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Greta Thunberg besucht Angela Merkel

Um Klimaschützerin Greta Thunberg ist es wegen Corona ruhig geworden. Ein Treffen in Berlin bringt sie zurück auf die große Bühne.

Von Greta Thunberg war lange nichts mehr zu hören. Die Corona-Pandemie hat ihre Protestbewegung erlahmen lassen. Doch nun meldet sie sich zurück.
Von Greta Thunberg war lange nichts mehr zu hören. Die Corona-Pandemie hat ihre Protestbewegung erlahmen lassen. Doch nun meldet sie sich zurück. © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Von André Anwar, Stockholm

Ihre bedingungslose Offenheit macht sie so unwiderstehlich. Selbst Angela Merkel reihte sich am 23. September 2019 zur Uno-Generalversammlung in New York in die Schlange der Mächtigen ein, die ein Selfie mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg machen wollten. Am Donnerstag treffen sich die beiden zu einem Meinungsaustausch in Berlin wieder.

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Nach dem Selfie mit der Kanzlerin kam vor knapp einem Jahr Thunbergs großer Auftritt vor „fast allen Führern dieser Welt im Publikum“. An die Tränen und die Wut der inzwischen 17-jährigen Gründerin der „Friday for Future“-Bewegung erinnert sich auch heute noch die ganze Welt. „Ich war noch nie öffentlich und auch zu Hause wütend. Ich ließ bewusst meinen Gefühlen den Vortritt. Wollte diese einmalige Chance maximal nutzen, so dass ich in 60,70 Jahren nicht bereue, zu wenig gesagt zu haben“, sagt Thunberg heute zu ihrer Rede. Leicht fiel ihr der Hype um ihre Person nicht. Neben viel Zustimmung hat sie auch Morddrohungen erhalten. „Alles was ich sage und mache, wird verzerrt, wird von oben nach unten gewendet, und wird zu Hohn, Verschwörungstheorien und Hassbriefen in sozialen Medien, die ihrerseits zu Morddrohungen gegen mich und meine Familie führen“, erzählt sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf sich bereits im vergangenen Jahr am Rande des UN-Klimagipfels mit Greta Thunberg.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf sich bereits im vergangenen Jahr am Rande des UN-Klimagipfels mit Greta Thunberg. © Twitter @RegSprecher/Bundesregierung/dpa

So wurde ihre 14-tägige Bootsreise von Europa nach New York verhöhnt, weil einige Mitarbeiter trotzdem das klimaschädliche Flugzeug nahmen. Auch die Deutsche Bahn sorgte für einen Skandal.

Als Corona ausbrach wurde es stiller um Thunberg. Sie musste die Klima-Demonstrationen weltweit (etwa in Berlin im September mit rund 270.000 Teilnehmern) und auch ihre Reise nach China absagen. Im März hatte sie selbst „alle Symptome, die auf Corona hindeuten“ und ging in Quarantäne. Auch ihre Bewegung leidet unter der Pandemie. Virtuelle Streiks im Internet locken kaum Schüler an.

Im September wird Thunberg nach ihrer Auszeit für das Klima voraussichtlich wieder in ihr Stockholmer Gymnasium gehen und vielleicht nachholen, was sie versäumt hat. Ab 25. September sind wieder richtige Schulstreiks an Freitagen geplant. Ob sie wieder so viel Zulauf haben werden, wird man sehen.

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