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Dippoldiswalde

Knöllchen trotz Parkscheibe

Uwe Fullert hatte Ärger auf dem Dippser Krankenhausparkplatz. Der führte bis zum Rechtsanwalt.

Hier im hinteren Fenster seines Autos hat Uwe Fullert die Parkscheibe mit Saugnäpfen angebracht. Eine solide Lösung, hat er gedacht.
Hier im hinteren Fenster seines Autos hat Uwe Fullert die Parkscheibe mit Saugnäpfen angebracht. Eine solide Lösung, hat er gedacht. © Egbert Kamprath

Parken in Dippoldiswalde kann immer wieder heftige Überraschungen bieten. Das hat auch Uwe Fullert auf dem Parkplatz am Krankenhaus erlebt. Nach den jüngsten Berichten auch über die Firma „Fair Parken“ wandte er sich mit seiner Erfahrung an die Sächsische Zeitung. Uwe Fullert arbeitet als Tagesvater in Waltersdorf, einem Nachbarort von Liebenau und Ortsteil von Liebstadt. Er musste im Herbst vergangenen Jahres mit einem seiner Pflegekinder zur Therapie in eine Praxis am Krankenhaus in Dippoldiswalde. Von Waltersdorf nach Dippoldiswalde würde mit Bus und Bahn über Pirna und Dresden führen, obendrein mindestens zwei Stunden dauern. Also ist er mit dem Auto gefahren.

Das hat er auf dem Parkplatz am Krankenhaus abgestellt und dabei auch die Parkscheibe vorschriftsmäßig eingestellt, wie er berichtet. Die hat er fest mit Saugnäpfen im hinteren Dreiecksfenster seines Autos befestigt, eben damit er sie immer dabei hat und keinen Ärger deswegen bekommt. Aber der blieb ihm dieses Mal nicht erspart.

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Auf dem Krankenhausparkplatz in Dippoldiswalde ist seit August vergangenen Jahres die Firma „Fair Parken“ aus Düsseldorf für die Überwachung des Parkplatzes zuständig. Zehn große Schilder machen seitdem auf die Parkregelung aufmerksam, nach der Besucher, Patienten und andere Gäste bis zu drei Stunden kostenlos auf dem Krankenhausparkplatz stehen dürfen, aber eine Parkscheibe einlegen müssen. Wird die Zeit überzogen oder fehlt die Parkscheibe, gibt es ein Knöllchen.

Das ist dann aber keine Verwarnung mit 10 oder 15 Euro Bußgeld mehr, wie sie früher die städtischen Kontrolleure ausgestellt hatten. Sondern jetzt wird es als Vertragsstrafe gesehen. Dafür verlangt die private Firma 24,90 Euro. Das hat auch Uwe Fullert getroffen, obwohl er seine Parkscheibe ordentlich eingestellt hat, wie er sagt. „Ich habe dort angerufen. Aber die ließen nicht mit sich reden. Ihre Mitarbeiter seien um das Auto herumgelaufen“, erinnert er sich an das Gespräch. Es gibt auch keine Vorschriften, wo die Parkscheibe sich befinden muss. Gut sichtbar muss sie aber sein. Der ADAC empfiehlt das Armaturenbrett vorne.

Die Firma wollte dann wissen, zu welcher Therapie er gewesen sei. „Aber das sind persönliche Daten, die gehen die Parkfirma gar nichts an. Die darf ich auch nicht einfach herausgeben und dazu bin ich auch nicht bereit“, sagt er. Die Auseinandersetzung zwischen dem Tagesvater aus dem Osterzgebirge und den Düsseldorfer Parkwächtern ging weiter. Die Firma berief sich auf ihre Geschäftsbedingungen. Die hängen auch mehrfach auf dem Parkplatz aus, in sieben Punkten mit bis zu sieben Unterpunkten. Uwe Fullert musste sich aber um sein Pflegekind kümmern und hat nicht den langen Text gelesen. Er hat dann noch sein Fahrzeug fotografiert, wo die befestigte Parkscheibe zu sehen ist und an die Firma gemailt. Alles erfolglos. Die Parkwächter drohten inzwischen damit, ein Inkassobüro zu schicken. Das hätte alles noch einmal verteuert.

Schließlich ging Fullert zum Rechtsanwalt. Der hat ein Schreiben an die Parkfirma geschickt, worauf diese das Verfahren eingestellt hat. Zu diesem einzelnen Vorgang nimmt sie heute keine Stellung mehr.

Uwe Fullert musste dann noch die Anwaltsrechnung bezahlen. Das machte auch 89 Euro. „Die bekomme ich natürlich von niemandem wieder“, stellt er fest. Teuer geparkt hat er also dennoch.

Für ihn steht eines fest: Wenn er sieht, dass ein Parkplatz von der Privatfirma bewirtschaftet wird, versucht er, dem aus dem Weg zu gehen. Solche Regelungen gibt es ja nicht nur am Dippoldiswalder Krankenhaus, sondern auch vor Supermärkten oder anderen Einrichtungen. Denn er will ja nicht wieder zum Anwalt gehen, damit ihm der aus der Patsche hilft.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/dippoldiswalde vorbei.

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