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Klubkarte soll Paten locken

Die ersten Bewährungsproben hat das Team der Geschäftstelle Kulturhauptstadt Europas 2010 hinter sich. Die Präsentationen vor dem Görlitzer Stadtrat, vor den Honoratioren von Wroclaw, beim Tag der Deutschen...

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Die ersten Bewährungsproben hat das Team der Geschäftstelle Kulturhauptstadt Europas 2010 hinter sich. Die Präsentationen vor dem Görlitzer Stadtrat, vor den Honoratioren von Wroclaw, beim Tag der Deutschen Einheit in Magdeburg und im Sächsischen Landtag hat Geschäftsführer Peter Baumgardt mit Erfolg bewältigt.

Herr Baumgardt, wohnen Sie eigentlich noch immer im Hotel?

Ich ziehe gerade um. Auf der oberen Berliner Straße habe ich eine hübsche und bezahlbare Ein-Raum-Dachwohnung gefunden.

Damit sind Sie jetzt Görlitzer.

Ich fühlte mich auch vorher schon als Görlitzer. Schließlich arbeite und lebe ich hier, setze mich intensiv mit dieser Stadt auseinander und spreche täglich mit vielen Einwohnern über ihre Probleme und Visionen.

Was macht die Suche nach Paten für die Kulturhauptstadt?

Die ersten Rückmeldungen sind da, aber die Aktion ist ja gerade erst angelaufen.

Ein monatlicher Betrag von 20,10 Euro ist nicht gerade bescheiden. Wem sollen denn die regelmäßigen Informationen und persönlichen Einladungen zu Aktionen Ihrer Geschäftstelle so viel wert sein?

Mit der Patenschaftsaktion wird eine Klubkarte verbunden sein. Diese ermöglicht einen ermäßigten, vielleicht auch kostenlosen Eintritt zu verschiedenen Kulturveranstaltungen. Welche Einrichtungen sich an dieser Aktion beteiligen, ist noch nicht gänzlich geklärt.

Was passiert mit dem Geld?

Mit der einen Hälfte sollen städtische Projekte gefördert werden, für deren Verwirklichung im Stadtetat zurzeit kein Geld vorhanden ist. Ich denke da an den Neubau der Schwimmhalle, an die Sanierung der Stadthalle oder der Synagoge. Das Hauptaugenmerk liegt auf Nachhaltigkeit. Mit der anderen Hälfte der Einnahmen werden Projekte zur Vermittlung der Kulturhauptstadtidee finanziert .

Gibt es auch für die Zgorzelecer eine Patenschaftskarte?

Noch nicht. Aber ich könnte es mir durchaus vorstellen.

Wie kommt die Bewerbung um den Kulturhauptstadttitel in Zgorzelec an?

Bei den Politikern und den Kulturinteressierten sehr gut. Zgorzelec plant am 1. Mai 2004 anlässlich des EU-Beitritts Polens ein großes Volksfest. Dabei soll das gemeinsame Ziel der Europastadt Görlitz/Zgorzelec, 2010 Kulturhauptstadt zu werden, im Mittelpunkt stehen.

Was sagt der normale Bürger?

Das erkunden wir gerade. Ende November werde ich das Vorhaben im Zgorzelecer Stadtrat vorstellen. Danach wird es ein Einwohnerforum geben. Geplant ist auch, regelmäßig im Salon des Theaters deutsch-polnische Kulturveranstaltungen durchzuführen.

Wo finden die nächsten Präsentationen statt?

In Wien Mitte November und auf der Touristikbörse Görlitz.

Gespräch: Peter Chemnitz