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Kleiner Patzer und ein Heiratsantrag

Riesa. Die deutsche Meisterschaft im Cheerleading und Cheerdance fand auch in diesem Jahr in der Riesaer Sachsen-Arena statt. An diesem Wochenende trafen sich über 2000 Cheerleader aus 50 Vereinen und insgesamt elf Bundesländern.

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© Sebastian Schultz

Riesa. Die deutsche Meisterschaft im Cheerleading und Cheerdance fand auch in diesem Jahr in der Riesaer Sachsen-Arena statt. An diesem Wochenende trafen sich über 2000 Cheerleader aus 50 Vereinen und insgesamt elf Bundesländern. Eine der Teilnehmerinnen ist die 15-jährige Lea Dörschel von den Spicy Angels Level 5 aus Riesa. Sie rechnete optimistisch mit einem der ersten drei oder vier Ränge. „Aber die Hauptsache ist, dass wir sauber durch die Show kommen“, sagte sie zu Beginn. Denn im Vorfeld lief es nicht ganz so optimal. Die Mannschaft gibt es in der derzeitigen Besetzung erst seit Oktober 2014. Die Zeit zur Vorbereitung war also knapp. Auch Thomas Luthardt, der Trainer der Spicy Angels, gibt sich skeptisch. „Ich bin etwas besorgt, da es in den letzten Probedurchläufen immer wieder Fehler gab“, erklärt er.

Zu Beginn der Saison hat Trainer Luthardt nicht einmal damit gerechnet, dass die Spicy Angels überhaupt zur deutschen Meisterschaft antreten. „Aber bei der Regionalmeisterschaft Ost lief es so gut, dass wir uns locker qualifizieren konnten“, erzählt Thomas Luthardt mit hörbarem Stolz.

Inzwischen trennt die Riesaer Cheerleader von ihrem Auftritt nur noch eine halbe Stunde. Einige Dehnungsübungen und motivierende Worte helfen über die letzten Momente vor der Show hinweg. „Das ist die schlimmste halbe Stunde, da die Aufregung kurz vorher am größten wird und man nirgends mehr hin kann“, erklärt Luthardt. Auch Lea Dörschel ist die Aufregung bereits deutlich anzumerken. Sie ist seit sechs Jahren beim Cheerleading dabei. Mit ihrer vierten Teilnahme an der deutschen Meisterschaft ist Lea inzwischen Profi. „So, jetzt noch mal tief durchatmen und dann mit einem Lächeln raus auf die Matte“, sagt Lea und begibt sich in den Kreis der anderen. Dann geht der Vorhang auf, die Musik startet und die knapp dreiminütige Show beginnt.

Vor etwa 2500 Leuten zeigen die Riesaer, was sie auf dem Kasten haben: Akrobatik, Pyramiden, Turnelemente und Tanzsequenzen vereint in einer klaren Choreografie. Alles läuft reibungslos, nur ein kleiner Patzer passiert den Riesaern. Nach der Vorstellung führt dieser Fehler zu etlichen Tränen der Enttäuschung, die jedoch bei der Siegerehrung schnell zu Tränen des Glücks werden. Denn ein Bronzeplatz auf dem Podest ist das, was alle erhofft hatten. „Wir haben ein sauberes Programm abgeliefert und können stolz sein, auf das was wir erreicht haben“, erklärt Lea mit freudestrahlenden Augen.

Und es gab noch einen Moment, der nicht nur bei den Teilnehmern, sondern auch beim Publikum für Tränen der Rührung sorgte. Während der Siegerehrung wurden die Mütter der Spicy Angels auf die Bühne gebeten und erhielten eine Blume. Nur eine von ihnen erhielt sogar einen Blumenstrauß, mit dem ihr zukünftiger Ehemann um das Ja-Wort bat. Sebastian Schultz

Ranglisten nach Kategorien:

Kinder: Minimaniacs (Riesa) auf Platz 5; Wildcats aus Leverkusen auf Platz 1,

Junioren: Spicy Angels Level 5 auf Platz 3; Loony Dolphins aus Uerdingen auf Platz 1

Senioren: Maniac Dream (Riesa) auf Platz 6