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Gedenken an Euthanasie-Opfern

111 Menschen aus Kleinwachau wurden während des NS-Regimes ermordet. Eine ungewöhnliche Aktion erinnerte jetzt an sie.

© privat

Eine Wiese voller weißer Ballons: Dieses Bild bot sich jetzt im Epilepsiezentrum in Kleinwachau. Auf jedem Ballon steht ein Vorname. Mädchen und Jungen der Kleinwachauer Förderschule haben die 111 Ballons verteilt. Mit dieser Aktion erinnern sie in diesem Jahr an die 111 Frauen, Männer und Kinder, die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden. Anlass ist der bundesweite Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.

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Bewohner, Mitarbeiter und die Schüler im Epilepsiezentrum Kleinwachau hielten außerdem eine Andacht ab. Dabei erinnerten sie an die Menschen aus Kleinwachau, die aufgrund ihrer Krankheit oder Behinderung als „lebensunwertes Leben“ eingestuft und schließlich von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. Die Namen der Opfer füllen ein weißes Plakat. Es hängt im Kirchsaal der diakonischen Einrichtung. Die Schüler der Kleinwachauer Förderschule lasen jeden Namen einzeln vor. In einem Projekttag erfuhren sie bereits von den Menschen hinter den Namen, von Einzelschicksalen der Opfer, die damals in Kleinwachau lebten. Die Lehrer nutzten auch eine interaktive Chronik, deren Erlebnisberichte und Interviews das Thema Euthanasie für die Schüler verständlicher machte. Es waren Erlebnisberichte von Überlebenden und von damaligen Mitarbeitern.

Die Lehrer erklärten den Schülern, was Euthanasie bedeutet. „Das ist ein für Förderschüler schwieriges Thema“, sagte der Pädagoge Stephan Röhricht. „Greifbar wurde das Thema für die Mädchen und Jungen über die 111 weißen Luftballons und die Beschriftung mit den Vornamen der Opfer. Jeder Luftballon steht also für einen Menschen, der sterben musste. Als die Schüler dann die Wiese mit den vielen Ballons sahen, haben sie verstanden, wie hoch die Zahl der Opfer in Kleinwachau war“, sagte Stephan Röhricht. „Es bleibt auch in Zukunft die Verantwortung unserer Gesellschaft, der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die Schüler der Kleinwachauer Förderschule werden die offenen Fragen weiter im Religions- und Ethikunterricht aufarbeiten“, sagte der Pädagoge. (SZ)

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