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Klassenzimmer wird zum Proberaum

Engagierte Jugendliche wollen in der Arnsdorfer Plattenbauschule einen Ort für Musik, Tanz und Theater schaffen.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Arnsdorf. Jonathan, Adrian und Friedel haben ihre Chance genutzt. Die Chance, in Arnsdorf etwas zu verändern. Mitzumischen. Ihre Ideen umzusetzen und somit etwas für sich zu schaffen. Geboten hat ihnen diese Möglichkeit der Verein „Arnsdorf hilft“, der gemeinsam mit dem Netzwerk für Kinder und Jugendarbeit im Oktober ein Jugendforum in der Arnsdorfer Mensa durchgeführt hat. Und dort reifte in den vergangenen Monaten die Idee für einen Hobbyraum heran. „Wir haben eine Band, mit der wir momentan in einem kleinen Schuppen proben. Allerdings ist dort sehr wenig Platz“, erklärt Jonathan den Grund für ihren Wunsch nach einem Hobbyraum. Der könnte natürlich vielseitig genutzt werden – so zum Beispiel von befreundeten Breakdancern der Jungs, die ebenfalls gern einen Raum zum Üben hätten. Auch Theatergruppen könnten hier mit unterkommen.

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Wenn die Jungs mit ihrer Band in der Plattenbauschule proben, stören sie niemanden im näheren Umfeld und können die Verstärker aufdrehen.
Wenn die Jungs mit ihrer Band in der Plattenbauschule proben, stören sie niemanden im näheren Umfeld und können die Verstärker aufdrehen. © Steffen Unger

Stets an der Seite der 15-jährigen Jugendlichen war und ist Sozialpädagoge Torsten Kluge vom Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit. Er hat gemeinsam mit den Jungs das Konzept erarbeitet und nach Räumlichkeiten in der Gemeinde Ausschau gehalten. Favorit: ein ehemaliges Klassenzimmer in der Plattenbauschule. Hier könnten sich die Jugendlichen auf 50 Quadratmetern austoben, hätten Strom- und Wasseranschlüsse sowie Toiletten zur Verfügung. Außerdem würden sie niemanden stören, wenn sie die Bässe und Verstärker aufdrehen. Und: Die Plattenbauschule ist zentral gelegen und somit für alle gut erreichbar.

Das Konzept ist also erarbeitet und ein Raum gefunden. Nun gilt es, die rechtlichen und finanziellen Aspekte zu klären. Grundsätzlich wollen die Jugendlichen das umfunktionierte Klassenzimmer künftig Freitag nach der Schule sowie am Samstagnachmittag nutzen. „Dafür müssen wir jetzt gemeinsam eine Hausordnung erarbeiten“, erklärt Torsten Kluge. Sprich: Was ist in dem Raum gestattet, wie erfolgt die Reinigung und wie sind die Regeln beim Thema Zigaretten und Alkohol? Doch die wichtigste Frage: Wie läuft die Vermietung ab? Schließlich sind die Jungs noch minderjährig.

Hier möchte der Verein „Arnsdorf hilft“ unterstützend einspringen und die Trägerschaft für die Nutzung des Raumes übernehmen. Somit muss nur noch die Frage der Betriebskosten geklärt werden. Die liegen bei circa 600 Euro im Jahr. Wie sie das Geld aufbringen, müssen sich Adrian, Jonathan und Friedel nun überlegen. Torsten Kluge hat erste Ideen angeregt. So könnten beispielsweise Fördermittel über eine Jugendstiftung beantragt werden. Oder die Jungs gehen auf Sponsorensuche. Das liegt nun bei ihnen. „Im schlimmsten Fall müsst ihr euer Taschengeld opfern“, so der Sozialpädagoge lachend. Aber das wird wohl kaum passieren – obwohl die Jungs für ihren lang ersehnten Proberaum wohl auch das tun würden.

Doch zunächst sind im Juni zwei Treffen angesetzt, bei denen die Jugendlichen die angesprochene Hausordnung auf den Weg bringen wollen. Ein zweites Treffen soll in größerer Runde erfolgen, bei der auch die Mitglieder des Vereins „Arnsdorf hilft“ dabei sein wollen, um Feinheiten der Zusammenarbeit abzusprechen – wie zum Beispiel die Frage nach der Schlüsselverwaltung. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die Jungs bereits im Herbst ihre ersten Bandproben in der Plattenbauschule durchführen. Im nächsten Jahr wird es dann die Aufgabe der Jugendlichen sein, ihren Raum zu gestalten und einzurichten. Also Sitzmöglichkeiten zu organisieren. Spiegel für die Tänzer anzuschaffen und vielleicht sogar eine kleine Bühne zu bauen – je nachdem, welche Gruppen die drei Jungs noch unterstützen und Arnsdorfs neuen Hobbyraum dann ebenfalls nutzen möchten.