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Großenhain

Knallrote Verführer sind da

Nach dem trockenen April freuen sich die Ponickauer über eine gute Ernte. Und denken wegen des Klimawandels um.

Elizabeth Schöne vom Spargelhof in Ponickau hat allen Grund zum Strahlen: Die ersten Erdbeeren machen ihrem Aussehen wirklich alle Ehre: Knallrot, groß und vollmundig süß schmecken die Früchte, die im Zelt herangezogen worden sind.
Elizabeth Schöne vom Spargelhof in Ponickau hat allen Grund zum Strahlen: Die ersten Erdbeeren machen ihrem Aussehen wirklich alle Ehre: Knallrot, groß und vollmundig süß schmecken die Früchte, die im Zelt herangezogen worden sind. © Kristin Richter

Ponickau. Die Zitterpartie dürfte nun vorüber sein: „Wir haben zugegebenermaßen bis zum Mittwoch noch ein paar unruhige Nächte gehabt, weil wir Angst hatten, dass der Frost am Ende doch noch in die Pflanzen fährt“, bekennt Elizabeth Schöne. Inzwischen ist sich die studierte Gartenbauerin jedoch sicher, dass sich die Temperaturen in den kommenden Tagen im Plusbereich einpegeln werden.  Gerade richtig für die knapsigen Früchtchen, die seit Ende April geerntet werden.

 Während sie vor ein paar Wochen noch angesichts sommerlicher Wärme drohten schlappzumachen, präsentieren sich die Pflanzen tatsächlich nun in frischem Grün, mit großen saftigen Beeren dran. Nicht mehr lange, dann könnten sie auch hier geerntet werden. Ihre knallroten Kolleginnen unterm Folienzelt seien dagegen seit ein paar Tagen bereits in aller Munde. 

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Auf einem Hektar wurden sie schon vorgetrieben und wanderten seit über einer Woche ins Körbchen und die Schalen. Mit 4,50 Euro für 500 Gramm seien sie natürlich im wahrsten Sinne des Wortes gegenwärtig noch eine kostbare Leckerei. An der Preisschraube wäre aber nicht gedreht worden.

 „Für unsere Erdbeeren musste auch im vergangenen Jahr schon so viel bezahlt werden. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes der Preis dafür, will man um diese Zeit bereits deutsche Früchte essen“, erklärt Elizabeth Schöne.

Immerhin: Der Aufwand zum Vortreiben sei nicht eben gering. Bereits im vergangenen Jahr musste man sich damit plagen, dass die Zelte unter der damals großen Schneelast und dem immer wieder durchziehenden Sturm zweimal zusammengebrochen sind. 

Auch in diesem Jahr habe der starke Wind den schützenden Hüllen wieder übel mitgespielt. Nicht zuletzt aus diesem Grund sei man umgestiegen auf sogenannte Minitunnel.

Allerdings: Auch unter diesen bedürfen die Beeren Aufmerksamkeit und Pflege. Die einjährigen Pflanzen der Sorte „Clery“ würden statt in Erde ganz bewusst in einer nährstoffreichen Substrat-Rinne herangezogen. Durch einen Schlauch gut bewässert, bekämen sie auf diese Weise auch den notwendigen Dünger zugeführt.

 „Wir müssen natürlich aufpassen, dass sie nicht zu viel Feuchtigkeit abbekommen! Wenn sich die Nässe staut, ist die Gefahr groß, dass sich Bakterien einnisten“, weiß Schöne.

Im Moment ist von derlei Plagen aber glücklicherweise nichts zu sehen. Die Beeren strotzen vor Kraft und Gesundheit. Keine Made, keine Schnecke, keine Druckstelle. Tugenden, die jedoch nicht von ungefähr kommen. 

Wie die 27-jährige Fachfrau in Sachen Gemüse und Früchte betont, müssten die Helferinnen beim Ernten genau darauf achten, die Beere stets am Stiel abzupflücken. Erwischten sie hin und wieder die Frucht, hinterlasse das unter Umständen eben jene hässlichen Druckstellen, und die rote Köstlichkeit würde irgendwann matschig.

Bis sich Erdbeerfreunde aus Ponickau und Umgebung selbst vor Ort von der guten Qualität der Früchte überzeugen können, dauere es aber noch ein Weilchen. Erst ab voraussichtlich Anfang Juni würden die mit Stroh ausgelegten Felder in Ponickau, Reichenberg und Lockwitz freigegeben zum Selbstpflücken.

 Wer möchte, so Elizabeth Schöne, könne sich seine Körbchen oder Behälter zum Ernten gern selbst mitbringen. Ebenso wie die Schalen, die der Spargelhof anbiete, würden auch die eigenen Körbchen vor dem Pflücken erst leer gewogen, dann könne es losgehen.

Wer Ende Juni – so lange ist mit Schönes roten Schönheiten zu rechnen – noch immer nicht genug hat, darf sich auf die nächsten reifenden Früchte freuen: Auf der Moritzburger Plantage laden dann Heidel- und Himbeeren zum Naschen ein.