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Kliniken kehren zur Normalität zurück

Seit sechs Tagen ist die Zahl der Corona-Infizierten mit 241 stabil. In Leisnig und Döbeln werden noch fünf Patienten und ebenso viele Verdachtsfälle behandelt.

Im Klinikum Döbeln wurde eine Station für Patienten mit Atemwegserkrankungen eingerichtet, zu denen auch Covid-19 zählt. Auch wenn es keinen Corona-Fall gibt, bleibt diese bestehen.
Im Klinikum Döbeln wurde eine Station für Patienten mit Atemwegserkrankungen eingerichtet, zu denen auch Covid-19 zählt. Auch wenn es keinen Corona-Fall gibt, bleibt diese bestehen. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. Im Landkreis Mittelsachsen scheint sich die Lage in Bezug auf die Corona-Pandemie zu stabilisieren. Deshalb kehren auch die Krankenhäuser in kleinen Schritten zur Normalität zurück.

Die Helios-Klinik in Leisnig verschiebt nach wie vor Eingriffe, die nicht zwingend nötig sind und hält sich damit an entsprechende Vorgaben der Bundesregierung, der es damit um das Freihalten von Kapazitäten für Corona-Patienten geht. „Gleichwohl arbeiten wir mit unseren Medizinern und Hygienikern an Konzepten, wie das schrittweise, sinnvolle und für unsere Patienten sichere ,Hochfahren‘ des Klinikbetriebes in den kommenden Monaten aussehen kann“, teilt die Klinik mit.

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In deren Fokus steht, weiter ausreichend Kapazitäten für die sichere Behandlung von Covid-19-Patienten bereitzustellen, den Bürgern durch gute Sicherungskonzepte die Angst zu nehmen, in die Kliniken zu kommen und den Klinikbetrieb wieder soweit aufzunehmen, dass auch medizinisch notwendige, aber bisher aufgeschobene Behandlungen durchgeführt werden könnten. „Wir stehen dazu auch im Austausch mit Behörden und Vertretern der Politik“, so Helios.

Die Leisniger Mitarbeiter haben sich am Freitag um vier Corona-Patienten gekümmert, bei denen die Infektion nachgewiesen ist, zwei davon bedurften einer intensivmedizinischen Behandlung. Ebenfalls auf der Intensivstation befand sich ein Verdachtsfall, ein weiterer wartete auf der Isolierstation auf das Ergebnis seines Tests.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

Am Klinikum Mittweida werden derzeit Konzepte erarbeitet, um aus der Krisensituation heraus zu einem längeren Umgang mit Corona-Patienten und der gewohnten Versorgung der Nicht-Corona-Patienten zu kommen. Ziel sei es, neben der bestmöglichen medizinischen Behandlung aller Patienten, das Risiko einer Verbreitung des Virus im Idealfall möglichst auszuschließen. Dazu habe die Klinik mit einer abgestuften Überwachung der Mitarbeiter begonnen, die auf die planbaren Patientenbehandlungen ausgedehnt werden sollen.

Bettenzahl ausbaufähig

„Derzeit halten wir eine separate Station mit 16 Betten für Corona-Patienten vor. Je nach Entwicklung der Infektionszahlen im Landkreis können wir jedoch reagieren und weitere Kapazitäten schaffen“, erklärt Pressesprecherin Ines Schreiber. Zusätzlich stehen acht normale Beatmungsplätze auf der Intensivstation zur Verfügung, die für Corona-Patienten auf maximal zwölf Plätze erweitert werden könnten.

Am Freitag befand sich ein positiv bestätigten Corona-Fall auf der Pandemiestation. Außerdem gab es drei Verdachtsfälle, von denen zwei auf der Intensivstation versorgt wurden. Die Testergebnisse standen noch aus.

Die Entscheidung, wann die Mittweidaer Klinik wieder alle Kapazitäten für den normalen Betrieb ausschöpfen kann, hänge von der Entwicklung der Pandemie in der Region ab. „Aus unserer Sicht eng verbunden, ist damit die Möglichkeit, geplante Patientenaufnahmen, aber auch Notfallpatienten auf das Vorliegen des Virus zu untersuchen. Dabei sind wir von der Bereitstellung ausreichender Testkapazitäten und der Finanzierung der Tests abhängig“, erklärt Ines Schreiber. Wie es weiter gehe, werde von Woche zu Woche entschieden.

Das Klinikum Döbeln hätte im Bedarfsfall einen ganzen Gebäudekomplex isolieren können, der sowohl eine eigene Energie- und Wasserversorgung als auch einen separaten Eingang hat, erklärt der Geschäftsführende Gesellschafter und Ärztliche Direktor Dr. med. Ralf Lange.

Vorerst habe die Klinik speziell für Patienten mit Atemwegserkrankungen, zu denen auch Covid-19 zählt, eine Station vorgehalten und diese Patienten von vornherein isoliert. Diese Station bleibe auch weiter bestehen. An Corona erkrankte Patienten habe die Klinik allerdings nicht.

In letzter Zeit hätten viele Patienten aus Angst und Vorsicht Kliniken und Arztpraxen gemieden. So seien im Döbelner Krankenhaus beispielsweise fast 50 Prozent weniger Herzinfarkte mittels Katheter-Technik behandelt worden. „Von uns wurde nie ein Patient abgewiesen“, so Lange.

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Die Patienten hätten sicherlich Nachholbedarf. Dem werde die Klinik Rechnung tragen, auch immer unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung aller Patienten. „Denn es nützt überhaupt nichts, in der jetzigen Situation die Behandlung anderer Patienten zugunsten der Corona-Patienten einzuschränken“, meint Lange.

Alle Sprechstunden seien besetzt. Die operative, endoskopische, angiographische und radiologische Kapazität könne voll ausgelastet werden.

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