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Knappe Mehrheit für vierspurige Königsbrücker

Der Stadtrat stimmt heute über die Sanierung der Straße ab. Dem Baubürgermeister droht Ärger von den Grünen.

Im Stadtrat deutet sich heute eine knappe Mehrheit für die vierspurige Sanierung der Königsbrücker Straße an. Demnach werden wohl CDU, FDP und Bürgerfraktion für den Ausbau stimmen. Das reicht, wenn der Stadtrat voll besetzt ist, für eine Mehrheit mit einer Stimme. Linke, SPD und Grüne wollen gegen den Ausbau stimmen. Sollte sich das bürgerliche Lager durchsetzen, könnten die Bauarbeiten frühestens Anfang 2017 beginnen. Bis dahin muss die Sanierung zu Ende geplant, von der Landesdirektion geprüft und ausgeschrieben werden. Ende 2017 könnten dann die ersten Autos über glatten Asphalt rollen.

Nach den bisherigen Plänen wäre die Straße dann mit 17 Metern rund sieben Meter breiter als heute. Der Platz ist nötig, weil es pro Fahrtrichtung zwei volle Autospuren und einen Radweg geben soll. 32,6 Millionen Euro wird das kosten.

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„Ich warne davor, eine Variante zu beschließen, die vor Gericht nicht Bestand hat“, sagte gestern die Grünen-Stadträtin Margit Haase. Im vergangenen Jahr waren bei einer Messung nur noch 14 000 Autos auf der Königsbrücker Straße gezählt worden. Nach einer Straßenbau-Richtlinie wäre dann auch eine schmale Sanierung möglich. Autos und Straßenbahnen würden sich eine gemeinsame Spur teilen. Die von CDU, FDP und Bürgerfraktion bevorzugte Sanierungsvariante ist ausgelegt für rund 19 000 Autos am Tag, könnte also am Ende überdimensioniert sein.

Für die Planung einer schmalen Königsbrücker Straße hatten sich Ende des vergangenen Jahres auch viele Teilnehmer einer Bürgerversammlung eingesetzt. „Die Bedenken wurden nicht ernst genommen“, sagte Haase, die deswegen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) einreichen will. Mit einem Antrag wollen die Grünen die Verwaltung heute zwingen, eine zweispurige Variante zu planen. Linke und SPD wollen dem zustimmen. Der Sanierungsbeginn würde sich dadurch voraussichtlich weiter verzögern. (SZ/win)