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Kleingärtner fordern mehr Schutz

Parzellen im Heiligen Grund sind verwüstet worden. Das wollen sich die Gartenfreunde nicht länger bieten lassen.

Von Harald Daßler

Grüne Linien hat Jürgen Werner auf die Erde gesprüht. „Hier muss der Zaun her“, sagt der Vereinsvorsitzende der Kleingartensparte „Heiliger Grund“. Die Grenzziehung zum Schutz der Anlage gehört zu den ersten Herausforderungen, seit Jürgen Werner am vergangenen Wochenende von seinen Gartenfreunden neu ins Ehrenamt des Vereinsvorsitzenden gewählt wurde.

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Wo die grünen Linien es andeuten, soll so schnell wir möglich ein robuster Zaun errichtet werden. Denn unter den Kleingärtnern herrscht große Unruhe – nicht erst, seit hier am frühen Donnerstagmorgen eine Gartenlaube niederbrannte. Den Anblick der verkohlten Reste der Laube und ihrer Einrichtung mit Kochnische, Liege und Fernsehgerät muss der Gartenbesitzer wegen der Ermittlungen und des Verfahrens zur Schadensregulierung noch einige Zeit ertragen. Unter den Gartenfreunden trübt auch das die Freude über das Frühlingserwachen in ihren Parzellen.

Noch ermittelt die Polizei zur Brandursache. Die Kleingärtner sehen aber auch Indizien und Zusammenhänge, die sie zu dem Schluss kommen lassen, dass die Parzellen in dieser Gegend gezielt heimgesucht werden. So fand sich ein Notstromaggregat, das in der abgebrannten Laube lagerte, in unmittelbarer Nähe der Kleingartenanlage an, auf einem Wägelchen. „Vielleicht sollte es gestohlen und der Brand zum Verwischen von Spuren gelegt werden“, vermuten Jürgen Werner und seine Gartenfreunde. Der oder die Täter seien wohl überrascht worden und ließen das Gerät einfach im Freien stehen.

Überhaupt häuften sich in den vergangenen Wochen Fälle von Vandalismus und Einbrüchen in den hiesigen Sparten Thomasgärten und Heiliger Grund, die sich gerade neu sortieren. Nach dem Hochwasser wurden die in Senken gelegenen Gärten aufgegeben. Durch Medienveröffentlichungen war der Eindruck entstanden, der Abriss würde alle Parzellen betreffen. Dabei sind alle 21 Parzellen belegt, die der Verein Heiliger Grund bewirtschaftet. Zum Teil siedelten Kleingärtner aus den aufgegebenen Gärten hierher um.

„Offenkundig gehen die Vandalen gezielt auf Beutezug in die Gärten, die sie für noch nicht geräumt halten“, so Spartenchef Jürgen Werner. So verschwand in der Nacht nach dem Brand ein Rasenmäher, ebenfalls aus einem der 21 weiter bewirtschaften Gärten. Deshalb fordern die Gartenfreunde jetzt Schutz für ihre Anlage. Jürgen Werner schlägt vor, einen Zaun um die Anlage herum zu errichten. Verschließbare Tore aus Metall und einige Rollen Drahtzaun haben sie noch in ihren privaten Beständen.

Was die Kleingärtner aber vor allem brauchen, sind rasche Zusagen zur Hilfe. Vor allem mit Technik. Mit dieser Bitte wendet sich der Vereinschef am Freitagmittag auch an Günther Queißer. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Gartenfreunde, der seit dem vorigen Sommer mit der Stadtverwaltung über das Umsiedeln von über 120 Gärten aus den Hochwassergebieten der Stadt im Gespräch ist, will sich in der Gartensparte selbst einen Eindruck zur Situation verschaffen. Und er verweist auf Fördergelder, die für den Abriss der Kleingärten bereits nach Meißen fließen. Im Heiligen Grund ist die Stadt sogar Eigentümer der Kleingartenflächen, bestätigt Bürgermeister Hartmut Gruner. Derzeit werde an den Plänen zum Abriss und Beräumen der aufgegeben Gärten gearbeitet. Dabei kann der Wunsch der verbliebenen Kleingärtner nach einem Zaun berücksichtigt werden, so der Bürgermeister. Der städtische Bauhof könnte den Gartenfreunden technische Hilfe anbieten.