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„Kleinkinder brauchen feste Rituale“

Das Familien- und Bildungszentrum Lipa in Schmerlitz ist ins Frühjahrssemester gestartet. Guten Mutes, sagt die Leiterin.

Zu mehr Lebensintensität und Lebensqualität will es ermutigen. Offen für alle Generationen lädt das Sorbische Familien- und Bildungszentrum Lipa in Schmerlitz zu Kursen und Seminaren ein. Familien, junge Mütter, Senioren und weitere Teilnehmer kommen gern, um Neues zu lernen und sich auszutauschen. Über Inhalte, Ziele und Motivationen im Frühjahrssemester 2014 sprach die SZ mit Leiterin Lucija Handrikowa.

Jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr lädt das Sorbische Familien- und Bildungszentrum LIPA in Schmerlitz zum Mutter-Kind-Kreis ein. Mitarbeiterin Carolin Jurk leitet ihn. Hier gibt es feste Rituale wie wiederkehrende Lieder, Ballspiele, Fingerspiele und kleine
Jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr lädt das Sorbische Familien- und Bildungszentrum LIPA in Schmerlitz zum Mutter-Kind-Kreis ein. Mitarbeiterin Carolin Jurk leitet ihn. Hier gibt es feste Rituale wie wiederkehrende Lieder, Ballspiele, Fingerspiele und kleine

Frau Handrikowa, wie ist Lipa ins neue Semester gestartet?

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Guten Mutes. Beginn war gleich nach den Winterferien. Neu ist zum Beispiel der Kurs „Pilates“ für junge Mütter. Hier lernen sie Übungen zur Entspannung, zur Konzentration und zum Trainieren der Muskeln. Dagmar Steuer aus Dörgenhausen leitet die Kurse. Es wird auch eine Kinderbetreuung bei diesem Kurs angeboten. Gut angenommen wird auch die Wirbelsäulen-Gymnastik mit Physiotherapeutin Carola Noack aus Schmerlitz. Es kommen sogar über 70-Jährige. Auch Männer trauen sich zunehmend, das Angebot wahrzunehmen. Sie erfreuen sich an der Bewegung. Regen Zuspruch findet auch der Yoga-Kurs bei Yoga-Lehrerin Uta Erlitz aus Kamenz.

Können noch neue Teilnehmer hinzukommen?

Erst zu den nachfolgenden Terminen. Der nächste Kurs Pilates startet am 15. April. Er findet jeweils dienstags um 9 Uhr und um 10 Uhr statt. Hierfür ist rechtzeitiges Anmelden ratsam.

Lipa pflegt die sorbische Sprache. Bleibt es dabei?

Daran halten wir fest. Derzeit gibt es den Kurs „Sorbisch für Fortgeschrittene“. Jadwiga Gerberichowa aus Doberschütz leitet ihn. Sie vertieft gelernte Kenntnisse. Sie setzt viel auf praktische Übungen. Vor allem Ehepartner sorbischer Muttersprachler, Zugezogene, Ärzte, Sprachinteressierte können unsere Kurse nutzen. Wir suchen wieder Teilnehmer für den neuen Grundkurs Sorbisch. Je nach Wünschen wollen wir auch Polnisch Grundkurs und Tschechisch Grundkurs organisieren. Noch hält sich das Interesse in Grenzen.

Regelmäßig organisieren Sie Weiterbildungen für Erzieher und Lehrer. Was ist im neuen Semester geplant?

Verschiedenes. Zahnärztin Dr. Katka Baierowa aus Panschwitz-Kuckau erläutert am 13. Mai von 16 bis 18 Uhr das Thema „Gesund beginnt im Mund“. Am 27. Mai von 16 bis 18 Uhr heißt das Thema „Musik in der Kindertagesstätte und in der Grundschule“. Lenka Thomašowa, Musiklehrerin an der Sorbischen Fachschule für Sozialpädagogik in Bautzen, leitet das Seminar in Sorbisch. Es richtet sich nicht nur an an Lehrerinnen und Erzieherinnen, sondern auch an Eltern. Um das Thema „Wertschätzende Begegnung - Beziehung ist Erziehung“ geht es am 22. Mai in der Zeit von 16 bis 18 Uhr. Dr. Ludmila Lajderowa, HNO-Ärztin, psychologische Beraterin und Supervisorin aus Dresden, spricht dann unter anderem über Anerkennung, Toleranz und Offenheit im Umgang im Alltag.

Jeden Mittwochmorgen lädt Lipa ein zum „Mutter-Kind-Kreis“ ...

Offen ist er für junge Mütter, junge Väter, aber auch für betreuende Großeltern mit Kleinkindern. Sie kommen inzwischen bis aus Kamenz, aus Bautzen, Hoyerswerda und Neschwitz.

Was zeichnet gerade diesen Kreis aus?

Gerade Kleinkinder brauchen feste Rituale, das bieten wiederkehrende Lieder, Ballspiele, Fingerspiele, kleine Tänze. Das fördert ihre Entwicklung und ihr Selbstvertrauen. Das sorgt auch dafür, dass sich die Kinder untereinander kennenlernen. Zugleich können sich die jungen Mütter und Väter in ihren Erfahrungen austauschen.

Welche Termine können sich vor allem Senioren vormerken?

Grundsätzlich können sie an allen unseren Kursen teilnehmen. Speziell für Senioren organisieren wir eine Ein-Tages-Fahrt im Mai nach Schleife und eine Ein-Tages-Fahrt im September nach Polen „Schlösserrundfahrt durch Niederschlesien“.

Wie schaffen Sie es, ein derartig umfangreiches Programm aufzustellen?

Dank unserer Partner. Einen ganz starken Rückhalt gibt uns zum Beispiel die Gemeinde. Geplant ist dieses Jahr die Verschönerung der Außenanlagen mit Zaun, Bäumen, Sträuchern und Naturspielplatz. Fachlichen Rückhalt gibt uns der Sorbische Schulverein. Wir arbeiten intensiv zusammen für die Weiterbildungen der Erzieherinnen und Lehrer. Die Stiftung für das sorbische Volk unterstützt unsere Kurse finanziell. Sie beteiligt sich an den Personalkosten. Unkompliziert und konstruktiv ist die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hoyerswerda. Sie wirbt auf ihrer Homepage mit für unsere Veranstaltungen. Und mit dem Landratsamt Bautzen verbindet uns das Projekt „Familienbildung in Kooperation mit Kindertagesstätten“. Hier geht es um den Aufbau und Ausbau einer erziehungspartnerschaftlichen Zusammenarbeit. Seit September 2007 übernimmt der Landkreis einen Teil der Personal- und Sachkosten.

Langfristig planen Sie wieder einen Fachtag. Worüber genau?

Der Fachtag findet am 8. November von 9 bis 16 Uhr im Rittergut Bocka bei Ostro statt. Thema ist „Letztlich zählt allein die Motivation“. Referent ist Werner Gratzer, Schulleiter, Buchautor und Lehrbeauftragter der Uni Regensburg. Wir organisieren den Fachtag in Kooperation mit dem Sorbischen Schulverein. Leitgedanke ist: „Wer gut motiviert ist, kann Liebe anderen weitergeben“ – das zählt für die Kinder, pädagogischen Fachkräfte, Eltern und Großeltern gleichermaßen.

Gespräch: Andreas Kirschke