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Döbeln

Klosterförderer im Beet und am Pinsel

Die Arbeitseinsätze gibt es seit zwei Jahren. Wer Zeit hat, hilft – auch wenn manches unbeliebt ist.

Ab ins Beet: Hausmeister Holger Stein hat Schatzmeisterin Sonja Jäschke (links) und Buchhalterin Steffi Birke den Klostergarten zugeteilt. Nur über Patenschaften oder durch solche Arbeitseinsätze gelingt es, dort die Übersicht zu behalten.
Ab ins Beet: Hausmeister Holger Stein hat Schatzmeisterin Sonja Jäschke (links) und Buchhalterin Steffi Birke den Klostergarten zugeteilt. Nur über Patenschaften oder durch solche Arbeitseinsätze gelingt es, dort die Übersicht zu behalten. © Christian Essler

Leisnig. Zu Pipes, Drums & more werden am Wochenende Tausende Besucher im Kloster Buch erwartet. Für sie und alle übrigen Gäste haben sich Mitglieder des Fördervereins Kloster Buch am Dienstag den gesamten Tag ins Zeug gelegt und sind Nötiges sowie Liegengebliebenes angegangen.

Werner Hynitzsch ist schon nach dem Mittagessen wieder auf dem Sprung. „Es geht in den Urlaub“, ruft er fast im Vorbeigehen. Mit Vereinschef Heiner Stephan hat der langjährige Präsident des Leisniger Carnevalclubs (CCL) bei seinem Einsatz im Kloster der Holzsitzgruppe am Muldenufer einen neuen Schutzanstrich verpasst. Die zweite Farbschicht bringt Volkmar Krawczyk auf, ohne lange zu fragen.

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Ein paar Meter weiter hockt Steffi Birke in einem der Beete im Klostergarten und jätet Unkraut zwischen Pflanzen mit genießbaren Blüten. Die servieren die Förderer den Gästen in der Gastronomie gern einmal auf Salat oder als Dekoration. Zwischen den Salatköpfen hackt Schatzmeisterin Sonja Jäschke. „Ich hätte auch was anderes gemacht, gestrichen oder gefegt“, sagt die Finanzchefin. Wo sie gebraucht werde, packe sie zu.

Das sehen auch viele andere Förderer so. Reichlich ein Dutzend haben sich am Dienstag auf den Weg ins Kloster gemacht, manche auch aus Hartha oder Roßwein oder noch weiter her. Einige nach Feierabend oder wie Werner Hynitzsch noch vorm Start in den Urlaub.

Volkmar Krawczyk (links) und Heiner Stephan streichen die Sitzgruppe.
Volkmar Krawczyk (links) und Heiner Stephan streichen die Sitzgruppe. © Christian Essler

„Dafür“, sagt Sabine Patzelt vom Team für Öffentlichkeitsarbeit, „sind wir sehr dankbar.“ Ohne diese Hilfe sei die Arbeit auf einem so großen Gelände schlichtweg nicht zu bewältigen. Zwar habe Hausmeister Holger Stein wieder zwei Helfer. Trotzdem könnten von der kleinen Mannschaft längst nicht alle anfallenden Arbeiten bewältigt werden. Und: „Irgendwann muss auch mal wieder Grund rein“, so Sabine Patzelt. Deshalb war Großreinemachen angesagt: In der Gutskappelle, Infirmerie (Krankenkapelle) und Schöpfwerkstatt wurden Decken und Wände abgekehrt, Mobiliar abgewischt und vieles mehr.

Damit noch nicht genug. Von einem zum anderen Mal entstehen Wunschlisten. Dort werden, um Abläufe zu optimieren, noch ein paar Haken an der Wand benötigt. „Solche Wünsche bekommen wir bei diesen Gelegenheiten erfüllt“, erzählt Sabine Patzelt. Auch Reparaturen wie die eines kaputten Tores stehen an.

Einige Arbeiten gehören nicht zu den beliebtesten. Einen der Punkte auf dieser Liste haben die Mitarbeiter schon in der vergangenen Woche abgearbeitet: Reinigungsarbeiten im Turm der Kapelle. „Dort wohnen auch Fledermäuse. Deren Hinterlassenschaften haben wir schon im Vorfeld der Turmuhrführung am zurückliegenden Sonnabend beseitigt“, erzählt Sabine Patzelt. Auch der Dreck der Schwalben, die in Kolonien am Turm der Kapelle nisten, ist regelmäßig zu beseitigen. Damit das leichter und schneller geht, wird eine schmale Spur Sand am Gebäude entlanggestreut.

Seit zwei Jahren ruft der Vorstand des Fördervereins zum Arbeitseinsatz auf. Meist gibt es zwei im Jahr, den ersten im Frühjahr. 2019 steht ein dritter womöglich vorm Erntefest an. Bei solchen und anderen Veranstaltungen sind die Förderer wieder im Einsatz, der Vereinschef zum Beispiel regelmäßig in Mönchskutte im Weinkeller, um Gäste zu bewirten.

Im Klostergarten allerdings genügt der Einsatz zweimal im Jahr nicht. Für einige Beete haben sich inzwischen Paten gefunden, mindestens ein langes an der Grundstücksgrenze „schreit“ noch nach einem ehrenamtlichen Gärtner. Schon fast mannshoch stehen Blumen und Wildkräuter und -gräser dort. Das soll sich 2020 ändern. Wer das Beet mit in Ordnung bringen und halten möchte, ist gern gesehen.

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