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Kletterer stirbt am Oderwitzer Spitzberg

Ein herausgebrochener Haken löst das Unglück bei Zittau aus. Es ist nicht der erste Unfall an diesem Berg.

Von Gabriel Wandt

Tragisches Unglück am Spitzberg in Oberoderwitz: Weil ein Haken aus der Felswand brach, sind gestern Mittag ein 36-jähriger Mann und eine 41-jährige Frau aus einer Höhe von 20 bis 25 Metern abgestürzt. Der Mann überlebte den Aufprall auf den Boden nicht. Die Frau wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus geflogen. Am Spitzberg waren die Bergwacht des Zittauer Gebirges, mehrere Rettungswagen und ein Hubschrauber des ADAC im Einsatz. Der Unfall geschah gegen 12.15 Uhr an der Nordseite des Spitzbergs.

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Nach Angaben von Polizeisprecher Thomas Knaup stammen die Opfer aus der Umgebung von Frankfurt/Oder (Brandenburg) und standen nicht näher in Beziehung. Ob sie erfahrene Kletterer waren, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Beide wurden von einem Fernsehteam des Mitteldeutschen Rundfunks und Volker Heinrich vom Sportkletterverein Oderwitz begleitet.

Wie die Polizei weiter berichtete, hatten sich die Kletterer an der Nordseite des Spitzberges getroffen und waren als Seilschaft am sogenannten Superboulder unterwegs. Der Klettersteig ist als schwierig eingestuft. Kurz vor Erreichen der oberen Felskante verloren sie den Halt. Beide hätten keinen Helm getragen, teilte die Behörden mit. Noch ungeklärt ist, ob der Absturz durch menschliches Versagen, durch Materialermüdung oder durch höhere Gewalt verursacht worden ist. Von einer Schuld Dritter ging der Polizeisprecher gestern nicht aus. „Jeder ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich“, so Knaup. Die beiden Kletterer seien mit Seilen gesichert gewesen. Die Polizei hatte gestern Nachmittag den betroffenen Bereich des Spitzbergs gesperrt, die übrigen Teile blieben jedoch geöffnet.

Der Oderwitzer Kletterer Volker Heinrich drückte gestern seine große Bestürzung aus. Es tue ihm wahnsinnig leid, was passiert ist. Der Klettersteig am Spitzberg war auf seine Initiative hin 2011 eingerichtet worden. Das Fernsehteam wollte nach Heinrichs Angaben über das Areal berichten. Über die Feiertage seien sehr viele Kletterer am Spitzberg unterwegs gewesen, erklärte Heinrich.

Hier hat es in den zurückliegenden Jahren mehrere tragische Unglücke gegeben. Am 22. August 2009 war ein junger Oderwitzer kurz vor einem internationalen Kletterwettkampf für Kinder und Jugendliche am Berg tödlich verunglückt, während er Routen für den Wettbewerb markierte. Am 15. Juni 2008 stürzte ein tschechischer Kletterer am Spitzberg 30 Meter in die Tiefe und erlag wenige Tage später seinen Verletzungen.