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Klimaflucht im Schloss Hoyerswerda

Passend zum trockenen, heißen Sommer gibt es im Stadtmuseum eine Sonderausstellung.

Die Hörstationen der Klimaausstellung sind an lebensgroße Fotos von Menschen angeschlossen: Vorn ein Bauer aus den USA, hinten eine Frau aus Bolivien.
Die Hörstationen der Klimaausstellung sind an lebensgroße Fotos von Menschen angeschlossen: Vorn ein Bauer aus den USA, hinten eine Frau aus Bolivien. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Draußen ist es heiß und es regnet nicht ausreichend. Die Lausitzer Flüsse fallen trocken. Für manche ist es nur der dritte extrem trockene Sommer in Folge, für andere die sichtbaren Zeichen des Klimawandels. Man kann hier dennoch super leben. Wir sind nicht sonderlich gefährdet von Naturkatastrophen – mal abgesehen von Waldbränden und aller paar Jahre doch mal einem krassen Hochwasser. Es gibt Regionen auf der Erde, da sieht das anders aus. Es gibt Berechnungen, dass es bis 2050 weltweit rund 200 Klimaflüchtlinge geben wird. 

Die Wanderausstellung „Klimaflucht“ der Deutschen KlimaStiftung befasst sich damit und ist derzeit im Schloss Hoyerswerda zu sehen. Man lernt hier Menschen aus aller Welt kennen – zumindest ihre lebensgroßen Konterfeis. An ihnen befestigt sind Hörstationen. Denn diese Menschen haben etwas zu erzählen, nämlich warum ihnen Dürre und Überschwemmungen, schmelzende Gletscher so zu schaffen machen. Wer nicht hören will oder es aber doch mit einer Station zu tun hat, die gerade ihren Dienst versagt – es ist auch noch mal alles aufgeschrieben und gut lesbar präsentiert. Da geht es um Schicksale in Bolivien, Nepal und Pakistan ebenso wie um solche in Kiribati oder Grönland.

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Welche Auswirkungen hat die globale Erderwärmung auf die Fischer im Mekong-Delta? Welche Sorgen haben die Olivenbauern in Griechenland? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Wanderausstellung „Klimaflucht“ der Deutschen KlimaStiftung (DKS). Eine Frau aus Somalia erzählt, wie es durch die Dürren im Land immer schwerer fällt, Wasser zu finden. Die Schülerin aus Kiribati fürchtet, dass ihre Heimat durch den steigenden Meeresspiegel verschwinden wird. Alles nur ein Thema für Entwicklungsländer? Weit gefehlt. Ein griechischer Olivenbauer schildert, wie seine Einnahmen immer geringer werden, weil die Ernte immer schlechter ausfällt. Und auch den Tourismus kann es treffen. Wenn der Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter kommt, würden allein in Griechenland Grundstücksflächen im heutigen Wert von 44 Milliarden Euro verloren gehen.

Und ein Maisbauer aus den USA erzählt, wie seine Maisernte wegen Trockenheit ausfällt. Er sei zwar dagegen versichert. Doch muss er sich mittelfristig von der Landwirtschaft, von seinem sonst immer doch so fruchtbaren Land, verabschieden und sein Glück lieber in der Stadt versuchen? Und während man das liest, strömt durch das geöffnete Fenster heiße Luft herein.

Wer sich alle Stationen anhört oder durchliest, kann den in der Ausstellung ausliegenden Fragebogen definitiv beantworten. Bis zum 10. September wird die Ausstellung „Klimaflucht“ im Stadtmuseum Hoyerswerda noch zu sehen sein. Dann zieht sie weiter nach Hamburg.

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