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Kodersdorf bekommt Vorzeige-Bauhof

Baulich und inhaltlich geht es voran, seit 1. Juli in einer neuen Gesellschaft. In die setzt die Gemeinde große Hoffnungen.

Noch wird am Kodersdorfer Bauhof fleißig gewerkelt. Für eine reichliche halbe Million Euro entsteht an der Ecke Bahnhofstraße/B 115 ein modernes Objekt, das künftig unter Regie der neuen Inklusionsgesellschaft betrieben wird.
Noch wird am Kodersdorfer Bauhof fleißig gewerkelt. Für eine reichliche halbe Million Euro entsteht an der Ecke Bahnhofstraße/B 115 ein modernes Objekt, das künftig unter Regie der neuen Inklusionsgesellschaft betrieben wird. ©  André Schulze

Der Innenausbau ist in vollem Gange. Draußen an der Fassade stehen Gerüste. Das Bauhof-Gebäude an der Ecke Bahnhofstraße/B 115 erlebt derzeit den größten Um- und Ausbau seiner Geschichte. Gerade erst hat der Gemeinderat wieder zwei Beschlüsse gefasst, die der Komplettierung des Objektes dienen. Beide beschäftigen sich mit einem neuen Silobehälter, der die Streusalzvorräte für den Winter aufnehmen soll. In einem ersten Beschluss stimmten die Räte dem geplanten Bau zu. Die zweite Vorlage sah den Kauf des Silos mit einem Fassungsvermögen von 50 Kubikmetern vor. Kostenpunkt: etwa 46 500 Euro. Zuvor hatte man Angebote für ein Silo mit einem Volumen von 75 Kubikmetern eingeholt, sich dann aber für die kleinere Variante entschieden. Dies sei für die in der Gemeinde zu erledigenden Aufgaben ausreichend, meinte Bürgermeister René Schöne.

Allerdings drängt die Zeit, denn die bisher von der Gemeinde genutzte Streusalzhalle wird zum Jahresende gekündigt. Und die Baugenehmigung für den neuen Silobehälter steht noch aus. Erst wenn sie eingetroffen ist, kann der Auftrag erteilt werden. Insgesamt lässt sich die Gemeinde die Modernisierung und Erweiterung des Bauhof-Komplexes knapp 564 000 Euro kosten, wobei rund 154 000 Euro Fördermittel aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ fließen und eine Co-Finanzierung für den Umbau des Sozialbereichs in Höhe von reichlich 210 000 Euro eingerechnet ist.

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Nutznießer des komplett erneuerten Bauhofes ist die gemeinnützige Kodersdorfer Inklusions- und Servicegesellschaft (KoIS), die am 1. Juli ihren Betrieb aufgenommen hat und eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde ist. Sie übernimmt sämtliche bisher vom Bauhof ausgeführten Tätigkeiten, deren Ausrüstung und auch den überwiegenden Teil der Mitarbeiter. Mitte April war der Gesellschaftervertrag notariell beglaubigt worden. Nun muss das Landratsamt noch eine abschließende kommunalrechtliche Prüfungsbestätigung erteilen. Erst dann kann die Gesellschaft ins Handelsregister eingetragen werden. Was für Geschäftsführer Andreas Schneider aber eigentlich nur noch Formsache ist. „Die Industrie- und Handelskammer hat in ihrer Stellungnahme keine rechtlichen Bedenken geäußert.“ Damit sieht die IHK den Aktivitäten der KoIS auf dem freien Markt gelassen entgegen. Denn bis zu 20 Prozent ihrer Aufträge kann die Gesellschaft dort künftig akquirieren.

Weil nach den Kommunalwahlen der neue Gemeinderat zu seiner konstituierenden Sitzung erst im August zusammenkommen wird, gibt es bei dem kommunalen Unternehmen vorher logischerweise auch keinen Aufsichtsrat. Der wäre laut Gesellschaftervertrag jedoch nötig, um den Wirtschaftsplan zu beschließen. Der wiederum ist Voraussetzung, um die Arbeitsverträge der Beschäftigten zu unterzeichnen und die Gesellschaft insgesamt in Gang zu setzen. So hoben die Räte in der alten Besetzung des Gremiums in ihrer Juni-Sitzung zum letzten Mal die Hand, um anstatt des Aufsichtsrates den Wirtschaftsplan der KoIS zu bestätigen.

Andreas Schneider rechnet im verbleibenden Jahr 2019 mit Anlaufverlusten von rund 45 000 Euro. Größter Geldgeber ist die Gemeinde mit 25 000 Euro Stammkapital und einer weiteren Kapitalrücklage von 100 000 Euro. Zudem gewährt die Kommune ihrer Gesellschaft Kredite bis zu 209 000 Euro. Insgesamt aber sieht man sich gut aufgestellt. „Wir hätten uns mit dem Bauhof perspektivisch sowieso etwas überlegen müssen. Und auch die Arbeitsüberlastung in der Gemeindeverwaltung hätte Veränderungen erfordert. Nun haben wir den Weg über die Inklusionsgesellschaft gewählt. Das gibt uns Spielräume, die wir nutzen wollen“, erklärt Bürgermeister Rene Schöne. Drei der aktuell sieben Mitarbeiter sind Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Eine Quote von mindestens 40 Prozent ist notwendig, um die Einrichtung der Arbeitsplätze und die Betreuung der Betreffenden gefördert zu bekommen. In Kodersdorf sind es jetzt 43 Prozent. Demnächst sollen weitere Neueinstellungen folgen. Und auch beim Umsatz rechnet Schneider mit kontinuierlichen Steigerungen. Gegenüber dem Bauhof-Umsatz von 334 000 Euro im Jahr 2018 wird es nach vorläufigen Berechnungen 2020 einen Rückgang auf 328 000 Euro geben. Schon 2021 will man mit 341 000 Euro aber darüber liegen. Im verbleibenden Halbjahr 2019 rechnet Schneider mit 157 000 Euro.

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