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Corona macht den Schrebergarten attraktiv

Das Interesse an einem Garten in Zittau und Umgebung ist deutlich gestiegen. Aber es gibt auch ein großes Auswahlkriterium.

Vereinsvorsitzende Daniela Seibt in der einzig noch freien Parzelle der Kleingartenanlage "Zur Sandgrube" in Eckartsberg.
Vereinsvorsitzende Daniela Seibt in der einzig noch freien Parzelle der Kleingartenanlage "Zur Sandgrube" in Eckartsberg. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Lediglich noch einen freien Schrebergarten gibt es in der Kleingartenanlage "Zur Sandgrube" in Eckartsberg. Der Rasen der 190 Quadratmeter großen Parzelle ist frisch gemäht. Eine kleine hölzerne Laube steht darauf. "Wenn wir die freien Gärten nicht pflegen, werden wir sie nicht los", sagt Daniela Seibt. Die Zittauerin ist die Vorsitzende des Kleingartenvereins "Schöne Aussicht", zu dem drei kleine Kleingartenanlagen in Eckartsberg gehören. Die Schrebergärten am Niederviebig und am Schulacker, die mit zum Verein gehören, sind alle vergeben. 

In diesem Jahr ist die Nachfrage nach einem Schrebergarten wieder deutlich gestiegen, schildert sie. Ob das mit Corona zusammenhängt und die Leute sich zum Teil mit Obst und Gemüse selbst versorgen wollen. Oder sie sich jetzt einfach zu Hause mehr Zeit genommen haben, um mal im Internet auf der Verbandsseite nach freien Gärten zu recherchieren, kann Daniela Seibt nicht sagen.

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Fakt ist, dass von den insgesamt 13 Gärten in der Anlage "Zur Sandgrube" zum Jahresanfang noch vier frei waren. Jetzt ist nur noch einer unbewirtschaftet. Der Garten daneben ist beispielsweise gerade an neue Pächter vergeben worden. Eine junge tschechische Familie mit einem Kleinkind , die in Zittau wohnt, hat ihn übernommen. 

"Unsere Anlage liegt zwar etwas am Hang, aber die ruhige Lage und die schöne Aussicht auf Zittau und das Gebirge ist herrlich", schwärmt Daniela Seibt. Sie zeigt auf einen anderen, ebenfalls gerade erst vergebenen Garten. "Die Leute haben mir ihre Pläne gezeigt, wie sie ihn gestalten wollen. Das sieht bestimmt schön aus", sagt die Vereinsvorsitzende. 

Corona hat das Kaufverhalten der Kunden geändert. "Die Nachfrage nach Gemüsepflanzen ist deutlich gestiegen", sagte kürzlich Christian Neumann von der gleichnamigen Gärtnerei in Mittelherwigsdorf. Eine Frau hatte ihm erzählt, dass sie jetzt wieder ein Stück Wiese wegmacht und Beete anlegt. Kleingärten sind wieder attraktiv.

Geschäftsführer wünscht sich mehr Werbung

Der Geschäftsführer vom Territorialverband Zittau der Kleingärtner, Gerhard Schlender,  wünschte sich, dass mehr Kleingartenvereine in seinem Bereich aktiver für ihre freien Parzellen werben würden. Gerade jetzt, wenn die Nachfrage danach wächst. 

"Wir haben extra dafür auf der Internetseite des Verbandes für alle Vereine kostenlos die Möglichkeit eingeräumt, dass sie in ein vorgegebenes Muster mit Foto für die Gärten werben können", sagt er. Mit dem Kleingartenverein "Schöne Aussicht" in Eckartsberg,  "Fortschritt" Zittau und dem Kleingärtner- und Obstbauverein Bertsdorf nutzen das im Moment lediglich drei. 

Dabei gehören dem Verband etwa 2.400 Mitglieder in 53 Vereinen an. Davon sind allein 28 Kleingartenvereine aus Zittau und weitere in Eichgraben, Eckartsberg, Oberseifersdorf, Bertsdorf, Hörnitz, Niederoderwitz, Hainewalde, Großschönau, Olbersdorf sowie in Seifhennersdorf.  

Von 106 nur noch fünf Gärten frei

"Eindeutig ist seit Corona das Interesse an Kleingärten gestiegen", sagt Katja Krauße, die Vorsitzende des Kleingartenvereins "Zur Erholung" in Zittau. Noch nie hätten sich in den letzten Jahren, so viele Leute in ihrem Verein nach freien Kleingärten erkundigt. Fünf der insgesamt 106 Schrebergärten am Ortsausgang von Zittau in Richtung Olbersdorf sind derzeit noch zu haben. 

Neun Gärten sind es noch zum Jahresanfang gewesen. Das nicht alle Gärten gleich einen Abnehmer gefunden haben, hat unterschiedliche Gründe. Meist ist die Größe der Laube  oder deren Zustand ein Kriterium, ob der freie Garten gepachtet wird oder nicht. "Viele Interessenten wollen wenig investieren und am besten eine Laube in einem Top-Zustand übernehmen", schildert sie. Und ein Garten ohne Laube darin, sei ganz schwer vermittelbar. 

Dennoch gehen Katja Krauße und die Mitglieder des Vorstandes ganz optimistisch ran. Auf der Internetseite des Kleingartenvereins "Zur Erholung" in Zittau werben sie für die fünf freien Gärten mit mehreren Fotos. Vier der zwischen 237 und 299 Quadratmeter großen Gärten sind kostenlos und einer nach Preisvereinbarung abzugeben.

Durch die Corona-Maßnahmen ist ein Kleingarten für mehr Leute auch zu einer Alternative geworden, wenn man sich gern in der Natur aufhält. "Denn trotz Schutzmaßnahmen durften die Leute in ihre Schrebergärten, erzählt sie. 

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Vier freie Schrebergärten gibt es in Zittau übrigens auch im Kleingartenverein "Einheit" an der Friedensstraße. Meist altersbedingte Gartenaufgaben und neue Pächter halten sich hier in etwa seit Jahresbeginn die Waage, schildert Vereinsvorsitzender Torsten Schmidt.

Wie ein Blick auf die Internetseiten vom Territorialverband oder bei den Vereinen selber zeigt, sind noch in fast allen Kleingartenanlagen einige Gärten frei. 

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