippoldiswalde und Altenberg hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die den Fall vorbereitet, dass die Schule geschlossen werden müsste. „Dann versorgen wir die Schüler über eine geschlossene Internetplattform mit Aufgaben, damit sie zu Hause lernen können“, sagt Schulleiter Volker Hegewald. Das würde helfen, die ersten Tage zu überbrücken. Die Entscheidung, ob die Schule wegen Infektionsgefahr geschlossen wird, müsste jedoch das Landratsamt als Schulträger zusammen mit der Landesregierung treffen.

Die Sorgen der Wirtschaft

Der Coronavirus könnte zu Kurzarbeit führen. Alarmiert ist auch das Arbeitsamt in Pirna.

Unternehmen im Landkreis schauen mit Sorge auf die Ausbreitung des Coronavirus. Erste Firmen sind betroffen, auch wenn sie keine Krankheitsfälle melden. Dazu gehört die in Heidenau ansässige Holzindustrie Dresden. „Bei einer weiter so schnellen Ausbreitung des Virus wird es zu Rückgängen im Bereich Export kommen“, sagt Vertriebs- und Kundenserviceleiter Mike Auris. Der Warenverkehr würde eingeschränkt, mögliche Reisebeschränkungen diverse Auftragsprojekte zum Stillstand bringen. 

Aktuell bemerken die Heidenauer noch keinen rückläufigen Trend beim Export. Doch vor allem die Maschinen-und Anlagenbauer in der Region sehen etwas besorgt in die Zukunft, sagt Auris. Im schlimmsten Fall könne es bei der Holzindustrie zu Kurzarbeit führen. „Alles hängt in den nächsten Wochen davon ab, welche Maßnahmen die jeweiligen Regierungen treffen. Keiner weiß so richtig, was einen erwartet, und genau diese Ungewissheit ist für alle beunruhigend.“

Bei der Arbeitsagentur in Pirna werden bereits Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Neben den Handdesinfektionsspendern, die inzwischen auch auf Kundentoiletten stehen, gibt es für arbeitsuchende Kranke eine aktuelle Regelung: Sie werden lediglich registriert und auf eine erneute Meldung – nachdem sie wieder gesund sind – hingewiesen. Einfache Anliegen könnten zudem telefonisch oder online geklärt werden, sagt eine Sprecherin. 

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