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Melonen-Ernteglück in Copitz

Rainer Kilian freut sich über vier Exemplare, die wegen des heißen Sommers in seinem Garten wachsen. Aber er sieht die Entwicklung skeptisch.

Rainer Kilian aus Pirna-Copitz freut sich über die gute Melonen-Ernte in diesem Jahr.
Rainer Kilian aus Pirna-Copitz freut sich über die gute Melonen-Ernte in diesem Jahr. © Daniel Schäfer

Mit Stolz schaut Rainer Kilian auf die vier dicken grünen Melonen, die in seinem Garten  in Pirna-Copitz nahe der Wesenitz wachsen. Das größte Exemplar bringt locker über fünf Kilo auf die Waage.  Bisher hatte der Gartenfreund weniger Glück mit dieser Obstsorte, die eigentlich am Mittelmeer ihre Heimat hat.  Bereits vor acht Jahren wagte er sich an diesen Exoten und kaufte damals eine vorgezogene Melonenpflanze im Gartencenter. Damals war der Sommer aber kühl und nass, sodass die angesetzte Frucht verfaulte. Bis der Klimawandel kam. "Ich dachte mir, die Sommer werden immer heißer in unseren Breitengraden, da probiere ich es erneut mit Melonen", sagt der Pirnaer. 

Sein jetziges Melonen-Glück stammt aus der Türkei. In der Nähe des Badeortes Side machte er mit seiner Freundin Barbara Brandt vor einem Jahr Urlaub. Die beiden waren in einem guten Hotel untergebracht, wo es täglich frische saftige Melonen gab. "Lecker", erinnert sich Kilian. So lecker, dass er während eines Mittagessens mit seiner Gabel die Kerne aus der geschnittenen Frucht pulte, um sie in eine Serviette zu legen. Mit dieser im Gepäck kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Die getrockneten Kerne steckte er in die Erde und zog sie auf dem Balkonbrett hoch. Als sich das erste Grün zeigte, war die Freude groß. Im Frühjahr waren die Pflanzen so hoch, dass er sie nach draußen in das Hochbeet setzen konnte, das er extra dafür gezimmert hatte. Da Melonen viel Licht und Sonne brauchen, wählte er einen schattenfreien Standort. 

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Schnell musste er feststellen, dass Melonen ordentliche Säufer sind. "Fast jeden Tag habe ich das Beet gegossen, was auch nicht verwundert, denn die Frucht besteht zu 95 Prozent aus Wasser", sagt Kilian, der die Pflanzen selber bestäubte. Mit einem Schulpinsel tupfte er in die Blüte und damit dann in die anderen Blüten. Die ersten Früchte bildeten sich, die sich über den Sommer zu wahren Prachtexemplaren entwickelten.   

Nachbarn bekommen eine Kostprobe

Jetzt steht die Ernte an. Rainer Kilian hat sich im Internet schlau gemacht. Ob die Melonen reif sind, kann man erklopfen. "Es muss hohl klingen und die Ranke, die die Frucht ernährt, muss welken. Dann ist die Melone fällig," weiß der Hobbygärtner. Zur Melonen-Erntefeier werden seine Kinder eingeladen und die Nachbarn bekommen auch eine Kostprobe ab. Barbara Brandt und Rainer Kilian sind schon sehr gespannt auf den Geschmack. Alles hängt von der Sonneneinstrahlung ab. Sie bestimmt den Süßegrad der Melone, sagt der Pirnaer. 

Auch Susanne Russig, Vorsitzende vom Territorialverband "Sächsische Schweiz" der Gartenfreunde, bestätigt, dass sich infolge der heißen dürren Sommer in den vergangenen Jahren die Anbausorten in der Region verändert haben. "Viele Kleingärtner pflanzen mit Erfolg Obst und Gemüse an, das ursprünglich aus wärmeren Gegenden kommt. "Als Beispiel nennt sie unter anderem Feigen, Melonen sowie Auberginen und Paprika, der aus dem mediterranen Bereich stammt. 

Bald Bananen im Garten ernten?

An Paprika hat sich Rainer Kilian bisher noch nicht versucht. "Scherzhaft  sagen wir immer unter den Nachbarn, wenn es weiterhin so heiß im Sommer wird, dann pflanzen wir demnächst Bananen und Ananas an." Natürlich meint er es  nicht ernst. Der 72- Jährige würde lieber bei seinen heimischen Tomaten, Gurken und Himbeeren bleiben, denn er weiß genau: "Die Wälder sind durch den Borkenkäfer, aber auch aufgrund der Trockenheit mehr als gestresst. Der Klimawandel ist für alle ein Riesen-Problem und muss gestoppt werden."  

Gartentipp 1: Viele Apfelsorten sind im September erntereif

Gerade bei größeren Bäumen reifen die Äpfel auf den sonnenabgewandten Seiten und im Inneren der Krone weniger einheitlich ab als bei schmalen Buschbäumen. Deshalb sind mehrere Erntegänge nötig. Entfernen Sie dabei auch alle Früchte mit Faulstellen, starkem Schorfbefall oder anderen Krankheitsanzeichen. Zum Einlagern eignen sich nur einwandfreie Äpfel, die übrigen sollten rasch verwertet werden. Faulstellen großzügig ausschneiden, sie enthalten das Pilzgift Patulin! Kleine braune, trockene Flecken im Fruchtfleisch (Stippigkeit) werden durch Nährstoffprobleme verursacht und sind gesundheitlich unbedenklich, die Äpfel schmecken aber meist bitter.

Gartentipp 2: Steckhölzer von Johannisbeeren schneiden

Johannisbeeren lassen sich im Herbst durch Steckhölzer vermehren. Dafür von einjährigen Ruten circa zwanzig Zentimeter lange Triebspitzen schneiden. Von langen, kräftigen Trieben können Sie mehrere Teilstücke gewinnen. Die mittleren Knospen ausbrechen, damit die Steckhölzer nur am unteren Ende Wurzeln bilden. Die Triebe anschließend mit zehn Zentimeter Abstand in eine zehn bis 15 Zentimeter tiefe Pflanzrinne stecken. Rinne mit Erde auffüllen, anhäufeln und andrücken, sodass die Endknospen an der Triebspitze etwa eine Handbreit über der Erde liegen. Die kräftigsten Jungpflanzen setzt man im späten Frühjahr an ihren endgültigen Platz.

Gartentipp 3: Tomaten und Paprika: neue Blüten entfernen

Brechen Sie die neu gebildeten Blüten Ihrer Tomaten und Paprika ab September regelmäßig aus. Grund: Die vorhandenen Früchte reifen besser aus und werden größer, wenn die Pflanzen keine neuen mehr bilden können. Sie können beide Gemüsearten im September noch einmal mit flüssigem Gemüsedünger oder Brennnesseljauche versorgen und sollten alle vergilbten Blätter laufend entfernen.

Gartentipp 4: Kornelkirschen gut ausreifen lassen

Im August/September werden Kornelkirschen im fast überreifen, das heißt dunkel- bis schwarzroten Zustand geerntet. Die Früchte sind dann süßer, weicher und lassen sich besser pflücken. Auch die Steine lösen sich besser vom Fruchtfleisch. Der Ertrag kann von einem Jahr zum anderen stark variieren. Großfrüchtige Sorten für den Hausgarten sind zum Beispiel ‘Cornello’ und ‘Cornella’ sowie ‘Jolico’.

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