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Dresden

Klinikum strukturiert Notaufnahmen um

Patienten sollen dadurch besser betreut werden. Vor allem, weil sie nicht sofort auf eine andere Station verlegt werden. 

Für Notfallpatienten soll sich im Städtischen Klinikum einiges ändern.
Für Notfallpatienten soll sich im Städtischen Klinikum einiges ändern. © Sven Ellger

Wer künftig als Notfallpatient in das Städtische Klinikum eingeliefert wird, könnte schon bald von einer neuen Beobachtungsstation profitieren.

Diese soll an beiden Standorten Friedrichstadt und Neustadt räumlich nah an die Notaufnahme angegliedert werden und mindestens sechs Betten haben. Der Vorteil: Patienten, die nachts eingeliefert werden, aber noch einige Zeit im Klinikum behandelt werden sollen, müssen derzeit noch auf andere Stationen verlegt werden. Laut Lutz Blase, medizinischer Direktor des Städtischen Klinikums, ist das nicht immer günstig. „Gerade nachts sind die Pflegekräfte auf den Stationen oft allein. Kommt nun so ein Notfallpatient, wird die Pflegekraft aus ihrer normalen Arbeitsroutine herausgerissen und kann von dem Notfallpatienten überfordert sein“, sagt er.

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Die neue Struktur würde somit eine Entlastung an dieser Stelle schaffen. Außerdem werden die Notfallpatienten auf der Beobachtungsstation von jenen Schwestern und Ärzten betreut, die sie schon aufgenommen haben und damit genau mit den Verletzungen und Beschwerden vertraut sind. „Diese Kollegen können die Krankheitsverläufe viel besser beurteilen“, sagt Blase. Er führt außerdem an, dass mit der neuen Struktur auch eine weitere Professionalisierung in der Notfallmedizin stattfinden wird, weil für den größeren Bereich dann konsequenter Ärzte eingesetzt werden, die fachlich so breit aufgestellt sind, dass sie vom Beinbruch bis zum Herzinfarkt alles gut behandeln können. Bisher übernehmen häufig Ärzte Dienste in der Notaufnahme, die zum Beispiel auf die Chirurgie oder den internistischen Bereich spezialisiert sind.

Über diese Pläne soll Ende Juni der städtische Gesundheitsausschuss entscheiden. Wie aus der zugehörigen Vorlage hervorgeht, hat die Umstrukturierung auch finanzielle Hintergründe. Denn die neue Form der Notfallversorgung basiert auch auf einer neuen gesetzlichen Anordnung von Mitte April. Krankenhäuser, die nicht darauf reagieren, müssen mit geringeren Erlösen rechnen. Für das Städtische Klinikum wären das immerhin mindestens 1,1 Millionen Euro plus 60 Euro je vollstationärem Behandlungsfall.

Dagegen sind zusätzliche Erlöse garantiert, wenn das Klinikum die Strukturen ändert. Für Friedrichstadt, das eine höhere Versorgungsstufe anstrebt, wären es pauschal rund 690 000 Euro pro Jahr, für Neustadt etwa 460 000 Euro pro Jahr. Investiert werden muss dafür aber auch. Der jeweils zusätzliche medizinische Leiter kostet rund 150 000 Euro pro Jahr.