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Kleine Helfer für das Umweltzentrum

Der Verein im Freitaler Ortsteil Döhlen hat finanzielle Probleme und steht ohne Unterstützung vor dem Aus. Jetzt spendete eine Kita.

© Andreas Weihs

Von Andrea Schawe

Freital. Der Garten ist die kleine Oase: Hochbeete, in denen im Sommer Möhren und Tomaten wachsen, ein kleines Gewächshaus, ein Komposthaufen und ein Insektenhotel. Seit mehr als einem Jahr arbeitet das Freitaler Umweltzentrum jede Woche mit den Kindern der Kita Storchenbrunnen im Garten der Einrichtung. Das Projekt ist beliebt, Erkunden und Ausprobieren stehen im Mittelpunkt. „Die Kinder können sehen, wie man etwas pflanzt, wie es wächst und gedeiht“, sagt Karina Richter vom Elternrat. Die Eltern bauten das Hochbeet und stifteten mehrere Beerensträucher.

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Noch im Herbst war unklar, ob das Gartenprojekt in diesem Jahr fortgesetzt werden kann – das Umweltzentrum hat finanzielle Schwierigkeiten und könnte schließen. Die Kita hat nun Spenden für das Projekt und das Umweltzentrum gesammelt. 900 Euro sind zusammengekommen, sagt Kita-Leiter Maik Striemann. 650 Euro kamen von der Fachschule für Erzieher und der Berufsfachschule für Sozialwesen in Dresden-Seidnitz. 250 Euro spendete der Verein Lebensbaum, der Träger der Kita. „Damit können wir dem Umweltzentrum Honorar zahlen“, sagt Striemann. Das wäre ohne Spenden nicht möglich, da der Kita nur 25 Euro im Jahr pro Kind für Spielsachen und Freizeit zur Verfügung stehen – zu wenig, um das Projekt zu finanzieren.

„Der Garten ist so bis Mitte des Jahres gesichert“, sagt Saskia Zeising vom Umweltzentrum. Seit Oktober müssen die Sozialpädagogin und ihre Kollegin, Forstwissenschaftlerin Franziska Müller, um ihre Jobs fürchten. „Noch kommen wir wahrscheinlich bis Ende Februar oder März“, sagt Zeising.

Spenden und Mitglieder werden gebraucht

Die Stadt hatte dem Umweltzentrum im vergangenen Jahr die Zuschüsse um mehr als die Hälfte gekürzt. 2014 erhielt das Umweltzentrum 6700 Euro für die Vereinsarbeit – 2015 bewilligte die Stadt nur 2000 Euro. Das Umweltzentrum braucht das Geld, um Miete für die Räume in der August-Bebel-Straße 3, Betriebskosten, Versicherungen und die Kosten für das Freiwillige Ökologische Jahr zu finanzieren – insgesamt 8081 Euro. Zuschüsse bekommt der vor 20 Jahren gegründete Verein außerdem noch für zwei Projekte: 500 Euro für die Arbeitsgruppe Naturdetektive, die sich alle zwei Wochen trifft, und 500 Euro für das Ferienprogramm, das auch in den anstehenden Winterferien stattfindet.

Um das Finanzloch zu stopfen, wirbt Freitals einzige Umweltinstitution um Spenden und Mitglieder. Denn ohne Unterstützung steht der Verein vor dem Aus. In den letzten drei Monaten wurden 820 Euro gespendet. Außerdem habe der Verein mittlerweile 25 Mitglieder. Sie zahlen einen Jahresbeitrag in Höhe von 24 Euro.

Die Mitarbeiter wollen außerdem ihre Kooperationen intensivieren. Neben Umweltbildung in Kitas und Schulen arbeiten sie unter anderem auch mit dem Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal (ZAOE) zusammen. Mit dem Verband entwickelt das Umweltzentrum Programme zum Thema Müll, wie man ihn trennt und vermeidet.

Das Umweltzentrum hat auch in diesem Jahr wieder Fördergelder bei der Stadt beantragt. Wie viel genehmigt wird, steht noch nicht fest.

www.facebook.com/umweltzentrum.freital