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Klein-Venedig an der Triebisch

Der Triebischsteg soll völlig neu gebaut werden. Im Gespräch ist nun auch seine Verlängerung – als Uferpromenade.

© hübschmann

Von Harald Daßler

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Zugegeben – ein Vergleich mit der italienischen Lagunenstadt Venedig ist etwas gewagt. Aber so lässt sich zumindest eine Vorstellung von der Idee vermitteln, in der Meißner Altstadt eine Uferpromenade entlang der Triebisch anzulegen. Noch ist es eine Idee, wie Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) in dieser Woche im Bauausschuss erklärte.

Entstehen könnte eine solche öffentlich zugängliche Uferpromenade zwischen Hahnemannsplatz und Nikolaisteg. Wenn das Baufeld neben der sanierten Neumarktschule durch die Volksbank Meißen als Bauherr neu gestaltet wird, soll diese Idee in die Planungen einfließen. Wie der OB die Stadträte weiter informierte, laufen bereits Gespräche mit Grundstückseigentümern, um die benötigten Flächen für den Triebischsteg zu erwerben.

Noch sei alles im Stadium einer Idee, so Baudezernent Steffen Wackwitz. Bevor konkrete Planungen und Kostenberechnungen beginnen, müssten neben Grundstücksfragen und Anliegerinteressen auch der Hochwasserschutz betrachtet werden. Die Meißner Stadtwerke seien in die Überlegungen einbezogen, Lösungen zu finden, die Promenade ansprechend zu beleuchten.

Im Bauausschuss hatte Frank Lassotta (Unabhängige Liste Meißen) die Sprache auf die Uferpromenade gebracht, als sich die Stadträte mit dem Neubau des Triebischsteges zwischen Martinstraße und Hahnemannsplatz befassten. Seit dem Juni-Hochwasser von 2013 ist diese Traverse so stark beschädigt, dass ein Ersatzneubau Eingang in den Meißner Wiederaufbauplan des Freistaates fand. 350 000 Euro stehen für dieses Bauvorhaben zur Verfügung. Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten in voraussichtlich sechsmonatiger Bauzeit erledigt werden. Alle anwesenden Stadträte stimmten einer Variante zu, den neuen Steg auf einer Stahlbetonkonstruktion zu errichten, die wie die bestehenden Balken in die Außenwände der Gebäude eingespannt sind. Dadurch bleibt auch die typische Bogenstruktur unterhalb des Steges erhalten.

Der neue Triebischsteg und seine mögliche Verlängerung bis zum Nikolaisteg soll eine weitere Möglichkeit zum Spazieren in der Meißner Altstadt schaffen und sie damit aufwerten. „Langfristig könnte der Fußweg ... eine ruhige begrünte Fußweg-Alternative zum parallel verlaufenden Gehweg entlang der Poststraße und des Neumarktes darstellen, der durch den noch anwachsenden intensiven Kfz-Verkehr in seiner Aufenthaltsqualität stark beeinträchtigt sein wird“. So steht es bereits in einem Konzept, das der Meißner Architekt und Stadtplaner Dr. Claus-Dirk Langer bereits vor drei Jahren vorgestellt hatte. Die Stadtverwaltung hatte ihn um Ideen und Vorschläge gebeten, die sich mithilfe des Förderprogramms zum Stadtumbau Ost (SUO) umsetzen lassen. Weil es die gemeinsame Finanzierung von Bund, Land und Kommune vorsieht, müsste sich die Stadt nur zu einem Drittel an den Kosten fürs Planen und Bauen beteiligen.

Die Promenaden-Idee könnte auch in der entgegengesetzten Richtung fortgesetzt werden. Durch Abriss an der Fährmannstraße entstand in den vergangenen beiden Jahren bereits eine freie Fläche, mit deren Gestaltung begonnen wurde. Claus-Dirk Langer hatte hier auch Möglichkeiten zum Kinderspiel vorgeschlagen. Der Triebischsteg könnte als Traverse an Wohnhäusern bis zur Mündung der Elbe führen. Und der Meißner Innenstadt einen Hauch venezianischen Flairs verleihen.

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