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Klopps Team schafft das Wunder

Der FC Liverpool steht nach einer furiosen Aufholjagd gegen den FC Barcelona wie 2018 im Finale der Fußball-Champions-League. Jetzt winkt der erste Pokal seit 2005.

Der verletzte Mohamed Salah (links), Trainer Jürgen Klopp (Mitte) und Virgil van Dijk bejubeln den Erfolg.
Der verletzte Mohamed Salah (links), Trainer Jürgen Klopp (Mitte) und Virgil van Dijk bejubeln den Erfolg. © dpa/Peter Byrne

 Jürgen Klopp fiel jedem seiner Helden in die Arme. Der verletzte Mohamed Salah sprang ausgelassen über den Rasen. Im Kult-Tempel in Anfield erklang die Hymne "You'll never walk alone". Es waren Momente für die Ewigkeit, die der Trainer und seine Spieler in dieser so magischen Nacht erlebten, nachdem der FC Liverpool das Fußball-Wunder tatsächlich geschafft und den haushohen Favoriten FC Barcelona aus allen Endspiel-Träumen gerissen hatte.

Die Engländer feierten nach einer grandiosen Aufholjagd am Dienstagabend im Halbfinal-Rückspiel der Champions League ein 4:0 (1:0) gegen die Katalanen und machten dadurch das 0:3 aus dem Hinspiel vor sechs Tagen wett. Sie stehen wie 2018 im Endspiel der Königsklasse und haben den ersten Titel seit 2005 im Visier. Im Finale trifft der Premier-League-Zweite am 1. Juni in Madrid entweder auf Ajax Amsterdam oder Tottenham Hotspur. Das Hinspiel hatten die Niederländer mit 1:0 gewonnen. Sie treten am Mittwochabend zu Hause an.

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Je zweimal der ehemalige Wolfsburger Divock Origi in der 7. und 79. Minute sowie der eingewechselte Georginio Wijnaldum in der 54. und 56. Minute sorgten mit ihren Toren für ein Tollhaus in Liverpool. Wieder einmal hat das legendäre Stadion in Anfield einen dieser magischen Europapokalabende erlebt. So könnte sich für Klopp doch noch der Traum vom ersten Titel mit Liverpool erfüllen. Denn in der Meisterschaft hat Manchester City einen Spieltag vor Saisonende mit einem Punkt Vorsprung die besseren Karten.

"Das ist schwer in Worte zu fassen. Es war ein unglaublicher Abend. Das ist einer der schönsten Momente in meiner Karriere. Es bleibt in Erinnerung", sagte Matchwinner Origi. Kapitän Jordan Henderson fügte hinzu: "Der Glaube in unserer Kabine ist großartig. Wir wussten, dass wir etwas Spezielles erreichen können. Das ist eine besondere Nacht." Auch Andrew Robertson konnte es kaum fassen: "Die Leute haben uns zwar abgeschrieben, aber wir haben an uns geglaubt."

Der FC Barcelona mit dem deutschen Auswahltorhüter Marc-André ter Stegen verpasste dagegen den schon sicher geglaubten ersten Endspiel-Einzug seit dem Titelgewinn 2015. Auch den Traum vom Triple kann die bereits als spanischer Meister feststehende Mannschaft von Trainer Ernesto Valverde abschreiben. Entsprechend frustriert schlich Superstar Lionel Messi, der Held aus dem Hinspiel, vom Rasen.

Klopps Mannschaft legte einen spektakulären Start hin. Angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse sorgte Xherdan Shaqiri bereits nach 50 Sekunden erstmals für Gefahr. Sechs Minuten später war es auch schon passiert: Nach einem Fehler von Jordi Alba scheiterte Henderson an ter Stegen. Den Nachschuss drückte Origi ins Tor.

Salah fehlt und jubelt auf der Tribüne mit

Origi und Shaqiri durften von Beginn an auflaufen, weil die verletzten Salah und Roberto Firmino nicht zur Verfügung standen. Insbesondere der Ägypter, der sich am Sonnabend in Newcastle am Kopf verletzte, fehlte extrem. Er saß auf der Tribüne. Sein T-Shirt trug die Aufschrift: "Never give up." In dieser Phase spielte Liverpool wie aufgedreht. Fabinho lieferte sich sogar mit dem einstigen Liverpool-Torjäger Luis Suarez eine Privatfehde.

Die Katalanen benötigten gut zehn Minuten, bevor sie im Spiel waren. Dann herrschte höchste Alarmstufe bei den Engländern. So musste Allison gegen Lionel Messi (14.), Philippe Coutinho (18.) und Alba (45.+3) retten. Messi, der das Hinspiel mit zwei Toren fast allein entschieden hatte, wurde teils von drei Gegenspielern angegriffen. Barcelona verstand es bis zum Pausenpfiff, Liverpool vom eigenen Tor fernzuhalten. Mehr als ein Schuss von Robertson (23.) brachte die Klopp-Elf nicht mehr zustande.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste. Liverpool erhöhte das Tempo und hatte durch Abwehrchef Virgil van Dijk die Chance zum zweiten Tor (51.). Im Gegenzug bewahrte erneut Allison die Reds bei einer Riesenchance von Suarez vor dem Ende aller Träume. Die vergebene Chance des Uruguayers sollte sich rächen. Nach einem Fehler des Ex-Schalkers Ivan Rakitic brachte Trent Alexander-Arnold den zur Pause eingewechselte Wijnaldum in Szene, der zum 2:0 traf. Zwei Minuten später war er per Kopf erfolgreich.

Die Uhr stand wieder auf Null. Barca hatte große Mühe, zurück ins Spiel zu finden. Auch die magischen Momente von Messi blieben aus. Ein Freistoß landete in der Mauer (66.). Dann war da noch Allison, der den Argentinier stoppte (68.). Schon 2018 hatte Allison mit dem italienischen Klub AS Rom einen Drei-Tore-Rückstand gegen Barcelona aufgeholt.

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Als es so langsam in Richtung Verlängerung ging, leisteten die Katalanen sich einen folgenschweren Fehler. Bei einer schnell ausgeführten Ecke befanden sie sich offenbar im Tiefschlaf. Origi schaltete blitzschnell und traf zum 4:0. Messi schaute nur noch entgeistert, während Liverpool Kopf stand. (dpa)

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