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Kleiner Verein soll teure Turnhalle ohne Nutzungskonzept kaufen

Für 100 0000 Euro soll die Bürgervereinigung die Halle übernehmen. Doch sind die Folgekosten zu bezahlen?

Von Kay Haufe

Ein geplanter Kauf bereitet Ortschaftsräten im Schönfelder Hochland Sorgen. Die Bürgervereinigung Schullwitz soll die ortsansässige Turnhalle von einer Privatperson erwerben. Dafür hat der Hochland-Rat am Montag 100 000 Euro aus dem Fonds der Ortschaft bereitgestellt. Der Kauf zieht für weitere acht Jahre monatliche Raten nach sich, über deren Höhe Ortsvorsteher Hans-Jürgen Behr (CDU) aber keine Angaben machte. Bereits in wenigen Wochen soll der Notarvertrag über den Kauf geschlossen werden. Deshalb mahnte der Ortsvorsteher auch eine schnelle Entscheidung an und ließ Fragen von Ortschaftsräten nur bedingt zu. „Es sind private Details berührt, deshalb können wir hier nicht öffentlich reden“, so Behr. Der Kauf sei aber dringend nötig, da die Turnhalle sonst geschlossen würde und viele Aktivitäten von Vereinen, Kindergärten und Schulen der Ortschaft dort nicht mehr stattfinden könnten.

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„Ich halte diesen Kauf für äußerst bedenklich“, sagt Grünen-Ortschaftsrätin Manuela Schott. „Wir wissen doch gar nicht, welche Folgekosten das für den Steuerzahler nach sich zieht“, so Schott. FDP-Ortschaftsrat Joachim Brockpähler mahnte ein Nutzungskonzept für die Halle an. „Ohne diese Grundlage sehe ich mich außerstande zu sagen, ob der Verein das Gebäude kaufen sollte“, sagt er. „Ich sehe darin auch eine gravierende Verletzung unserer Grundsätze zur Fördermittelvergabe“, so der FDP-Politiker.

Behr hatte in der Sitzung angesprochen, dass er zunächst die SG Schönfeld für den Hallenkauf gewinnen wollte. Daraus wurde aber nichts. „Wir haben uns die Auslastung der Halle angesehen. Die ist außer in den Abendstunden sehr schwach. Deshalb wollten wir das Risiko nicht eingehen“, sagt der Vorsitzende der SG Schönfeld, Torsten Kirtschig. Außerdem seien mit dem Eigentum der Turnhalle auch viele organisatorische Fragen verbunden, die der Verein nicht hätte klären wollen.

Der Vorsitzende der Schullwitzer Bürgervereinigung Erhard Goldbach sieht offenbar weniger Probleme. Sein Verein will die Halle übernehmen, sagt er gegenüber der SZ. Über Details wollte er sich indes nicht äußern, weil ihm vieles zur Auslastung und Vermietung noch gar nicht bekannt sei. „Mehr sage ich dazu nicht“, so Goldbach.

Für Schott und Brockpähler ist es jetzt wichtig zu wissen, wie viel Geld der Ortschaftsrat weiterhin dort reinfließen lassen muss. „Ich bin nicht gegen das Projekt, aber es muss auch für den Verein klar geregelt sein“, sagt Manuela Schott.