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Kleingartenverein wird 80 Jahre

Den Kleingärtnern der Anlage „Am Schwarzwasser“ in Demitz-Thumitz steht ein Höhepunkt „ins Haus“. Der im August 1923 als „Schrebergärtnervereinigung“ Demitz-Thumitz gegründete Verein begeht am kommenden Wochenende nunmehr sein 80-jähriges Bestehen. Grund genug für ein großes Fest.

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Von Karl-Heinz Reichelt

Einen Blick in die Geschichte des Demitzer Kleingartenvereins zu werfen, ist nicht einfach. Leider sind die Angaben in den ersten Sitzungsprotokollen des Vereinsvorstandes zu unterschiedlich, um jene nennen zu können, die die verdienstvollen Männer der ersten Stunde waren. Fakt ist, dass im Sommer des Jahres 1923 an der Rätzestraße auf einem verhältnismäßig kleinen Stück Ackerland, das von den Begründern von der Gemeinde erworben worden war, 40 kleine Gärten entstanden.

Feste wurden schon immer reichlich gefeiert

Das Interesse an der Verbesserung der Ernährungsgrundlage mit Gemüse, Obst, Kartoffeln und anderen Vitaminträgern auf eigener kleiner Scholle, war weiterhin groß. So entsprach eine Erweiterung der Anlage, die 1932 erfolgte, zweifellos den Wünschen vor allem der mittellosen Familien der Gemeinde.

Von Anfang an trugen gesellige Veranstaltungen wie Kinderfeste, Jubiläen, Faschingsvergnügen, Umzüge und dergleichen zum Zusammenhalt der Mitglieder des Kleingartenvereins bei. Deshalb erstand der Verein im Jahre 1938 eine Holzbaracke, die unterhalb des Haupteinganges an der Rätzestraße aufgestellt wurde. Sie war rund 45 Jahre Mittelpunkt für gesellige Veranstaltungen aller Art, für die Sitzungen des Vorstandes und hielt auch ein kleines Angebot zur Versorgung der Kleingärtner mit Imbiss und Erfrischungen bereit. Heute steht an diesem Standort das attraktive massive Gartenlokal, im Volksmund „Distel“ genannt. Die Vereinsmitglieder hatten es in den Jahren 1985 bis 1987 in einer großartigen Aufbauaktion selbst errichtet und für diese Leistung allseitige Anerkennung geerntet.

Auch schwere Zeiten waren zu überstehen

Jahre vorher hatten sich die Vereinsmitglieder bereits den Namen Kleingartenanlage „Am Schwarzwasser“ gegeben.

Der Verein trotzte schwierigen Zeiten, überstand Faschismus und Zweiten Weltkrieg. Großen Zuspruch hatte es natürlich auch in den Hungerjahren nach 1945 gegeben. Wieder waren die kleinen Gärten ein nicht unbedeutender Quell, um diese so entbehrungsreiche Zeit zu überstehen. Viel Wasser ist inzwischen durch das nahegelegene Bett des Schwarzwassers geflossen und immer wieder wurden Modernisierungsvorhaben in der Anlage realisiert. Heute umfasst sie eine Gesamtfläche von rund 1 400 Quadratmetern. In ihr bearbeiten, wie damals zu Beginn, 40 Mitglieder 40 Kleingärten. Aber heute verfügen allesamt über Wasser- und ein großer Teil über Energieanschluss. Weitere Stromanschlüsse sind möglich. Die Kleingärten mit ihren schönen Lauben, mit schattigen Sitzecken, bunten Blumenrabatten, Obstbäumen und Gemüsebeeten sind zu einer grünen Oase der Erholung und Entspannung geworden. Kleiner Tipp für Interessenten: einige Parzellen sind noch frei. Und über „Nachwuchs“ freuen sich die Kleingärtner. Über all die guten, aber auch die schlechten Zeiten wird an den Festtagen eine Chronik berichten, die Frau Lysann Mickan nach mühevollen Nachforschungen im Auftrag des Vorstandes erarbeitet hat. Angesichts des bevorstehenden Jubiläums, zu dem auch alle Einwohner herzlich eingeladen sind, freuen sich Vorsitzender Heiko Schwer und die Vorstandsmitglieder über das stets enge Zusammenwirken mit dem Pächter des Gartenlokals, Ulf Tröger.