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Klostergeschichte auf 175 Seiten

Ein neuer Katalog zeigt, was die Kamenzer St.-Annen-Kirche an Schätzen zu bieten hat.

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Reichlich eineinhalb Jahre nach der Wiedereröffnung der Klosterkirche St. Annen ist jetzt auch der offizielle Katalog der Dauerausstellung des Kamenzer Sakralmuseums erschienen. Herausgeber im Selbstverlag sind die Städtischen Sammlungen und die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde, denen auch mit dem Text- und Fotowerk etwas Gutes gelungen ist.

Auf 175 Seiten wird über die 500-jährige, wechselvolle Geschichte des Franziskanerklosters berichtet und diese in die Weltläufe des Mittelalters, der Reformation und der Neuzeit eingebettet. Vor allem den spektakulären spätgotischen Schnitzaltären, die im Zentrum der Ausstellung stehen, wird Rechnung getragen. Sie sind in der Weiterführung der Via Sacra und in unmittelbarer Nähe zum historischen Jakobsweg ein wichtiges Ziel von Touristen und Pilgerern, denen nun auch etwas Ausführlicheres zum Nachschlagen geboten wird.

„Die Klosterkirche ist ein Brückenkopf in mehrfacher Hinsicht“, sagt Oberbürgermeister Roland Dantz zur Bedeutung der Kirche. Das Konzept von Kirche und Sakralmuseum biete neben Christen auch Andersdenkenden die Möglichkeit der Begegnung und lebendigen Diskussion. Diesem Anspruch wird auch der Katalog gerecht. Er ist ab sofort in der Kamenz-Information, die der Kirche vorgelagert ist, für 19,50 Euro zu haben. Sylke Kaufmann, Leiterin der Städtischen Sammlungen: „Der Katalog, der auch die Ausstellung selbst sinnvoll ergänzt, ist auch über den Buchhandel zu bestellen.“ Die Auflage beträgt 1 000 Stück.

Derzeit läuft im Konferenzraum der Kamenz-Info auch eine kleine Sonderausstellung zum Geschlecht der Jagiellonen, jener Dynastie, die zur Zeit der Klostergründung um 1500 von hier bis zum Schwarzen Meer wirkte. Sie ergänzt bis zum 16. Juni eine große Schau zu den Jagiellonen im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam. Ein Besuch ist hier wie da zu empfehlen, heißt es. (SZ)