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Kliniken stehen vor Umwälzungen

über die Krankenhäuser im Landkreis

Sebastian Beutler

Als Oberbürgermeister Deinege vor mehr als einem Jahr ins Amt kam, da freute er sich öffentlich über einen stattlichen Gewinn des Städtischen Krankenhauses. In diesem Jahr ist es aus der Führungsetage des Görlitzer Rathauses zu diesem Thema verdächtig still. Dabei hätten die Mitarbeiter des Klinikums durchaus den öffentlichen Dank ihres Gesellschafters, nämlich der Stadt, verdient. Vielleicht kommt er ja noch.

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Tatsächlich schlägt sich das Krankenhaus wacker. Gegen schwierige politische Rahmenbedingungen und Fehler in der Bostelaar-Ära, die noch bis heute nachwirken, ist nur schwer etwas zu machen. Da hilft häufig nur, nach vorn zu schauen. Und das geschieht an der Girbigsdorfer Straße. Dort und anderswo im Landkreis ist aber deutlicher als noch vor Jahren zu erkennen: Allein wird es immer schwieriger, hohe medizinische Qualität zu gewährleisten und dabei auch noch Gewinne einzufahren. Schließlich ist ein Krankenhaus auch ein Wirtschaftsunternehmen. Und die Häuser tun gut daran, auf ihre Wirtschaftlichkeit zu achten.

Trotzdem dürfte die Prognose nicht allzu gewagt erscheinen, dass sich die Klinik-Landschaft im Landkreis in den nächsten Jahren stark verändern wird. Vier Kriterien sollten dabei aber beachtet werden: 1. Die wohnortnahe Grundversorgung der Menschen muss erhalten bleiben, Spezialkliniken an Zentren sind wahrscheinlich. 2. Es ist besser, die bestehenden Häuser notfalls durch Fusionen zu erhalten, als einzelne über die Klinge springen zu lassen. 3. Die hohe medizinische Behandlungsqualität im Landkreis muss erhalten bleiben. Und schließlich 4. Die Krankenhäuser bleiben ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis mit Hunderten Arbeitsplätzen und Innovationen. Das gilt es zu erhalten.