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Klaus Scharfschwerdt als Vorbild

Die Ferien hat Domenic richtig ausgekostet. Oft zieht es den Elfjährigen ins nahe gelegene Masseneibad. Dort kann er sich nach Herzenslust im Wasser und auf den Spielflächen austoben. Er ist einfach ständig in Bewegung.

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Von Verena Mann

Die Ferien hat Domenic richtig ausgekostet. Oft zieht es den Elfjährigen ins nahe gelegene Masseneibad. Dort kann er sich nach Herzenslust im Wasser und auf den Spielflächen austoben. Er ist einfach ständig in Bewegung. Auch als er im Poeseschen Wohnzimmer von seiner großen Leidenschaft, dem Schlagzeug spielen, erzählt, redet er gewissermaßen mit Händen und Füßen. Er springt vom Tisch auf und steigt auf den gleich daneben stehenden Hometrainer und bewegt, ohne seinen Sprachfluss zu unterbrechen, munter und locker Arme und Beine im Takt des Sportgerätes. Kein Wunder, dass der musikalische Junge sich das Schlagzeug als Musikinistrument auserkoren hat. „Schon als kleiner Junge habe ich oft meine Quirle und Kochlöffel gesucht“, erzählt Mutter Poese. Bald kam sie dahinter, dass sich der Sohnemann aus Kartons ein Schlagzeug gebaut hatte, und die Holzstiehle der Kochlöffel sich dafür als ideale Schlegel erwiesen. Schon bei der musikalischen Früherziehung im Kindergarten war Domenic´s musische Ambition sichtbar geworden. Deshalb begann er, eine Ausbildung am Keyboard. „Doch ich wollte doch viel lieber lernen, wie man richtig Schlagzeug spielt“, erinnert er sich an diese Zeit. In der Bischofswerdaer Musikschule „Harmonie“ fanden die Poeses vor etwa zwei Jahren in Thomas Schulze einen geeigneten Lehrer. „Der ist immer gut drauf“, strahlt der Junge und erzählt auch schon vom diesjährigen gemeinsamen Sommerlager der Musikschüler. „Mit all unseren Instrumenten ging es an einen Stausee in der Nähe von Hohnstein-Ernsttal.

Bloß diesmal“, und das findet Domenic noch heute doof, „hat sich ein Anwohner gleich beim Anblick des Schlagzeugs wegen angeblicher Lärmbelästigung beschwert. Noch immer richtig ärgerlich sagt er: „Aber dabei stimmt das gar nicht. Herr Schulze hat es ausprobiert. Wir haben gespielt, und dort wo der Mann wohnt, da hat man fast nichts gehört.“

Im kleinen Musizierstübchen unter den Dachschrägen des ehemaligen Bauernhofes, wo Domenic mit seinen Eltern und Großeltern wohnt, haut er dann extra für die SZ mal so richtig auf die Pauke und lässt die neuen, goldblitzenden Becken erklingen.

Für das Preisgeld, welches Domenic beim Sparkassen-Talente-Wettbewerb „Kannste was - wirste was“ gewann, kaufte er sich den neuen Beckensatz. „Dagegen klingen die alten wie ein paar Topfstürzen“, schwärmt der kleine Schlagzeuger stolz von seinem Neuerwerb. Und noch etwas zaubert dem angehenden Fünftklässler der Stolpener Ludwig-Renn-Schule ein unvergleichliches Strahlen in die Augen. Er konnte nämlich im Bautzener Kornmarktcenter kürzlich sein großes Vorbild treffen.

Für Klaus Scharfschwerdt, der seit 1979 hinter dem Schlagzeug bei der DDR-Kultband „Pudhys“ sitzt, schwärmt der kleine Seeligstädter absolut. „Der hat zu mir gesagt, ich sei schon richtig gut für mein Alter“, erzählt Domenic stolz von der Begegnung mit seinem Idol. Dass der Junge wirklich schon richtig gut ist, haben auch eine ganze Reihe Seeligstädter schon zu hören bekommen. Sei es beim Dorffest, oder wenn mal gerade in der Nachbarschaft ein Familienjubiläum ins Haus steht, lässt sich Domenic Poese nicht lange bitten, baut seine „Schießbude“ auf.

Er sorgt für die richtige Sitzposition, greift zu den Stöcken und wirbelt los. So bringt er den Leuten auf seine Weise ein fröhliches, flottes Ständchen.