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Klangerlebnis zwischen Jazz und Bach

Für die Collagen-Klangbilder von Almuth Grimmer (piano) und Frank Nestler (saxophon) bietet die Räumlichkeit auf Schloss Klippenstein am Freitag den idealen Rahmen zum Musizieren. Grimmer und Nestler,...

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Von Angelika Gütter

Für die Collagen-Klangbilder von Almuth Grimmer (piano) und Frank Nestler (saxophon) bietet die Räumlichkeit auf Schloss Klippenstein am Freitag den idealen Rahmen zum Musizieren. Grimmer und Nestler, die aus unterschiedlichen Musikrichtungen kommen, fügen verschiedene musikalische Materialien aus vergangenen Jahrhunderten gekonnt mit jazzigen Klängen zusammen.„Die gemeinsamen Konzerte mit Almuth bringen für mich einen besonderen Farbton, da ich von der Jazzmusik komme“, sagt Frank Nestler. Für die Musikerin, die neben ihrem klassischen Studium als Kirchenmusikerin noch ein Jazzpiano Examen an der Musikhochschule in Dresden absolviert hat, öffnet diese musikalische Vielfalt neue Räume. „Nur Kirchenmusik ist für mich als Ausdrucksmöglichkeit zu begrenzt“, so Almuth Grimmer. Das ein bekanntes Weihnachtslied wie „Es kommt ein Schiff geladen...“ sich mit Jazzelementen vermischen lässt und ein lateinamerikanisches Kinderlied durchaus mit einem Bach-Choral harmonieren kann, zeigen die beiden Musiker. Die Lust am experimentieren und improvisieren hört und sieht man der Pianistin und dem Saxophonisten während ihres Konzertes an. Grimmer und Nestler, die seit drei Jahren zusammen spielen, ergänzen sich hervorragend. Bei den meisten Arrangements und Kompositionen ist Almuth Grimmer, die seit 1997 freischaffend arbeitet, federführend. In Kompositionen wie den „vier Jahreszeiten“, die über einen längeren Zeitraum entstanden sind, verarbeitet sie Reiseerlebnisse und emotionale Eindrücke. „Bei dem Stück ,summertrain' klingen die Geräusche des D-Zuges von Paris nach Dresden in mir nach“, sagt die Komponistin. Auffallend bei beiden Musikern ist, dass sich ihre technisch gekonnten Darbietungen mit viel Gefühl und Freude am musizieren paaren. Frank Nestler studierte ebenfalls an der Musikhochschule in Dresden. Er arbeitet seit 1985 freiberuflich als Mitglied bei der Jazzband „Sax-Quartett Dresden“. Almuth Grimmer und Frank Nestler nehmen Lehraufträge am Heinrich-Schütz-Konservatorium und an der Musikhochschule wahr.Ständiger Wandelder Konzert„Von dem ursprünglichen Programm unserer Collagen-Klangbilder sind nur drei Titel geblieben“. Ihre Konzerte sind einem lebendigen Wandel unterworfen. Die Musiker tauschen beispielsweise frühere Titel gegen Eigenkompositionen aus. Klangbilder wie die Komposition „generations“ von Grimmer oder „exotic dance“ von Nestler lassen bei den Zuhörern eigene Assoziationen entstehen. Ihre Musik verleitet manchmal zum Träumen.Der Beifall durch das Publikum am Ende der genussvollen musikalischen Darbietung ist verdient. Katja Altmann, Schlossherrin von Klippenstein, ist über das gut besuchte Konzert sichtlich froh gewesen. Gibt es ihr doch die Möglichkeit, nicht nur an Festtagen dem Publikum aus Radeberg und der Region weiterhin interessante und moderne Musikinterpretationen anzubieten.