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„Klecks“ zum Leben erweckt

Wirtschaft, Technik, Hauswirtschaft ist seit diesem Schuljahr das Profil der Mittelschule Kodersdorf. Zusätzlich zu einer Stunde Informatik und zwei Stunden im Profil konnten die Schüler der siebenten Klassen der Schule frei nach Neigung entscheiden, ob sie lieber Theater spielen, als Redakteure die „eingeschlafene“ Schülerzeitung „Klecks“ aus der Versenkung holen oder sich mit Arbeit in freier Natur austoben.

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Von Annett Preuß

Bauarbeiter ansprechen? Berührungsängste kennt Sophie nicht. „Das krieg ich schon hin“, sagt die Siebenklässleron, die „später mal was mit Zeitung machen will“. Im „Klecks“ wird sie nun regelmäßig über den Fortschritt am Schulhausanbau berichten.

Selbstbewusst gehen auch Monique und Melinda zur Sache. Sie sind in der Redaktion der Schülerzeitung verantwortlich für das „Ressort“ Porträt. „Mir macht es Spaß, Leute zu befragen“, sagt Melinda. „Ich finde bei Texten schwer einen Anfang. Das will ich hier üben“, begründet Monique ihre Wahl. Außerdem habe sie eine Gräserallergie und auf Theater keine Lust gehabt. Sie und ihre Mitstreiterin werden Ausgabe für Ausgabe nicht nur die Lehrer der Schule vorstellen, sondern auch die Neigungskurse, aus denen die Siebenklässler wählen konnten.

Martin beackert die Sportflanke. BMX ist nicht einfach Fahrrad fahren, sondern ein cooler Sport. Das will er gemeinsam mit Marcus den Lesern der ersten Ausgabe vermitteln.

Die nimmt peu á peu Gestalt an. Das Spektrum reicht bis zu Kochrezepten, Rätsel, Comic und wichtigen Terminen. Auch Anzeigen können die Schüler aufgeben. „Die erste Zeitung soll nach unserer Projektwoche erscheinen“, sagt Ilka Besser, Lehrerin für Deutsch, Gemeinschaftskunde und Geographie. Sie betreut den Kurs Medien und stellt nach der wöchentlichen Doppelstunde regelmäßig fest: „Die Zeit ist viel zu schnell weg.“

Ähnlich empfinden die Mitstreiter im Neigungskurs Theater. Mit einem Gehilfen Text lernen, Betonung üben, steht am Mittwoch auf dem Plan, bevor die fünfte Szene geprobt wird. „Die Geschichte des Ritters Kunibert . . .“ verlangt den Schülern einiges ab, weiß Englischlehrerin Annette Lindner. „Das ist ein umfangreiches Stück“, sagt sie. Doch die Schüler hätten sich selbst entschieden, ob sie lieber das oder kurze Sketche einstudieren wollen. Annette Lindner kann sich nicht beklagen. Im Gegenteil: „Ich bin begeistert.“ Obwohl teilweise viel Text zu lernen ist, sind die Mädchen und Jungen mit Feuereifer dabei.

Beispielsweise Stefan. Er ist hier zwar reingerutscht, „weil Natur schon voll war“. Doch ihm gefällt die lockere Atmosphäre. Die schätzen auch Madlen und Lisa, die sich zum Üben in eine Ecke zurückgezogen haben. „Wir verstehen uns alle gut.“

Ihre Lehrerin rechnet damit, dass zum Ende des ersten Halbjahres die erste große Generalprobe angesetzt werden kann. Viel Arbeit liegt bis dahin vor den Schülern, denn auch Kostüme und Requisiten fertigen sie selbst.

Nino, David und Stefan beneiden weder die Theaterleute noch die Zeitungsmacher. „Wir sind lieber an der frischen Luft“ und „das bringt was für die Muskeln“, sagen die Jungs ganz spontan, warum sie sich für den Kurs Natur/Umwelt entschieden haben. Stolz und mit roten Wangen erzählen sie, was sie seit Schuljahresbeginn schon alles geschafft haben: Das Schulhaus wurde herbstlich dekoriert. Und die Gruppe um Lehrerin Yvonne Konrad hat den Teich auf dem Schulhof entschlammt und ist dabei, die gesamte Ecke naturnah zu gestalten.

„Wir tun, was im Rahmen der Bautätigkeit möglich ist“, sagt die Mathelehrerin. Sie will mit dem Kurs auch gedankliche Vorarbeit leisten, wie der Hof später mal aussehen könnte. Geplant ist, herauszufinden, welche Bäume in der Umgebung wachsen und diese zu katalogisieren. „Auch Gewässerproben wollen wir nehmen und untersuchen.“ Das bietet sich an, da Yvonne Konrad neben Mathe auch Chemie unterrichtet. Und bis zum Schöps ist es nicht weit, um auf Entdeckertour zu gehen. „Die Kinder sind mit Eifer dabei“, sagt die Lehrerin. „Bis von Uhsmannsdorf kommen sie geradelt, mit einem Kürbis im Gepäck.“