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Klinikchef: Rauchverbot ist nicht durchsetzbar

Die Gesundheitsminister gehen in die Offensive, um die Nichtraucher besser zu schützen. Wenn alles so kommt, wie geplant, muss der Verwaltungschef der Elblandkliniken Meißen Radebeul ein Rauchverbot durchsetzen und die Raucherräume in den Krankenhäusern auflösen.

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Von Petra-Alexandra Buhl

Die Gesundheitsminister gehen in die Offensive, um die Nichtraucher besser zu schützen. Wenn alles so kommt, wie geplant, muss der Verwaltungschef der Elblandkliniken Meißen Radebeul ein Rauchverbot durchsetzen und die Raucherräume in den Krankenhäusern auflösen. Bislang dürfen die Raucher in beiden Kliniken ihrer Sucht frönen. Draußen vor der Tür gibt es Aschenbecher, im Inneren des Hauses Raucherräume. Im Meißner Neubau hat jede Station ein Raucherzimmer. „Das wurde beim Bau schon so geplant, aber weshalb, da müsste man die Architekten fragen“, sagt Ruppert. Absauganlagen gibt es in den Raucherzimmern nicht, entsprechend ungemütlich ist es dort. „Wir wollen unseren Rauchern den Aufenthalt dort bewusst nicht so heimelig und bequem machen“, sagt Ruppert. Die Raucherzimmer seien aber ein Muss. „Wenn jemand ein Bein gebrochen hat, will er halt auch rauchen. Das ist eine Sucht, die man jemandem nicht zwangsweise abgewöhnen kann. Da werden die Leute aggressiv“, sagt der Krankenhauschef. Wer eine Schachtel Zigaretten pro Tag raucht, brauche das auch im Krankenhaus.

Das sehen viele Politiker anders. Seit längerem verfolgt Sachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Helma Orosz den Plan, rauchfreie Krankenhäuser einzurichten. Ruppert glaubt, dass diese Pläne scheitern werden, weil es keine Möglichkeit gibt, das Verbot zu sanktionieren. „Ich kann doch den Patienten nicht rausschmeißen.“ Initiativen für ein rauchfreies Krankenhaus könnten nur auf freiwilliger Basis erfolgreich sein. „Mit Vernunft ist da nichts zu machen“, so Ruppert.