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Kleingärten werden doch verkauft

Der Ebersbacher Gemeinderat hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen. Wohnbauflächen gäbe es auch anderswo, hieß es.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Gemeinderat Roland Drobisch (Freie Wähler) und fünf andere Räte versuchten zu Beginn in der Ratssitzung, die Vorlage noch mal von der Tagesordnung zu bekommen. Nach den Diskussionen im Haupt- und Technischen Ausschuss gäbe es trotzdem noch Fragen, und man sollte den Vorstand der Gartenkolonie „Am Schafberg“ in Rödern hinzuziehen. Doch die Mehrheit der Ebersbacher Räte sah das am Donnerstagabend anders. Schon in der Dezembersitzung war ein Verkaufsbeschluss zugunsten der Gartenpächter gescheitert. Denn Drobisch und Co. würden die Anlage lieber in Gemeindebesitz behalten und sie später zu Wohnbauland entwickeln (SZ berichtete). Dass das weder praktikabel noch sinnvoll wäre, erläuterte Bürgermeisterin Margot Fehrmann ausführlich. Sie hatte Bauträger, Behörden und Bauwillige abgefragt. Erstere sehen kein Interesse, auf dem kommunalen Land, das schon lange eine Gartensparte ist, ein Wohngebiet hinzusetzen. Die Behörden würden dieses Ansinnen gar ablehnen, so Fehrmann. Der Landesentwicklungsplan verweise darauf, dass so ein großes Wohngebiet nicht nötig wäre für die kommunale Eigenentwicklung und den Landesplänen gar zuwiderlaufe.

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Gleiche Auskunft im Landratsamt: Nach Aussage der Bürgermeisterin würde der Schafberg nicht als Bauland genehmigt, denn er soll Grüngürtel zwischen den Siedlungen bleiben. Auch am Ebersbacher Weg seien aus diesem Grund schon Wohnpläne gescheitert. Bauwillige gäbe es derzeit auch nicht, sagte Margot Fehrmann. Baulücken hätte die Gemeinde dagegen schon. In Oberrödern wären fünf Grundstücke bebaubar, dort gibt es auch schon eine Satzung dafür. In Beiersdorf Am Oberweg könnten vier Baustellen geschaffen werden, allerdings bisher ohne Planung. Die Gemeinde will zudem ein Kataster erstellen, wo planerisch kleinteilige Bebauung möglich und erwünscht ist.

Außerdem verwies Margot Fehrmann auf die neue Entwicklungsstrategie LES. 51 Prozent der Fördermittel, die dort in der ländlichen Entwicklung ausgereicht werden, sollen von Privaten und Betrieben in Anspruch genommen werden – in der Hauptsache zur Umnutzung alter Bausubstanz. „Es gibt dafür einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 90 000 Euro“, warb die Bürgermeisterin.

Unter dem Eindruck dieser Fakten ruderte auch Falk Hentschel (CDU) zurück. Einig über den Verkauf schon vermessener Grundstücke, debattierten die Räte schließlich noch über den Preis. 3,50 Euro pro Quadratmeter hält Roland Drobsich für viel zu wenig. „Der Gutachterausschuss hat nur zwei Euro für Grünland ausgewiesen“, hält Margot Fehrmann dagegen. Mit 13 Ja- und vier Neinstimmen wurde der Verkauf der ersten zwölf Grundstücke damit beschlossen. Weitere 30 sollen folgen. 60 000 Euro sind als Erlös schon verplant. „Die Kleingärtner beleben auch die Geschäfte im Ort“, war ein Argument, das ebenfalls zu dieser Abstimmung geführt haben könnte. Auch wenn die Kleingärtner, die mehrheitlich in einem neuen Erholungsverein organisiert sind, zumeist aus Dresden kommen: Der Ärger wäre groß gewesen, hätte die Gemeinde dem Gartenparadies ein Ende gemacht.