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Klopapier in der Neiße?

Auch anderes, was nicht dorthin gehört, floss dieser Tage in den Fluss, hat ein Görlitzer beobachtet. Kaputt ist nichts. Das Problem liegt bei Grundstücksbesitzern.

Nicht schön, was da in der Neiße landete.
Nicht schön, was da in der Neiße landete. © privat

Vom Geruch mal ganz abgesehen, das Bild soll kein angenehmes gewesen sein, das sich Kurt Bernert diese Woche bei einem Spaziergang am Neißeufer bot. Er lebt seit einem reichlichen Jahr in Görlitz und gehört zur hiesigen Gruppe der Umweltorganisation BUND. Er ist oft am Neißeufer, häufig um Zigarettenkippen oder Müll aufzusammeln. 

Ein Stück flussaufwärts der Altstadtbrücke befindet sich ein Auslauf. Dort, erzählt Bernert, floss jetzt nicht nur Regenwasser in die Neiße, sondern Fäkalien, "Tampons und Klopapier haben wir auch entdeckt."

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Dass etwas kaputt gegangen ist, verneinen die Stadtwerke Görlitz (SWG). Bei dem Auslauf handelt es sich um einen Regenwasserablauf von der angrenzenden Neißstraße, erklärt SWG-Sprecherin Belinda Brüchner. Und das Problem sind Falscheinleitungen: "Gründe dafür sind Fehlanbindungen von Schmutz- und Regenwasserkanälen durch Gebäudesanierungen", oder auch Kanalverstopfungen auf privaten Grundstücken. "Diese Verstopfungen führen in vereinzelten Fällen dann zu einer Fehleinleitung in den Regenwasserkanal." 

Am Donnerstagmorgen haben Mitarbeiter der Stadtwerke die Stelle überprüft. "Eine aktuelle Verschmutzung konnte von unserer Seite nicht festgestellt werden, wir werden dies jedoch weiterhin streng beobachten." Denn die Problematik beschäftige die  Fachexperten bei den Stadtwerken schon geraume Zeit. In der Vergangenheit habe die SWG bereits mehrfach aufwendige Kanalinspektionen vorgenommen und Grundstücke an der Neißstraße kontrolliert. Bislang habe man problematische Stellen mit den Grundstücksbesitzern immer beseitigen können.

Es betreffe auch nicht nur diesen Auslauf. Die Stadtwerke verlegen in der Regel getrennte Kanäle, also Schmutz- und Regenwasserkanal bis zur Grundstücksgrenze. Für den Anschluss sind die Grundstücksbesitzer zuständig. "Eine Fehlanbindung, wie das aktuelle Beispiel leider wieder zeigt, kann zu ernsthaften Problemen führen", sagt Belinda Brüchner. Zum einen in den Netzen selbst: Wenn Regenwasser mit in den Schmutzwasserkanal eingeleitet wird, könne es zu Überlastungen kommen und sich bei Rückstau oder gar Überflutung auf andere Grundstücke auswirken. Und andersherum: Wird Schmutzwasser mit in den Regenwasserkanal eingeleitet, landet es ungeklärt in der Neiße. 

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