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Knackpunkt B 170-Anbindung

Das Gewerbegebiet Reinholdshain soll wachsen. Doch das geht nur mit neuer Straße.

Von Regine Schlesinger

Das Anfang der 1990er-Jahre in Reinholdshain erschlossene Gewerbegebiet ist ausgebucht. Die Stadt plant deshalb schon seit Längerem eine Erweiterung. 2011 beschloss der Stadtrat, zwei Teilbebauungspläne aufzustellen, einen für eine 15 Hektar große Fläche, den anderen für eine angrenzende Fläche, die doppelt so groß ist. Diese Bebauungspläne erstrecken sich auf den Bereich zwischen dem bestehenden Gewerbegebiet und der B 170 in Richtung Oberhäslich. Zunächst erschlossen werden soll die 15-Hektar-Fläche. Sie ist vorgesehen für klein- und mittelständisches Gewerbe. Die größere Fläche wird für Industrie- und Großgewerbe vorgehalten.

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Seit dem Beschluss von 2011 sind drei Jahre vergangen und Oberbürgermeister Ralf Kerndt (Freie Wähler) musste jüngst einräumen, dass es mit dem Erweiterungsvorhaben nicht in dem Tempo vorangeht, wie es sich die Stadt vorgestellt hatte.

Forderung aus Reinholdshain

Der größte Knackpunkt ist die Anbindung des Gewerbegebietes an die B 170. Bereits in den 1990er-Jahren war die Erschließung des Gewerbegebietes Reinholdshain über eine neue Straße geplant, die kurz vor Oberhäslich, unweit vom Autohaus Hüttel, in die B 170 münden sollte.

Daraus ist aber nie etwas geworden. Die Reinholdshainer klagen seither über den zunehmenden Verkehr durch ihren Ort. Viele, darunter auch Unternehmer, die sich bereits in Reinholdshain angesiedelt haben, sagen daher, es kann keine Erweiterung des Gewerbegebietes ohne die bereits von Anfang an geplante Erschließungsstraße Richtung B 170 geben.

Für die Anbindung an die Bundesstraße ist die Zustimmung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr nötig. Offen ist auch noch, ob die neue Straße eine Kreis- oder eine kommunale Straße wird. In ersterem Fall wäre der Landkreis mit im Boot, was die Baukosten betrifft. Um gegenüber dem Landratsamt und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr, belegen zu können, dass die neue Straße nötig ist, ließ die Stadt eine Verkehrsprognose erarbeiten.

Das reichte aber nicht. Die Behörden forderten noch eine weitere Untersuchung. Dabei sollte ermitteln werden, welches Szenario zu erwarten ist, wenn das Gewerbegebiet ohne neue Erschließungsstraße erweitert wird.

Das Ergebnis dieser Untersuchung liegt seit Kurzem vor. Es besagt, dass zwar bei der Zu- und Abfahrt vom Gewerbegebiet von und auf die Glashütter Straße noch Luft für ein höheres Verkehrsaufkommen ist. Das gilt jedoch nicht für die Kreuzung B 170/Glashütter Straße/Obertorplatz. Hier würde es bei noch mehr Verkehr kritisch, ebenso auch auf der Kreischaer Straße in Reinholdshain. Die Stadt geht daher davon aus, dass die neue Straße im Entwurf des Bebauungsplanes ihre Berechtigung hat. OB Kerndt hofft, dass dieser Entwurf im Juni dem Stadtrat vorgelegt werden kann.

Dieser Entwurf wird auch eine von Reinholdshainer Einwohnern geforderte Veränderung hinsichtlich des geplanten Regenrückhaltebeckens enthalten. Dazu war ursprünglich ein Damm mit einer Höhe von vier Metern vorgesehen. Das hatte allerdings im Ort zu Diskussionen geführt, woraufhin die Dammhöhe auf 2,50 Meter abgesenkt wurde. Damit ist zwar kein Schutz mehr vor solchen Wassermassen gegeben, die Hochwasser mit sich b ringen, wie sie rein statistisch aller 25 oder 100 Jahre auftreten. Aber offenbar können alle damit leben, laut Stadtverwaltung kann auch das Landratsamt diese Reduzierung mit tragen. Die Entwässerung der 30-Hektar-Erweiterungsfläche ist dabei noch außen vor. Sie wird erst in Angriff genommen, wenn die Großinvestoren vor der Rathaustür stehen.