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Klappe, die Erste

Dreharbeiten. Derzeit wird im Landkreis der Fernsehfilm „Liebe auf vier Pfoten“ gedreht. Zu sehen ist der Streifenvoraussichtlich 2007.

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Von Jan Lange

Da half alles Klopfen auf Holz nichts. Am späten Donnerstagnachmittag zogen am Oybiner Himmel Regenwolken auf und sorgten für eine kurzzeitige Unterbrechung der Dreharbeiten. Einige Stunden zuvor hatte Produzentin Natalie Scharf das sommerliche Wetter noch gelobt. „Die Sonne lacht, was uns bei einem ‚Naturfilm‘ zugute kommt“, sagt sie.

Doch nun war schnelles Reagieren gefragt. Mit einer blauen Plane wurde der kleine Felsvorsprung abgedeckt, denn der Drehort an den Rosensteinen musste trocken bleiben – im Film regnet es ja auch nicht. Eine knappe Viertelstunde später lichteten sich die Wolken, und das Filmteam konnte wieder seiner Arbeit nachgehen. Auf dem Programm stand eine Kampfszene zwischen den beiden Darstellern Michael Kind und Florian Fitz – hatte bereits vor fünf Jahren im Landkreis den MDR-Film „Die Braut meines Freundes“ gedreht. Was im Film nur wenige Sekunden dauert, braucht seine Zeit, bis es im Kasten ist. Schließlich soll am Ende alles echt aussehen. Dafür sorgt ein eigener Stuntkoordinator, der den zwei „Kämpfenden“ immer wieder Tipps gibt und sie bei ihren Bewegungen berät. Grund für den Kampf sind zwei kleine Luchse, die Gandolf (Michael Kind) töten will.

Die Tiere selbst spielten in der Kampfszene nicht mit, kamen allerdings einige Stunden später – als bereits die Nacht eingebrochen war – zum Einsatz. „Sie haben keine Aufgaben, spielen nur miteinander“, beschreibt Natalie Scharf die Rolle der beiden jungen Luchse. Schon öfter arbeitete die Produzentin mit Tieren zusammen. In jedem ihrer Filme spielen sie aber keine Rolle, auch wenn Tiere bekanntlich die Einschaltquoten steigern. „Es kommt auf die Geschichte an“, erklärt sie.

Bei „Liebe auf vier Pfoten“ sind die Luchse jedenfalls der Aufhänger der Filmstory – und gleichzeitig deren Auslöser. „Ich habe gelesen, dass es in der Oberlausitz zurückkehrende Luchse gibt. Das fand ich sehr spannend“, erzählt Natalie Scharf, die auch das Drehbuch geschrieben hat. Für sie war es deshalb von Anfang an klar, dass die Geschichte auch im Südosten Sachsens spielen muss. Eine Herausforderung war es nach ihren Worten, das Ganze mit einer Liebesgeschichte zu verknüpfen. „Drei Monate hat es von der Idee bis zum fertigen Drehbuch gedauert“, berichtet die Fernsehspielchefin des Mitteldeutschen Rundfunks, Jana Brandt. „Es gab einfach eine gute Grundidee“, ergänzt sie mit Blick auf die schnelle Erarbeitungszeit. Auch Siegfried Rauch – bekannt als Kapitän des „Traumschiffs“ – findet die Geschichte gelungen und nahm das Rollenangebot deshalb sofort an. Der 73-Jährige ist dabei keine Ausnahme, laut Brandt hat die „erste Wahl gleich zugesagt“.

Im Oktober wird der 90-Minüter dann komplett fertig sein, und voraussichtlich 2007 in der ARD ausgestrahlt. Da es sich bei dem Fernsehfilm um eine Koproduktion mit dem ORF handelt, wird er auch im österreichischen Fernsehen zu sehen sein – hier wahrscheinlich schon im kommenden Jahr. Seit einigen Jahren dreht der MDR immer wieder gemeinsame Filme mit dem ORF. „Es sind zwei Produktionen pro Jahr“, stellt Jana Brandt dar. „Eine davon spielt jeweils in Mitteldeutschland, die andere in Österreich. Idealerweise kommen Drehorte in beiden Ländern vor.“ So auch bei „Liebe auf vier Pfoten“. Da die Hauptfigur aus Salzburg stammt, wird auch fünf Tage in der Mozartstadt gedreht. Siegfried Rauch wird dann nicht mehr dabei sein, seine Dreharbeiten endeten bereits am gestrigen Freitag. Mit einem sehr guten Eindruck von der Oberlausitz kehrt er nun wieder in seine bayerische Heimat zurück. „Ich habe überhaupt nicht gewusst, wie schön es hier ist“, sagt er.