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Klopp mal wieder genervt

Der Dortmunder Trainer ärgerte sich über eine Reporterfrage. Der ZDF-Sportchef interveniert und der Moderator übt Selbstkritik.

© Reuters

Von Wolfgang Müller

Er versuchte es wirklich. Er wollte ruhig bleiben. Er schüttelte anfangs Oliver Kahn und ZDF-Moderator Jochen Breyer freundlich die Hand und analysierte erst einmal sachlich, dass ihm „das taktische Verhalten“ seiner Mannschaft am Mittwochabend nicht gefallen habe. Jürgen Klopp scherzte sogar kurz und lächelte. Am Tag darauf aber musste der ZDF-Sportchef intervenieren, Breyer äußerte sich in einem Interview selbstkritisch und Klopp beschwichtigte: „Wer mich kennt, weiß, dass ich an so was nicht lang knabbere.“

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„Die Sache ist erledigt, ich habe mit Jürgen Klopp telefoniert“, sagte Dieter Gruschwitz gestern in Hamburg und bekräftigte, was mittlerweile jeder Fußballfan und Fernsehzuschauer weiß: „Er ist halt ein sehr emotionaler Mensch.“ Was war denn bloß schon wieder los?

Nach dem 0:3 von Borussia Dortmund im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid wagte ZDF-Mann Breyer die Frage: „Die Sache ist durch, oder, Jürgen Klopp?“ Stille. Der BVB-Coach schaute den Fragesteller an, die linke Hand in die Hüfte gestemmt, und sagte: „Wie könnte man mir Geld überweisen für meinen Job, wenn ich heute hier stehen würde und sagen: die Sache ist durch? Das wäre genauso doof, wie wenn ich sagen würde, wir hauen die sicher weg.“

Plötzlich schien es wieder in ihm zu brodeln. Der frühere ZDF-Experte Klopp hatte sich ja zuletzt schon mit dem aktuellen ZDF-Experten Kahn und einer Reporterin des Senders verbale Auseinandersetzungen geliefert. „Entschuldigung, ich möchte nicht hier im ZDF-Studio schon wieder mit irgendjemandem aneinandergeraten“, sagte Klopp und polterte dann doch noch los: „Auf doofe Fragen kann ich schon auch doof antworten, wie wir alle wissen.“ In Trapattoni-Manier fragte er: „Sind wir fertig?“, legte das Mikro unsanft ab und ging – nicht ohne mit Kahn zu scherzen: „Olli, super heute, wir zwei.“

Der ZDF-Moderator gab zu, „dass das eine dämliche Frage war. Ich ärgere mich drüber, wie ich es formuliert habe.“ Natürlich könne man nach den Aussichten für das Rückspiel fragen, aber „ich habe eine Aussage getätigt, die da nicht hingehört. Das war mein Fehler, das haben wir in der Nachbesprechung zur Sendung auch angesprochen“, räumte Breyer offen ein. (dpa)