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Pirna

Kochen auf großer Flamme

Die Firma „Knack-Frisch“ baut im Gewerbegebiet an der Elbe eine moderne Großküche – und geht damit neue Wege.

Künftige Großküche von „Knack-Frisch“ im Gewerbegebiet an der Elbe: Vom Erlebnis-Bistro aus können die Gäste beim Kochen zuschauen.
Künftige Großküche von „Knack-Frisch“ im Gewerbegebiet an der Elbe: Vom Erlebnis-Bistro aus können die Gäste beim Kochen zuschauen. © Visualisierung: Knack-Frisch

Als der Essenanbieter seinen Betrieb aufnahm, entlieh er den Firmennamen einem historischen Ort. Die Produktion startete in Alt-Neundorf im ehemaligen Gasthaus Wiesenhof, so nannte sich das Unternehmen „GBS Wiesenhof“. Seit 20 Jahren versorgt der Betrieb mit seinem Partner und Gesellschafter, der Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital, Schulen, Kitas, Seniorenheime und Firmen mit Essen. Nun aber ist der Name Geschichte – und bald sind es auch die beiden Standorte in Alt-Neundorf und am Varkausring auf dem Sonnenstein.

Seit einiger Zeit firmiert das Unternehmen unter dem Namen „Knack-Frisch“, und weil die Zahl der gekochten Gerichte stetig stieg, wurde der Platz in den bisherigen Produktionsstätten allmählich zu eng. Da sich laut Knack-Frisch- Geschäftsführer Frank Thomas die Räume auch nicht sinnvoll erweitern ließen, ersann er mit dem Lebenshilfe-Vorsitzenden Ralf Thiele einen anderen Plan: Etwas Neues musste her, etwas Besonderes.

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Knack-Frisch baut nun für 2,5 Millionen Euro eine neue Großküche an der Ecke Kahrenweg/Kunstseidenstraße im Gewerbegebiet „An der Elbe“, 1 000 Quadratmeter groß, mit neuartigem Konzept. Der erste Spaten ist gestochen, der Bau startet jetzt im Sommer, Anfang 2020 soll das Haus fertig sein. Ab diesem Zeitpunkt wird dann ausschließlich im Neubau gekocht.

Der zentrale Standort bringt für Knack-Frisch mehrere Vorteile: Nach Aussage von Thomas ist das Haus modern, entspricht den neuesten Hygienevorschriften, die Räume können passend zu den Abläufen angeordnet werden. Auch kann das Unternehmen künftig mehr Essen kochen. Etwa 2 500 Gerichte sind es derzeit täglich, später sollen bis zu doppelt so viele Mahlzeiten zubereitet werden. Momentan liefert Knack-Frisch ein Drittel der Gerichte an Einzelkunden sowie an Seniorenheime und Lebenshilfe-Einrichtungen, ein Drittel an Kindertagesstätten und ein Drittel an Schulen. Zudem soll neue Sonderkost, die derzeit oft gewünscht wird, mit in den Speiseplan aufgenommen werden.

60 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit, die gesamte Belegschaft zieht an den neuen Standort, kein Arbeitsplatz geht verloren. Im Gegenteil: Bleibt die Nachfrage so anhaltend groß, kann sich Thomas durchaus vorstellen, in Zukunft die Zahl der Beschäftigten aufzustocken. Vor allem in der ländlichen Region mit schlecht angebundenen Dörfern, in denen es längst keinen Laden mehr gibt, ist der Großversorger sehr gefragt, wodurch sich das Arbeitspensum ständig erhöht.

Chris Podavka und Frank Thomas von Knack-Frisch, Lebenshilfe-Vorsitzender Ralf Thiele, Düdi-Fleisch-Chef Ralph Ehrentraut (vl.): Menschen mit Behinderung sollen stärker eingebunden werden. 
Chris Podavka und Frank Thomas von Knack-Frisch, Lebenshilfe-Vorsitzender Ralf Thiele, Düdi-Fleisch-Chef Ralph Ehrentraut (vl.): Menschen mit Behinderung sollen stärker eingebunden werden.  © Daniel Schäfer

Darüber hinaus geht das Unternehmen mit der modernen Großküche neue Wege. Im Haus selbst gibt es später ein Erlebnis-Bistro, wo sich die Gerichte verkosten lassen und von wo aus die Gäste beim Kochen zuschauen können. Die neue Küche soll das Essen noch frischer ausliefern, generell legt das Unternehmen großen Wert auf regionale Kost. Schon länger kooperiert Knack-Frisch beispielsweise mit einem in Heidenau ansässigen Großhändler, der Gemüse und Obst aus der Region bezieht. Als neuer Partner kommt nun die Dürrröhrsdorfer Fleisch- und Wurstwaren GmbH dazu. Das Unternehmen beliefert die Großküche künftig mit Fleisch und Wurst, hauptsächlich aus zwei Gründen: Zum einen lasse sich laut Thomas die Herkunft des regionalen Fleisches lückenlos nachvollziehen, zudem helfe das Zusatzangebot, die Menüpalette zu erweitern. „Die gesamte Wertschöpfungskette“, sagt Thomas, „soll möglichst in Sachsen bleiben.“

Auch in Sachen Arbeitsplätze kann sich der Geschäftsführer ein neues Konzept vorstellen. Künftig will Thomas gemeinsam mit der Lebenshilfe die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen vertiefen und Menschen mit Handicap stärker in die Arbeit des Unternehmens einbinden. So könnte Knack-Frisch beispielsweise künftig das Essen in verschiedene Heime lediglich liefern, Bewohner teilen es dann selbst vor Ort aus. Oder aber die Gerichte werden nur teilfertig geliefert und später in den jeweiligen Einrichtungen komplettiert. Möglicherweise lassen sich auch Menschen aus geschützten Werkstätten in die Produktion eintakten – oder können später sogar im Bistro arbeiten.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/ort/pirna vorbei.

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