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Kleine Generalprobe fürs Weinfest

Auf vier offenen Radebeuler Weingütern wurde am Sonntag das musikalische Kunstprojekt „KulTour“ ausgetragen.

Das Künstler-Duo Olicia eröffnete die „KulTour“ im Weingut Karl Friedrich Aust.
Das Künstler-Duo Olicia eröffnete die „KulTour“ im Weingut Karl Friedrich Aust. © Arvid Müller

Von Julian Wolf

Radebeul. Im Rahmen der Radebeuler LebensArt 2020 vereinte die „KulTour“ ein vielfältiges Musikprogramm mit sächsischen Weinen inmitten der Radebeuler Weinbergslandschaft am Sonntagmittag. Die Wettergötter waren gnädig. Obwohl Windböen und Regenschauer für den Tag angekündigt wurden, erstrahlten die Weingüter ab 13 Uhr im Sonnenschein und voller Wärme. Diese Chance ließen sich die Einheimischen sowie auch viele Touristen natürlich nicht entgehen und strömten zu Hunderten in die Weingüter Aust, Haus Steinbach, Ulf Große und in den Winzerhof Rößler. Das Programm war klar strukturiert.

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Kultur in Corona-Zeit

Vier verschiedene Musikgruppen und Künstler boten in den vier offenen Weinguts-Höfen bei freiem Eintritt ein überaus abwechslungsreiches, musikalisches Programm. Ein Höhepunkt war das Sängerinnen-Duo namens „Olicia“, das mit seinen Soul- und R&B-Stimmen handgemachte und live-eingespielte Weltmusik auf den Weingütern präsentierte. Sängerin und Multi-Instrumentalisten Anna-Lucia Rupp, die bereits von Bobby McFerrin („Don’t Worry, Be Happy“) für ihre herausragende Stimme gelobt wurde, hat sich sehr über die Auftrittsmöglichkeit in Radebeul gefreut. „Wir sind glücklich, dass wir heute im Rahmen der KulTour Radebeul an verschiedenen Auftrittsorten Livemusik und Kultur zelebrieren können. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist das wichtig“, lautete die Ansage der gebürtigen Baden-Württembergerin.

Winzer Karl Friedrich Aust steht ganz hinter dem Kulturförderprogramm. „Es ist gut, das Wohlwollen der Stadt Radebeul zu kennen. Dass man sagt, wir gehen jetzt los und suchen einmal, in welchen Bereichen man etwas helfen und wo man Kultur unterstützen kann. Wir machen unsere Freiflächen auf, die sonst nur zum Tag des offenen Weingutes und zum Weihnachtsmarkt geöffnet werden. Dass unser Garten jetzt immer offen ist, ist zur Normalität geworden. Die Leute entdecken unsere Flächen und finden das schön. Wir werden unsere Öffnungszeiten noch weiter ausdehnen und arbeiten mit guten Veranstaltungen“, berichtet Aust, der sich darüber freut, Künstler in Zeiten der Krise zu unterstützen.

Für ihn sind die Veranstaltungen im Weingut ein gutes Training für das anstehende Weinfest in Radebeul, das Aust dezentral begleiten wird: „Wir werden wahrscheinlich mit Ständen auf dem gesamten Weinfestareal anzutreffen sein, wollen aber auch weiterhin unser Weingut bespielen, so wie es bislang und auch zur KulTour gewesen ist. Durch die Vielzahl der Veranstaltungen bekommt man Routine in der Organisation.“

Eine Abwechslung wurde dem Publikum bei Haus Steinbach geboten. Winzer Lutz Gerhardt öffnete hier zwar auch sein Weingut, aber hauptsächlich seinen Innenhof.

Hier wurde neben einer großen Weinauswahl auch ein umfangreiches Angebot an Speisen geboten. Antipasti, Gegrilltes oder Flammkuchen verzehrten die Gäste, während sie der elektronischen und experimentellen Musik von Dino Paris lauschten. Ein echtes Kontrastprogramm.

Mehr lokale Künstler gewünscht

Auch Gerhardt unterstützt Künstler und Kultur gern in Zeiten der Pandemie. Das Haus Steinbach veranstaltet nun schon seit geraumer Zeit jede Woche Konzerte in Eigeninitiative, um lokale Künstler zu fördern. „Wir sind gern bei der Radebeuler KulTour dabei. Drei Konzertveranstaltungen hatten wir jetzt am Sonntag zwischen 13.30 und 17 Uhr. Wir sind zwar ein wenig versteckt, aber die Zuhörer genießen bei uns ein hochkarätiges Livemusik-Programm“, berichtet Gerhardt, dem allerdings eine Sache nicht so gefallen hat: „Ich dachte, dass im Rahmen der Radebeuler KulTour ausschließlich lokale Künstler vertreten sein werden, aber stattdessen haben wir Musiker aus Berlin und Baden-Württemberg zu Gast. Das sollte beim nächsten Mal noch überdacht werden, aber sonst ist alles sehr gut gelungen.“

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