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Stadträte für Bäume auf dem Obermarkt

Nach der CDU sprechen sich jetzt auch andere Fraktionen für Veränderungen auf dem zentralen Görlitzer Platz aus.

Etwa so wie auf dieser Fotomontage könnte der Görlitzer Obermarkt mit Bäumen aussehen.
Etwa so wie auf dieser Fotomontage könnte der Görlitzer Obermarkt mit Bäumen aussehen. © Fotos: Nikolai Schmidt, Montage: SZ-Bildstelle

In die Diskussion zur Begrünung des Obermarktes kommt Bewegung. Nachdem die SZ und saechsische.de Wärmebildkamera-Fotos der Görlitzerin Janet Conrad gezeigt hatten, auf denen ersichtlich war, wie stark sich Plätze im Stadtzentrum an heißen Sommertagen aufheizen, hatte sich zuerst Matthias Schöneich (CDU) im Technischen Ausschuss für Bäume auf dem Obermarkt ausgesprochen, sein Fraktionskollege Matthias Urban für einen Nachhaltigkeitsmanager in der Stadtverwaltung.

Rätin will Haushaltslage erfragen

Jetzt ziehen andere Stadträte nach. „Stadtbegrünung, Bäume auf dem Obermarkt? Bin ich dabei“, schreibt Jana Krauß (Motor Görlitz/Bündnisgrüne) auf Facebook. In einer Pressemitteilung äußert sie sich umfangreicher: „Unsere Fraktion freut sich über die jüngsten Bemühungen von Vertretern der CDU-Fraktion für mehr Klimaschutz in Görlitz. Sowohl die Begrünung des Obermarktes als auch eine Schnittstelle im Rathaus für Umweltfragen, Klimaschutz und Nachhaltigkeit unterstützen wir gern.“ Sie will jetzt bei der Stadt schriftlich nachfragen, wie die Haushaltslage im investiven Bereich aussieht. Die Räte benötigen regelmäßige Informationen über die Finanzen – und auf dieser Grundlage eine neue Prioritätensetzung. „Aus unserer Sicht kommt dabei dem Schutz von Umwelt und Klima die wichtigste Rolle zu, denn darauf baut alles andere auf. Wir freuen uns sehr, dass CDU-Stadträte das ebenso sehen“, sagt Jana Krauß.

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Grüner sieht Zugewinn an Aufenthaltsqualität

Der Grüne Joachim Schulze (Fraktion Bürger für Görlitz) geht noch einen Schritt weiter: „Der Obermarkt sollte das Pilotprojekt für Klimaanpassung in unserer Stadt werden – mit Bäumen und Brunnen für Schatten und Verdunstungskälte.“ Der sehr große Platz könne durch eine Rekonstruktion oder Neufassung des Salzhauses gegliedert werden. Es brauche nicht viel Fantasie, um sich den möglichen Zugewinn an Aufenthaltsqualität vorzustellen. „Man muss das auch im Zusammenhang mit dem geplanten Welterbezentrum, der Böhme-Ausstellung und dem Besucherzentrum in der Kirche am Obermarkt sehen“, sagt Schulze. Eine attraktivere Empfangssituation auch für die Gäste der Stadt würde geschaffen. Er glaubt, dass es möglich ist, im Stadtrat eine große Akzeptanz und eine Mehrheit zu finden. Ein grüner und frischer Obermarkt sei gut für alle und erst recht für die kommenden heißen Zeiten.

Doch Schulze mahnt auch: „Komplexe Vorhaben brauchen von der Idee bis zur Realisierung Jahre. Es werde vermutlich auch nötig sein, die Medienleitungen zu erneuern. Auch die Geldbeschaffung dauere. Das könne man kritisieren, aber es sei die Realität. Und es brauche Mehrheiten.

AfD kritisiert Betonwüste Marienplatz

Auch Lutz Jankus (AfD) spricht sich für Bäume aus: „Seit 30 Jahren hätte man solche Ideen schon umsetzen können.“ Stattdessen habe man den Görlitzern mit dem Marienplatz eine neue Betonwüste vorgesetzt. Die Stele am Platz weise das Jahr 2002 aus. Die kleinen Bäumchen Richtung Kaufhaus seien weniger als ein Feigenblatt.

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