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Leipzig

Knallt es wieder in Connewitz?

150 Menschen wollen gegen Polizeigewalt demonstrieren - doch die Beamten befürchten, dass die Stimmung kippt. Anlass biete schon das Datum.

Leipzig ist dafür bekannt, dass der Protest in Gewalt umschlagen kann.
Leipzig ist dafür bekannt, dass der Protest in Gewalt umschlagen kann. © Archivbild: Sebastian Willnow/dpa

Von Sven Heitkamp

In Leipzig werden Freitagabend erneut Krawalle befürchtet. Grund ist eine angemeldete Demonstration mit etwa 150 Teilnehmern unter dem Motto „Gegen Polizeigewalt und Willkür“. Sie soll zwischen 18 und 22 Uhr vom Südplatz über die Karl-Liebknecht-Straße bis ans Connewitzer Kreuz führen. Die Behörden fürchten, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte.

In einer Mitteilung der Polizei, die von der Demo heftig kritisiert wird, aber anderseits den Aufzug absichern muss, heißt es: „Ausweislich des Aufrufes scheinen zumindest Einzelpersonen offenbar nicht darauf aus, friedlich eine Meinung in die Öffentlichkeit zu tragen.“ Vielmehr sei von den Organisatoren zu lesen: „Wir stellen nur den Rahmen – was aus der Demonstration wird, ist uns überlassen.“ Man müsse daran erinnern, so die Verfasser, dass mehrere Demonstrationen von Polizisten angegriffen worden seien. „Auf das die Angst die Seite wechselt und dieser Freitag der 13. ein schwarzer Tag für alle Schweine in unserem Viertel wird.“

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Der Termin am 13.12. sei nicht zufällig gewählt, da die Ziffern auf die drei ersten Buchstabenpositionen im Alphabet anspielen: A, C, A, B. Sie stehen für den englischen Spruch „All cops are bastards“, übersetzt für „Alle Polizisten sind Bastarde“. Der Tag werde von links- wie rechtsgerichteten Gruppierungen als sogenannter „ACAB-Day“ für polizeikritische Aktionen genutzt, so Polizeisprecher Andreas Loepki. Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze kritisiert die Wortwahl scharf: „Den Autoren des Aufrufs sei gesagt, dass Polizeibeamte berufsbedingt ein dickes Fell aufweisen. Wer sie aber permanent und in Anlehnung an RAF-Sprachweise als Schweine bezeichnet, als Bullen oder Bastarde verunglimpft und meint, dies sei allgemeiner Bestandteil der freien Meinungsäußerung, der irrt.“ Die Beamten würden dennoch das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gewährleisten.

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